Raiffeisen-Bauwirtschaftsforum sorgt für neue Impulse

Das 4. Raiffeisen-Bauwirtschaftsforum blickt auf das Bauen von morgen.

Das von der Raiffeisen-Landesbank Steiermark und dem Raiffeisenverband Steiermark veranstaltete Raiffeisen-Bauwirtschaftsforum brachte Fachleute aus Bauwirtschaft, Projektentwicklung, Markt­forschung und Finanzierung in Raaba-Grambach zusammen.

Baumeister Walter Haberfellner von Swietelsky zeigte, wie Künstliche Intelligenz Bauabläufe unterstützen kann – etwa beim Strukturieren von Informationen, bei der Prüfung von Unterlagen und beim Erkennen von Risiken. Voraussetzung dafür seien verlässliche Daten und Mitarbeitende, die Ergebnisse fachlich beurteilen können. Gerade am Bau könnten plausibel klingende, aber falsche Antworten weitreichende Folgen haben. Sein Appell: Unternehmen sollten ihre Beschäftigten befähigen, KI im Arbeits­alltag sinnvoll einzusetzen und ihre Antworten kritisch zu prüfen.

Peter Ulm von der Allora Immobilien GmbH rückte die langfristige Nutzbarkeit von Gebäuden in den Mittelpunkt. Anhand der Entwicklung einer ehemaligen Brotfabrik erläuterte er, wie Energieversorgung, Begrünung, Mobilität und die flexible Nutzung bestehender Bausubstanz zusammenspielen. Für die Wirtschaftlichkeit einer Immobilie seien nicht allein die Kosten beim Bauen entscheidend, sondern auch Betrieb, Instandhaltung und künftige Nutzungsmöglichkeiten. „Es geht nicht um Errichtungskosten. Es geht um Lebenszykluskosten“, brachte Ulm seinen Ansatz auf den Punkt.

Einen datenbasierten Blick auf den Immobilienmarkt lieferte der Geschäftsführer der auf Immobilientransaktionsdaten spezialisierten Genossenschaft ZT Datenforum, Dieter Leitner. Seine Auswertung für das erste Halbjahr 2026 zeigte eine Belebung der Transaktionen, allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden. Während wieder mehr Wohnungen verkauft werden, geht das Angebot an neuem Wohnraum zurück. Das könnte den Druck auf dem Mietmarkt erhöhen.

Barbara Hammerl, die Gründerin des Stadtlabors Graz, lenkte den Blick von den Marktdaten auf die Menschen, die Städte und Gemeinden nutzen und gestalten. Ihre zentrale Botschaft: Gute Stadtentwicklung entsteht, wenn Politik, Verwaltung, Bauwirtschaft und Bevölkerung früh miteinander sprechen. Wer Nachbarschaften verständlich informiert und ihre Perspektiven einbezieht, kann Vertrauen schaffen und bessere Lösungen entwickeln. „Zukunft ist ein Teamsport“, meinte Hammerl.

Zum Abschluss sprach Christoph Schäfer von der Carso Invest GmbH über Immobilienprojekte in finanziellen Schwierigkeiten. Er empfahl, bei Finanzierungsentscheidungen genauer auf die Erfahrung der Projektverantwortlichen, die tatsächliche Nachfrage, laufende Kostenkontrolle und die Verwertbarkeit eines Projekts zu achten. Gerate ein Bauvorhaben unter Druck, könne eine abgestimmte Restrukturierung helfen, Werte zu erhalten – insbesondere bei weit fortgeschrittenen, noch nicht fertiggestellten Projekten. Dafür müssten Bauträger, Banken und Fachleute rechtzeitig zusammenarbeiten. red

AusgabeRZ41-2026

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Mehr lesen

Aktuelles

Die Welt der Raiffeisenzeitung

Banner für die Newsletter Anmeldung
Banner: