Der Pro-Kopf-Verbrauch der Österreicher hat einen neuen Höchstwert erreicht: Rund 250 Eier essen die Österreicher pro Jahr. „Eier zählen damit zu den Lebensmitteln mit der stabilsten Nachfrage und verzeichnen demnach einen kontinuierlich steigenden Absatz im Lebensmitteleinzelhandel“, wie Martin Greßl, Leiter Qualitätsstrategie und Wissensmanagement der AMA-Marketing, berichtet. So legte der Absatz von Eiern im LEH 2025 auf rund eine Milliarde Stück weiter zu – und das trotz höherer Preise.
Mehr als die Hälfte der Eier sind bereits Freiland- und Bioeier, während der Anteil der Eier aus Bodenhaltung weiter zurückgeht. Damit zählt Österreich zu den Vorreitern beim Tierwohl in der Eierproduktion, so Greßl, der zudem die Herkunftskennzeichnung betont: „Beim AMA-Gütesiegel-Ei wird jedes Ei direkt am Bauernhof gestempelt und ist bis zum Betrieb rückverfolgbar. Gleichzeitig wird die gesamte Wertschöpfungskette streng kontrolliert – vom Futtermittel bis zur Färberei.“ Österreich verfügt zudem über eines der strengsten Programme zur Lebensmittelsicherheit und -qualität in Europa. Ein umfassendes Salmonellenmonitoring und ein zertifiziertes Futtermittelsystem sorgen für ein Höchstmaß an Produktsicherheit.
Österreich ist mit 87 Prozent nahezu Selbstversorge, kann aber nicht auf die Einfuhr von Eiern verzichten. „Gerade zu Ostern sind Eier besonders gefragt, vor allem gefärbte und gekochte Eier. Was viele Konsumentinnen und Konsumenten nicht wissen: Für verarbeitete und gefärbte Eier gilt keine verpflichtende Herkunftskennzeichnung und Angabe der Haltungsform“, macht Greßl aufmerksam. So können diese – obwohl beispielsweise die Käfighaltung von Legehennen hierzulande verboten ist – in Form von verarbeiteten Lebensmitteln wie Ostereiern oder Gebäck trotzdem im Einkaufswagen landen.
„Allein über die Eierdatenbank werden – je nach Saison – zwischen 55 und 65 Millionen gefärbte Eier erfasst. Rechnet man jene dazu, die zu Hause gefärbt werden, ist der Verbrauch von rund 70 Millionen Ostereiern in Österreich ein realistischer Wert“, so Greßl. Hier gibt das AMA-Gütesiegel Orientierung: Nur mit dem rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel oder dem AMA-Biosiegel kann man sich absolut sicher sein.
Trotz einer stabilen Produktion bleibe die Versorgungslage bis Ostern aber angespannt, sagt Günther Wenninger, Obmann der EZG-Frischei. Ein Grund dafür ist die Vogelgrippe, die in Europa rund 12 Millionen Legehennen das Leben gekostet hat. Während Österreich weitgehend verschont blieb, führte die europaweite Verknappung dazu, dass Einkäufer aus Gastronomie und Industrie, die sonst auf billige Importware setzen, verstärkt auf heimische Bestände zugreifen.
Ostertraditionen fest verankert
Die Ergebnisse der RollAMA-Motivanalyse 2025 zeigen, dass traditionelle Ostergerichte in Österreich weiterhin eine große Rolle spielen: Rund 50 Prozent der Haushalte pflegen klassische Ostertraditionen am Teller. 79 Prozent essen zu den Feiertagen Ostereier, 67 Prozent greifen zu Spinat. Ein Drittel der Haushalte färbt die Ostereier zudem selbst – ein Zeichen dafür, wie stark das Ei mit dem Osterfest verbunden ist.








