Angesichts der multiplen Krisen rückt das Thema Nachhaltigkeit nicht nur im öffentlichen Diskurs in den Hintergrund, sondern auch in der Wirtschaft, zeigt eine Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte aus dem Vorjahr. Insbesondere der Abwärtstrend bei der Wettbewerbsfähigkeit belaste viele Betriebe. Ein Drittel der rund 400 befragten Firmen sieht sich aufgrund dieser Entwicklungen gezwungen, die eigenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen zurückzufahren. Hinzu kommen regulatorische Unsicherheiten, insbesondere im Zusammenhang mit dem im Raum stehenden Omnibus-Paket der EU, das eine zeitliche Verschiebung der Berichtspflichten vorsieht. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen (48 Prozent) belastet das derzeitige Hin und Her.
„Die externen Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaften sind herausfordernd genug. Was es jetzt braucht, ist ein klar definierter und vor allem stabiler regulatorischer Rahmen, innerhalb dessen die Unternehmen langfristig planen und handeln können. Nur so lässt sich sinnstiftende und wirksame Nachhaltigkeitsarbeit umsetzen“, betont Karin Mair, Managing Partnerin bei Deloitte Österreich.
Trotz dieser Unsicherheit bewertet eine überwiegende Mehrheit von 81 Prozent der Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit als wichtig für ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Das sei ein stabiler Wert. 67 Prozent der Befragten geben an, durch erfolgte Nachhaltigkeitsmaßnahmen ihre Ressourcen bereits effizienter einsetzen zu können. Außerdem hat die heimische Wirtschaft mittlerweile ihre eigenen Strategien entwickelt, um Nachhaltigkeit im Alltag zu integrieren.
So zeigt die Umfrage, dass die Betriebe ihre entsprechenden Initiativen und Aktivitäten zunehmend von den regulatorischen Vorschriften entkoppeln und stattdessen praktisch orientiert an die individuelle Unternehmensstrategie anpassen. Die Top-4-Themen, denen die Unternehmen die größte Bedeutung beimessen, waren im Vorjahr im Vergleich zu 2024 dieselben – wenn auch in anderer Reihenfolge: 27 Prozent sehen die Dekarbonisierung als wichtigstes Thema (2024: 17 Prozent), knapp gefolgt von den Lieferketten mit 24 Prozent (2024: 22 Prozent), der Kreislaufwirtschaft mit 21 Prozent (2024: 28 Prozent) sowie der sozialen Gerechtigkeit und Diversität mit 15 Prozent (2024: 17 Prozent).









