Energie mit Augenmaß nutzen

Effizienter Einsatz und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen werden immer wichtiger. Welche Kostenreduktionen dabei möglich sind, zeigte auch heuer der Raiffeisen Energiespartag.

Der kostenbewusste Umgang mit Energie kann nicht nur das Haushaltsbudget entlasten, sondern bedeutet auch einen wertvollen Beitrag für die Umwelt und die Versorgungssicherheit. „Energiesparen ist das Gebot der Stunde. Die billigste Energie ist die, die man gar nicht verbraucht“, betonte Stephan Pernkopf, Landeshauptfrau-Stellvertreter in Niederösterreich, anlässlich des 19. Raiffeisen Energiespartages in Wien und Niederösterreich.

Angesichts der globalen geopolitischen Konflikte hielt Pernkopf fest: „Die Unsicherheiten können wir nicht beenden, aber wir müssen hier für Sicherheit sorgen. Wir haben uns für die Produktion erneuerbarer Energie entschieden.“ Nun sei es wichtig, die Kostenvorteile der erneuerbaren Energie weiterzugeben.

Einen Beitrag für die regionale Versorgungssicherheit liefern auch die Energiegemeinschaften mit knapp 80.000 Beteiligten in Niederösterreich. Das führe „zu mehr Kostenbewusstsein und -vorteilen“, so Pernkopf. In den vergangenen drei Jahren setzten die Niederösterreicher besonders auf Photovoltaik: Die installierten Anlagen haben sich in diesem Zeitraum auf 160.000 Stück nahezu verdoppelt. Bilanziell gesehen habe man in Niederösterreich 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien, so Pernkopf.

Als einen „idealen Weg“ für die Wirtschaft sieht er die Entkoppelung der Umweltemissionen vom Wachstum, die in Niederösterreich seit dem Jahr 2005 gelungen sei: Seit damals konnte der CO2-Ausstoß um 26 Prozent reduziert werden, während die Wirtschaftsleistung um 40 Prozent zulegte.

Fokus auf Gesamtpaket

Für Martin Hauer, Vorstand der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, sind Energie und Nachhaltigkeit zentrale Grundbedürfnisse, insbesondere beim Thema Wohnen. Der Energiespartag bietet Raiffeisen die Möglichkeit, über das Bankgeschäft hinaus Services anzubieten und dabei den genossenschaftlichen Grundgedanken, die Förderung der Menschen in der Region, aber auch der Region selbst, voranzutreiben. 

Für Raiffeisen sei es wichtig, nicht nur die Finanzierung, sondern ein Gesamtpaket anbieten zu können. „Unser Ziel ist es, leistbare und ganzheitliche Lösungen zu schaffen – von der Unterstützung beim Erwerb von Wohneigentum als Altersvorsorge bis hin zur nachhaltigen Modernisierung von Wohnimmobilien“, betonte Hauer. Das kopple die Kernkompetenz der Bankengruppe, das Finanzierungsgeschäft, mit den Themen Nachhaltigkeit, Energie und Energieeffizienz. Dafür setzt man einige Maßnahmen im Energiebereich um, wie einen eigenen Stromtarif oder die Gründung von Energiegenossenschaften.

Als Impulsgeber für die Region ermöglichen Energiegenossenschaften Haushalten, Betrieben und Gemeinden, regional erzeugten Ökostrom gemeinsam zu nutzen. „Unsere Mitglieder profitieren dreifach: Sie beziehen sauberen Strom aus der Region, sparen sich 28 Prozent der Netzkosten und unterstützen gleichzeitig eine nachhaltige Energiezukunft im Ybbstal“, erklärte Georg Berger, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Ybbstal das Erfolgsmodell.

Regionales Vorzeigeprojekt

Wie Kreislaufwirtschaft, erneuerbare Energie und Energiegemeinschaften zusammenspielen können, zeigt das Unternehmen Fuchsluger GmbH in Aschbach, das eine Biogasanlage betreibt. Sie wurde Ende 2024 in Betrieb genommen und von den Raiffeisenbanken Ybbstal und Region Amstetten finanziert. In die Errichtung wurden rund 25 Mio. Euro investiert. 

Für die Biogaserzeugung wird ausschließlich regionaler Biomüll und Grünschnitt genutzt. In der Anlage werden jährlich 15 bis 18 Gigawattstunden (GWh) Biogas produziert. Damit können rund 1.200 Haushalte in der Region versorgt und etwa 5.200 Tonnen CO2 eingespart werden. „Wir zeigen mit diesem Projekt, dass nachhaltige Kreislaufwirtschaft heute technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist“, betont Geschäftsführer Florian Fuchsluger.

AusgabeRZ05-2026

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