Bundesforste: Österreichs Wälder dürfen aufatmen

Die Bundesforste blicken trotz anhaltender Herausforderungen durch den Klimawandel auf ein positives Jahr 2025 zurück.

„Die Natur macht unser Leben spannend“, sagt Georg Schöppl, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) mit Blick auf die positive Waldbilanz des vergangenen Jahres. Denn Anfang 2025 sah es noch alles andere als rosig aus: Das Jahr begann mit großer Trockenheit und überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Bereits zum Frühlingsbeginn war ein starkes Borkenkäferjahr zu befürchten. Nach dem überdurchschnittlich warmen März und April leitete der vergleichsweise kühle Mai die Wende ein, der nasse und trübe Juli habe den Wald dann über den Sommer gerettet, so Schöppl. Auch wenn 2025 insgesamt eines der zehn wärmsten Jahre der österreichischen Messgeschichte war, konnte so die fehlende Feuchtigkeit der ersten Monate ausgeglichen werden.

Der Schadholzanteil – ein wichtiger Indikator für den Zustand des Waldes – bei der Ernte 2025 sank auf 50 Prozent beziehungsweise 895.000 Erntefestmeter. 2024 waren es noch 1,5 Millionen (75 Prozent). Etwa jeweils ein Drittel der Schadmenge ist dem Borkenkäferbefall beziehungsweise Sturmschäden geschuldet (jeweils rund 300.000 Efm), wobei Letztere größtenteils noch auf das Sturmtief „Anett“ von Mitte September 2024 zurückzuführen sind. Ungefähr ein Viertel entfällt auf Schneebruch (circa 230.000 Efm). Die verbleibende Menge ergibt sich aus Fangbäumen gegen den Borkenkäfer sowie weiteren Schadursachen.

Borkenkäfer im Griff

Der Befall lag 2025 weit unter den bisherigen Höchstwerten in diesem Jahrzehnt, 2023 wurden durch den Borkenkäfer noch 730.500 Erntefestmeter an Schadholz verursacht. Den „Schädling Nummer 1“ habe man gut im Griff, zeigt man sich bei den Bundesforsten erfreut, „auch dank enormer Aufwendungen unsererseits“, betonte Schöppl. Von rund 16 Millionen Euro für Waldpflegemaßnahmen flossen 6,5 Millionen in die Käferbekämpfung. 

Neben einem Monitoring der Wälder seien Käferfallen besonders effizient, also geschnittene Bäume, die die Schädlinge anlocken. Sind diese einmal befallen, müssen sie schnellstmöglich abtransportiert werden, was mitunter nicht immer einfach sei. Der Borkenkäfer trete in den schwierigsten Lagen auf, weshalb bei der Bekämpfung teilweise auch mit Hubschraubern gearbeitet werden müsse.

Die Vorstände der Bundesforste, Andreas Gruber und Georg Schöppl
Die Vorstände der Bundesforste, Andreas Gruber und Georg Schöppl © ÖBf/APA-Fotoservice/Roland Rudolph

Insgesamt ist die Waldschadensbilanz 2025 deutlich rückläufig. Belief sich diese 2024 noch auf 49 Mio. Euro, mussten im Vorjahr nur noch 31 Mio. Euro für Maßnahmen wie Käferprävention, Infrastrukturschäden oder Schadholz-Lagerkosten ausgegeben werden.

Dennoch wird man bei den Bundesforsten nicht müde, auf den Einfluss des Klimawandels hinzuweisen: „Auch wenn 2025 ein vergleichsweise gutes Jahr im Wald war, setzt uns der Klimawandel zu“, so Schöppl. Die Schadensbilanz sei zwar rückläufig, aber immer noch höher als vor zehn Jahren. Deshalb werde man weiter in Waldpflege investieren.

Jagd als Erfolgsfaktor

Langfristiges Ziel der Bundesforste bleibt der Umbau der heimischen Wälder hin zu struktur- und artenreichen Mischwäldern, die resistenter gegen klimatische Einflüsse sind. Dahingehend schreite das Jahrhundertprojekt „Wald der Zukunft“ zügig voran, erklärte Andreas Gruber, ÖBf-Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz: „Die Baumartenzusammensetzung soll sich verändern, weg von viel Fichte.“ So werden jährlich 1.150 Hektar Fichtenfläche umgewandelt. „Dort stehen dann andere Baumarten – Lärchen, Tannen, Eichen, Buchen“, so Gruber. 

Zudem liegt der Fokus auf Naturverjüngung durch den Nachwuchs von Jungbäumen aus den Samen der Altbäume. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dafür sei die Jagd: „Entscheidend ist, dass der Wildeinfluss auf einem Niveau ist, der Artenverjüngung ermöglicht“, betonte Gruber. Reviere werden deshalb auch an private Jäger als Partner vermarktet.

Investitionen in Maschinen, Personal und Digitalisierung

Um den steigenden Anforderungen und Aufgaben nachzukommen, investieren die Bundesforste seit längerem in Personal. In den vergangenen fünf Jahren wurde die Anzahl jener Mitarbeiter, die für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes sorgen, um knapp zwölf Prozent erhöht. Aktuell beschäftigen die Bundesforste österreichweit 1.062 Mitarbeiter in 14 Forst- und Nationalparkbetrieben sowie in der Unternehmensleitung mit Sitz in Purkersdorf.

Drohne über einem Wald
Digitalisierung im Wald: Die Bundesforste setzen bei ihrer Arbeit auch auf Drohnen. © ÖBf/Bazzoka Creative

Ebenso wurden Schulungsprogramme und die Digitalisierung ausgebaut. „Unser gesamter Holzprozess ist digital abgebildet. Von der Planung über die Vergabe bis zur Umsetzung vor Ort und der Auslieferung läuft alles digital“, so Gruber. Darüber hinaus kommen Drohnen zum Einsatz, um den Wald zu vermessen, was die Inventur beschleunige sowie die Mengenschätzung und die Erkennung von Schadholzflächen verbessere. Alle Mitarbeiter seien digital vernetzt, unterstreicht Schöppl: „Man kann sagen, dass bei uns mittlerweile das Tablet so wichtig ist wie die Motorsäge.“ 

Seit 2024 läuft zudem ein Investitionsprogramm in neue Forstmaschinen in der Höhe von rund 6,5 Mio. Euro bis 2027. 

AusgabeRZ04-2026

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