Radikale Zuversicht

Eine hochkarätige Runde diskutierte bei der ÖRV-Informationstagung über herausfordernde Zeiten und mutige Entscheidungen.

Einen gemeinsamen Blick in die Zukunft machten Raiffeisen-Spitzenmanager und Experten bei einer Diskussionsrunde im Rahmen der heurigen ÖRV-Informationstagung. Während RWA-Generaldirektor Johannes Schuster und auch NÖM-Vorstand Alfred Berger für 2026 trotz großer wirtschaftlicher Herausforderungen „radikal zuversichtlich“ sind, zeigt sich der Generaldirektor der RLB Steiermark, Martin Schaller, etwas zurückhaltender: „Die radikale Zuversicht beginnt bei uns selbst.“ Im Fokus für heuer stehe Deregulierung und Entbürokratisierung. Dabei sei es wichtig, eigene Prozesse und Abläufe zu durchleuchten.

Auch der Direktor des Raiffeisenverbandes Steiermark, Peter Weissl, teilt die Zuversicht für 2026, zumal Genossenschaften mit hoher Innovationskraft boomen. Dennoch sprach auch er sich für Bürokratieabbau und mehr Anreize seitens der Politik aus.

Gift für das Lagerhaus-Geschäft

„Party-Crasher“ war Ökonom Franz Schellhorn: „Wir müssen aufhören, die Dinge schönzureden. Die aktuellen Maßnahmen der Politik sind zu wenig.“ Während die Politik noch nicht bereit sei für Reformen, hätten die Menschen die Probleme längst erkannt und sparen. So sieht auch Schuster die zu hohe Inflation für sein Unternehmen als eine der größten Herausforderungen: „Hier ist man viel zu lange mit der Gießkanne durchs Land gegangen.“ Dies sei Gift für das Lagerhaus-Geschäft gewesen.

Schaller sieht sich durch die überbordende Bürokratie und immer wieder neue Regularien in der täglichen Arbeit behindert. Zudem seien die Lohnkosten für eine exportorientierte Industrie zu hoch. Auch die hohen Energiekosten seien für Unternehmen eine Belastung. 

Innovation bei Raiffeisen

Um den externen Faktoren entgegenzuwirken, setzen Raiffeisen-Unternehmen auf Innovation, zeigt auch die Diskussion. So werde bei der RWA das Geschäftsmodell derzeit erneuert und auf Basis des Gründungsauftrages auf Kunden und Mitglieder ausgerichtet, wie Schuster erläutert.

Bei der RLB Steiermark laufe ein internes und externes Innovationsprogramm und auch bei der NÖM setze man auf Innovation bei den Produkten aktuell unter dem Schlagwort „Gesundheit durch Funktionalität“.

AusgabeRZ05-2026

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