Österreichs Pensionskassen ziehen eine positive Bilanz über 2025. Trotz eines herausfordernden Börsenumfelds aufgrund hoher Volatilität wurde eine Branchen-Performance von 4,88 Prozent erreicht. Diese lag damit knapp unter dem langjährigen Schnitt seit der Gründung der Pensionskassen (5,02 Prozent). Ein stärkeres Ergebnis konnte 2024 mit einer Performance von 7,77 Prozent erreicht werden. „Die Pensionskassen performen wirklich sehr gut“, freut sich Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensions- und Vorsorgekassen.
Bei den jahrelangen Bemühungen, die betriebliche Altersvorsorge zu verbreiten, ist seit Ende 2025 einiges in Bewegung gekommen. Die Regierung hat in einem Ministerratsbeschluss Ende 2025 die Einführung eines Generalpensionskassenvertrags – eine langjährige Forderung der Branche – vorgesehen. Damit würden alle Beschäftigten in Österreich Zugang zum System der betrieblichen Altersvorsorge bekommen. Derzeit gibt es diese Option nur, wenn der Arbeitgeber sie freiwillig anbietet.
Vollausbau als Ziel
„Der Durchbruch ist noch nicht ganz gelungen, obwohl ich glaube, dass wir dieses Mal nahe dran sind“, betont Zakostelsky. Die Gespräche mit den Stakeholdern für dieses Vorhaben sollten heuer im ersten Quartal beginnen. Für die Branche gebe es bei der Weiterentwicklung noch einigen Diskussionsbedarf, etwa über den Wunsch, regelmäßig vorzeitige Entnahmen zu ermöglichen, was „ein kontraproduktiver Ansatz“ wäre. Derzeit ist gut ein Viertel der Beschäftigten im System der zweiten Säule der Pensionsvorsorge. „Unser Ziel ist der Vollausbau des Systems mit zahlreichen Verbesserungen, um künftig eine noch höhere Performance für alle Berechtigten zu erzielen“, so Zakostelsky.
Ende 2025 verwalteten die acht Pensionskassen ein Vermögen von 30,64 Mrd. Euro für insgesamt 1,13 Millionen Kunden. Zum Vergleich: Ende 2024 waren es noch 29,04 Mrd. Euro. Im Schnitt erhielten die rund 160.000 Leistungsberechtigten im Vorjahr eine monatliche Zusatzpension von 419 Euro, die 14-mal ausbezahlt wurde. „Wir sind der größte private Pensionszahler in Österreich“, sagt der Fachverbandsobmann. Im Vorjahr wurden knapp 940 Mio. Euro als Firmenpensionen ausbezahlt.
27,7 Mrd. Euro seit Einführung
Was das Pensionskassensystem leistet, veranschaulicht der Fachverband an den bisherigen Ein- und Auszahlungen. Seit der Einführung der Pensionskassen Anfang der 1990er-Jahre wurden bis zum Vorjahr rund 27,7 Mrd. Euro an Beiträgen für Firmenpensionen einbezahlt. Davon wurden in diesem Zeitraum bereits 14 Mrd. Euro an die Leistungsbezieher ausbezahlt. Gleichzeitig erwirtschafteten die Pensionskassen knapp 17 Mrd. Euro an Wertzuwachs im System. Das System ermögliche es den Menschen, „mit den Instrumenten der Altersvorsorge“ an der internationalen Wirtschaftsentwicklung zu partizipieren, weist Zakostelsky auf die Vorteile hin.
Etwas schwächer als die Pensionskassen schnitten im Vorjahr die betrieblichen Vorsorgekassen („Abfertigung NEU“) mit einer Performance von 3,64 Prozent ab. Für rund vier Millionen Arbeitnehmer verwalten sie ein Vermögen von 23,7 Mrd. Euro, berichtete FV-Geschäftsführer Stefan Pichler. Rund 500.000 Arbeitnehmer erhielten Leistungen aus dem System.









