Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (OeHT) bündeln ihre Kräfte und stellen gemeinsam 100 Millionen Euro an günstigen Finanzierungen für Tourismusbetriebe bereit. Die Mittel werden im Rahmen der gewerblichen Tourismusförderung des Bundes eingesetzt, die die OeHT im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) abwickelt. Die Vereinbarung wurde von EIB-Vizepräsident Karl Nehammer und OeHT-Geschäftsführer Matthias Matzer im Beisein von Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner unterzeichnet.
Die EIB stellt der OeHT ein Darlehen über 50 Mio. Euro zur Verfügung, das die OeHT verdoppelt. Die Mittel werden gezielt kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zur Verfügung gestellt, insbesondere familiengeführten Hotels und regionalen Betrieben, die aufgrund steigender Energiekosten, höherer Lohnkosten und einem restriktiven Finanzierungsumfeld aktuell vor erheblichen Herausforderungen stehen.
„Diese Vereinbarung erleichtert KMU den Zugang zu Kapital“, betont Nehammer. „Mit solchen Partnerschaften helfen wir Betrieben, in Qualität, Modernisierung und Nachhaltigkeit zu investieren – und sichern damit Wertschöpfung in allen Regionen Österreichs.“ Die neue Initiative schaffe gezielt Entlastung: Die Finanzierungen erfolgen zu günstigen Konditionen und beinhalten einen Zinsvorteil.
Der Tourismus in Österreich sei eine Branche, die permanent investieren müsse, um ihre Erfolge abzusichern, unterstreicht Zehetner. „Im Tourismus altert die Qualität sichtbar“, so die Staatssekretärin. Die Gäste erwarten nicht nur eine Top-Ausstattung, sondern auch Nachhaltigkeit und Servicequalität der Betriebe. Ziel sei es, den Tourismus in Österreich in Richtung Ganzjahreswertschöpfung zu entwickeln.
Stärkung des Standortes
2025 hat die EIB laut Nehammer insgesamt 1,7 Mrd. Euro an Finanzierungen in Österreich zur Verfügung gestellt, die mehr als 4 Mrd. Euro an Investitionen ausgelöst haben. Das Geld werde eingesetzt, um den Wirtschaftsstandort und Arbeitsplätze abzusichern. Ein Gutteil des Geldes sei in erneuerbare Energie oder KI-Projekte geflossen.
Auch OeHT-Geschäftsführer Matthias Matzer unterstrich die strategische Bedeutung der Kredite: „Wir können damit hunderte Betriebe bei Investitionen unterstützen, die andernfalls möglicherweise aufgeschoben worden wären.“ Die OeHT arbeite sehr kleinstrukturiert mit einem durchschnittlichen Finanzierungsvolumen von 1,7 Mio. Euro. Mit geringen nationalen Mitteln von 21 Mio. Euro im Vorjahr konnten jedoch 540 Mio. Euro an Investitionen ausgelöst werden.
2025 habe es 337 Förderbewilligungen gegeben – hauptsächlich für Qualitäts- und Angebotsverbesserung, Mitarbeiterhäuser und Betriebsübernahmen. In den vergangenen 30 Jahren hat die EIB über die OeHT rund 700 Mio. Euro an Darlehen für den österreichischen Tourismussektor bereitgestellt.
Derzeit habe die OeHT 1 Mrd. Euro an Krediten offen – 20 Prozent davon bei der EIB – mit Ziel, den Anteil auf 25 Prozent zu steigern, so Matzer. Damit wäre die EIB der zweitwichtigste Finanzierungspartner nach der OeKB.
Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank GmbH (OeHT) ist seit 1947 die nationale Anlaufstelle für Förderungen und Finanzierungen der Tourismus- und Freizeitwirtschaft und steht im Eigentum der Oesterreichischen Kontrollbank AG und der Raiffeisen OeHT Beteiligungs GmbH.









