Wie viele Hände können in einer Minute geschüttelt werden? Die Antwort: ziemlich viele. Auf Vorschlag von Kommunikationstrainerin Karin Feldinger wanderten die 35 Teilnehmerinnen des Funktionärinnen-Vernetzungstreffens der Genossenschaften im Techno-Z Urstein durch den Raum und machten sich miteinander bekannt. Denn Vernetzung und Austausch beginnen beim gegenseitigen Kennenlernen.
Den Grundstein dafür legten Anna Doblhofer-Bachleitner, Geschäftsleiterin des Raiffeisenverbandes Salzburg, sowie die Funktionärinnen Margareta Weiglmeier-Frauenschuh und Caroline Vogl mit ihrer Idee zum ersten Vernetzungstreffen im Land Salzburg. „Bislang fehlte uns in Salzburg eine Veranstaltung, bei der wir uns branchenübergreifend austauschen können“, sagte Doblhofer-Bachleitner. Neben Frauen aus 13 Bankgenossenschaften nahmen auch Vertreterinnen von sieben Genossenschaften außerhalb des Bankenbereichs teil, darunter Funktionärinnen von der Salzburger Alpenmilchgenossenschaft, dem Wirtschafsverein Tamsweg oder der Lagerhausgenossenschaft Pinzgau.
„Es ist heute ein besonderer Kreis“, freute sich Erich Zauner, Obmann des Raiffeisenverbandes Salzburg. „Wir können hier miteinander über den Tellerrand schauen.“
33 Prozent bis 2030
Margareta Weiglmeier-Frauenschuh, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Wallersee und Aufsichtsratsmitglied beim Raiffeisenverband Salzburg, sowie Caroline Vogl, Aufsichtsratsmitglied der Raiffeisenbank Anthering-Elixhausen, gaben einen Überblick über den Funktionärinnen-Beirat des Österreichischen Raiffeisenverbandes.
In Salzburg gibt es seit 2025 keine Bank mehr ohne weibliche Funktionärin.
Margareta Weiglmeier-Frauenschuh
„Seit 2014 setzen wir uns für die starke Vertretung von Frauen in den Gremien des Raiffeisensektors ein“, sagte Weiglmeier-Frauenschuh. Österreichweit startete man damals in der Raiffeisen-Bankengruppe mit einer Quote von 8,5 Prozent. „Das Ziel, einen Frauenanteil von 25 Prozent bis Ende 2025 zu haben, ist erreicht“, so Weiglmeier-Frauenschuh. Dieses Ziel sei aber kein Selbstzweck: „Gemischte Gremien arbeiten nachweislich erfolgreicher. In Salzburg gibt es deshalb seit 2025 keine Bank mehr ohne weibliche Funktionärin.“
In der Bankengruppe möchte man den Anteil der Funktionärinnen bis zum Jahr 2030 auf 33 Prozent steigern, bei den Lagerhäusern und Molkereien liegt das Ziel bei 15 Prozent.
Engagement vererbt
Beim Talk wurden Salzburger Genossenschaften aus unterschiedlichen Branchen vorgestellt. Katharina Seywald berichtete von ihrer Arbeit im Vorstand der Salzburger-Alpenmilch-Genossenschaft. Die Genossenschaft hat rund 2600 Mitglieder und ist Eigentümer der SalzburgMilch, im Vorstand ist Seywald eine von drei Frauen. „Mir ist das Engagement in die Wiege gelegt worden. Auch meine Eltern haben sich immer engagiert“, sagte Seywald, die auch als Stadträtin in Hallein aktiv ist. Die Gremien seien nach wie vor sehr männlich geprägt. „Man lernt mit jeder Aufgabe, die man annimmt.“
Dagmar Herzog, Aufsichtsratsvorsitzende der Raiffeisenbank Straßwalchen, bezeichnet sich als „Genossenschaftsfan“. „Genossenschaft stärkt das regionale Sozialkapital“, sagte sie. Das Regionale gehe verloren, wenn es nicht gelebt werde: „Fallen die Entscheidungen nicht mehr im Ort, gehen viele wichtige Punkte unter.“ Persönlich seien für sie die Netzwerke eine große Bereicherung.
Es ist wichtig, dass Verantwortungsträger immer wieder daran erinnert werden, auf eine gute Mischung zu schauen.
Anna Doblhofer-Bachleitner
Kommunikationstrainerin Karin Feldinger gab den Teilnehmerinnen in ihrer Keynote zum Abschluss noch Impulse zu den Themen Frauen, Macht und Verantwortung mit auf den Weg. Das Treffen war nur der Anfang – in diesem Rahmen sollen nun regelmäßig Veranstaltungen zum Austausch und Kennenlernen stattfinden. RVS-Geschäftsleiterin Anna Doblhofer-Bachleitner betonte: „Es ist wichtig, dass Verantwortungsträger immer wieder erinnert werden, auf eine gute Mischung zu schauen. Da kann uns in Salzburg noch mehr gelingen.“









