Viel Sonne, gute Bedingungen auf den Pisten und mehr Gäste aus dem Ausland: Die Salzburger Wintersportbranche zeigt sich zufrieden mit der heurigen Saison. „Die heimische Tourismuswirtschaft war der größte Lichtblick im Bundesland Salzburg. Sie hat sich resistent gezeigt gegenüber wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen“, sagte Heinz Konrad, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes Salzburg (RVS), bei der Saisonbilanz des „Netzwerk Winter“, einer Interessengemeinschaft von Skiindustrie, Skilehrerverband, Touristikern und Seilbahnbetreibern.
Winterurlaub ist nach wie vor gefragt. So erhöhten sich die Nächtigungen in Salzburg zwischen November 2025 und Februar 2026 laut Statistik Austria um 6,7 Prozent auf 12,4 Millionen. Dabei kamen die Zuwächse vor allem von ausländischen Gästen. Das zeige, dass sich die hohen Investitionen in die Qualität gelohnt haben, betonte Konrad. Als größte regionale Bankengruppe sei Raiffeisen Salzburg wichtigster Financier für den Wintertourismus. „Wir finanzieren mehr als zwei Drittel der in dieser Branche tätigen Betriebe.“ Und diese seien ausgezeichnet aufgestellt. „Ein ganz großer Teil steht wirtschaftlich gut da, es gibt de facto keine Kreditausfälle in der Branche“, sagte Konrad.
Guter Start in die Saison
Für die Seilbahnbetreiber gab es einen gelungenen Start in die Saison. „Wir konnten Mitte November bei sehr guten Bedingungen mit der technischen Beschneiung beginnen und damit eine wichtige Basis mit einem guten Pistenaufbau legen“, sagte Erich Egger, Seilbahn-Sprecher und Chef der Schmittenhöhebahn in Zell am See. Dezember und Jänner seien sehr starke Monate gewesen, vom „Jänner-Loch“ sei schon lange keine Rede mehr. Ab März habe es aber einen Nachfragerückgang gegeben. „Wenn keine Ferienwoche im März liegt, ist das immer ein schwächerer Monat“, sagte Egger.
Auch die heimische Skiindustrie zieht ein positives Fazit. „Es war ein guter Winter in Europa“, sagte Wolfgang Mayrhofer, Sprecher der Skiindustrie und Geschäftsführer von Atomic. Etwa 150 Millionen Skifahrer gebe es weltweit, so viele wie noch nie. „Die Leute wollen in die Berge, Skifahren ist wieder sehr gefragt.“ Auch die Olympischen Winterspiele dieses Jahr in Mailand und Cortina d’Ampezzo haben die Begeisterung für den Wintersport befeuert.

Skifahren in drei Tagen
Diese Begeisterung sei wichtig für die Branche, um den Nachwuchs auf die Skier zu bringen. „Immer mehr Jugendliche wachsen in Familien ohne Bezug zum Wintersport auf“, sagte Franz Schenner vom Netzwerk Winter. Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, haben das Land Salzburg und das Netzwerk Winter das Projekt „Skifahren lernen in drei Tagen“ ins Leben gerufen. Schüler, die an Wintersportwochen teilnehmen, können vor Ort das Skifahren kostenlos lernen.
Vergangene Saison nahmen rund 14.000 Kinder und Jugendliche daran teil, darunter 3.500 Anfänger. Heuer wurde die Initiative auch auf Schulen aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland ausgeweitet. „Das sorgt für Verbundenheit mit unseren Skigebieten und der Region. Wir werden das mit aller Intensität weiterverfolgen“, sagte Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll.
Wertschöpfung im Sommer
Noch ist die Saison nicht vorbei. Die größeren Skigebiete bieten nach wie vor gute Bedingungen für einen Skibetrieb bis Ostern und auch noch darüber hinaus. Und dann? Kommt der Sommer. Der Sommertourismus in Österreich verzeichnet laut Seilbahn-Sprecher Erich Egger zwar hohe Gästezahlen, generiere allerdings weniger Wertschöpfung. Egger betonte: „Der Winter ist für uns existenziell. Ohne den Wintertourismus könnten wir unsere Infrastruktur nicht erhalten.“








