Drei Themen sind es, die den Präsidenten der LK Steiermark, Andreas Steinegger, aktuell beschäftigen: Zum einen ist das der Mangel an Saisonarbeitskräften, vor allem bei arbeitsintensiven Sparten wie Obst-, Wein- und Gemüseanbau sowie in der Forstwirtschaft. Die deutlich höheren Grundkosten hierzulande seien ein Wettbewerbsnachteil gegenüber Deutschland, wo es zuletzt Erleichterungen bei Zusatzabgaben gegeben habe.
Das zweite Thema betrifft die Pflanzenschutzmittel. Hier gebe es einen engen Austausch mit Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig. Erste Verbesserungen seien bereits spürbar. Es brauche aber einen Kurswechsel bei den Bio- und konventionellen Mitteln: mehr statt weniger Wirkstoffe, schnellere Zulassungsverfahren sowie die gegenseitige Anerkennung in den EU-Ländern, wie Steinegger im Gespräch mit der Raiffeisenzeitung erklärt.
Drittes wesentliches Thema ist für Steinegger, der mit seiner Frau und seinem Sohn im Bezirk Leoben einen Bio-Milchvieh- und Forstbetrieb bewirtschaftet, der Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft.
„Die Anpassung an den Klimawandel ist für die steirische Landwirtschaft zentral. Hier sind unsere Bäuerinnen und Bauern bereits starke Umsetzer – unterstützt durch die Beratung der Kammer“, unterstreicht Steinegger. Viele Betriebe würden bereits auf klimafitte Wald-, Acker- und Grünlandwirtschaft, etwa durch standortgerechte Baumarten, Humusaufbau und hitzetolerantere Gräser im Grünland, setzen. Zudem werde gemeinsam mit der Forschung an trockenheitstoleranteren Züchtungen und Sorten gearbeitet. In manchen Gegenden der Obersteiermark könnten zudem Käferbohnen-, Holunder oder Gemüseanbau neue Perspektiven bieten.
Schon vor seiner Zeit als Kammer-Präsident hat sich der Biomilchbauer und Forstwirt für den Ausbau erneuerbarer Energien eingesetzt. Diesen Weg setzt er fort und will auch hier in der Beratung unterstützen und „klare Antworten“ geben. Das in der Landwirtschaftskammer eingerichtete Referat „Klima, Energie und Bio-Ressourcen“ ist mit den Schwerpunkten Energieeffizienz am Hof, Photovoltaik oder Biomasse am Puls der Zeit.
„Holz ist Nummer eins“
Als Forstwirt legt Steinegger in seiner Tätigkeit hier einen klaren Fokus auf die Forstwirtschaft. „Österreichs Rohstoff Nummer eins ist Holz“, ist er überzeugt. Daher habe er in der forstlichen Ausbildungsstätte Pichl einen Schwerpunkt auf Biodiversität gelegt, um die Bewirtschaftung der Wälder zukunftsfit auszurichten. Für die Steiermark, das waldreichste Bundesland Österreichs, sei Forst und Holzwirtschaft von großer Bedeutung. „Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Produkt Holz eine gute Zukunft haben werden“, so der LK-Präsident.
Das Thema Kommunikation hat für Steinegger ebenfalls oberste Priorität. Er wolle „eine starke und überlegte Stimme“ für die Bäuerinnen und Bauern sein, wie er betont. Der Dialog mit der Bevölkerung generell sei ihm wichtig. Daher habe die LK Steiermark die Kommunikation über soziale Medien deutlich verstärkt. „Wir müssen auf Augenhöhe mit den Menschen reden und auch in der Kommunikation mit der Zeit gehen“, unterstreicht Steinegger. Der direkte, persönliche Kontakt mit der Gesellschaft werde dennoch intensiv fortgeführt, sei es bei Pressekonferenzen, Betriebsbesichtigungen oder den zahlreichen Produktpräsentationen oder Hoffesten. Es sei auch Aufgabe von Funktionärinnen und Funktionären, den Dialog mit der Gesellschaft zu suchen und etwa auch bei Veranstaltungen außerhalb des landwirtschaftlichen Bereiches Themen anzusprechen, die für die Bäuerinnen und Bauern wichtig sind, und diese fachlich fundiert zu erklären.
Eine der Antworten auf die aktuellen Herausforderungen in der Land- und Forstwirtschaft sieht Steinegger in der Rechtsform der Genossenschaft. Diese sei nicht nur „zukunftsfit“, sondern schaffe auch die Grundlage für eine der „ureigensten Verpflichtungen“ in der Landwirtschaft: Zusammenhalt und das Nutzen der gemeinsamen Stärke. „Genossenschaften sind nachhaltig und zukunftsorientiert“, so der überzeugte Genossenschafter Steinegger.









