2026 wird nach Ansicht des Beratungsunternehmens Deloitte einen Wendepunkt für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bringen. Das Anwendungsfeld wird immer breiter. Unternehmen müssen in den kommenden Monaten den Übergang von rein digitalen KI-Anwendungen hin zu solchen in Maschinen, Robotern, Fahrzeugen und intelligenten Infrastrukturen schaffen. Diese Systeme können ihre Umgebung wahrnehmen, aus den Erfahrungen lernen und so künftig eigenständig handeln.
KI sei damit nicht mehr nur Analysetool, sondern trete in die Interaktion mit der realen Welt, erklärt Bernhard Göbl, Partner im Bereich Technology & Transformation bei Deloitte Österreich, und streicht hervor: „Für Unternehmen eröffnen sich dadurch völlig neue Effizienzpotenziale, die auch für ihre Wertschöpfung zunehmend relevant werden.“
Mehr Kompetenzen
Mit sogenannten „Agentic-KI-Systemen“ entstehen Lösungen, die nicht nur einzelne Aufgaben erledigen, sondern ganze Arbeitsschritte eigenständig koordinieren können – etwa im Kundenservice, in der IT-Steuerung oder in der Planung. Viele Unternehmen würden dabei jedoch an Grenzen stoßen, weil bestehende Prozesse lediglich automatisiert, aber nicht grundlegend neugestaltet werden, zeigt die aktuelle Deloitte-Analyse „Global Tech Trends“.
„Agentische Systeme funktionieren nicht wie klassische Software“, so Göbl. Sie müssten wie digitale Mitarbeitende gedacht werden – mit klaren Rollen, Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen. Das verändere Prozesse, Führungsmodelle und Organisationen.
Kosten steigen
Der vermehrte KI-Einsatz beeinflusst auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Trotz sinkender Kosten pro Recheneinheit steigen die Gesamtaufwendungen im Zusammenhang mit der Technologie deutlich. Zudem erreichen klassische Cloud-Strategien zunehmend ihr Limit.
„Unternehmen werden ihre IT künftig stärker aufteilen – in flexible Cloud-Lösungen, eigene Rechenzentren für dauerhaft genutzte KI-Anwendungen und dezentrale Systeme für besonders schnelle Reaktionen“, erklärt Andreas Auer, Senior Manager und Transformationsexperte bei Deloitte Österreich. Entscheidend sei, dass früh klargestellt werde, welche Aufgaben wo laufen. „Wer das rechtzeitig festlegt, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil.“
Neue Rolle der IT
Die Rolle der IT-Abteilungen verändert sich grundlegend. Statt primär Systeme zu betreiben, rückt die aktive Gestaltung von Geschäftsmodellen, Prozessen und Produktivität in den Vordergrund. Die IT wird damit zum Bindeglied zwischen Menschen, Maschinen und KI-Systemen. Neue Rollen entstehen, klassische Zuständigkeiten verschwimmen und kontinuierliche Anpassung wird zum Normalzustand.
Mit der zunehmenden Verbreitung von AI steigen auch die Risiken – von manipulierten Daten bis hin zu angreifbaren Modellen und Infrastrukturen. „Sicherheit wird damit zur zentralen Voraussetzung für wirtschaftlichen KI-Einsatz“, so Deloitte.









