RLB Burgenland baut die Bank von morgen

Mit dem Neubau der Raiffeisenlandesbank Burgenland möchte man in Eisenstadt ein klares Bekenntnis zum Standort setzen und die Nähe zum Kunden auf ein neues Niveau heben.

Das Burgenland bekommt eine neue Landesbank. Vor den Toren der Stadt an der südlichen Stadteinfahrt soll das Gebäude entstehen. „Wir bleiben im Burgenland, wir bleiben selbstständig“, unterstreicht Generaldirektor-Stellvertreterin Eva Fugger bei der Präsentation des Projektes. Mit dem Neubau möchte man also ein klares Bekenntnis zum Standort setzen, an dem die Raiffeisenlandesbank Burgenland seit 1930 beheimatet ist. 

Die Überlegung, sich räumlich zu verändern, ist lange gereift. Notwendig wurde die Neuorientierung spätestens dann, als klar war, dass Teile des Traktes in der Esterhazystraße dringend sanierungsbedürftig sind. Das Gebäude stammt aus den 1950er-Jahren und entspricht nicht mehr den Anforderungen einer modernen Bank, wie Fugger betont. Außerdem sei man am aktuellen Standort stark eingeschränkt, was die Parkmöglichkeiten betrifft.

„Eisenstadt ist eine Stadt mit relativ großem Wachstum“, so Eva Fugger, „daher ist es unerlässlich, dass man mitwächst.“ Mehr als sechs Monate hat man sich für die Standortanalyse Zeit genommen – die Wahl fiel schließlich auf ein Grundstück zwischen Bellaflora und der ehemaligen Kika-Filiale an der Mattersburger Straße. 

Nachhaltig und effizient

Funktional, nachhaltig und modern soll es werden, das neue Haus, das sich durch viel Glas, Holz und einen ypsilon-förmigen Grundriss auszeichnet. „Alle unsere Wünsche sollen sich am neuen Standort umsetzen lassen“, sagt Fugger. Sowohl die Ansprüche der Mitarbeiter an einen modernen Arbeitsplatz als auch die Ansprüche der Kunden an eine Bank von morgen sollen erfüllt werden. Mit der Umsetzung wurde das Architekturbüro AllesWirdGut beauftragt.

Nachhaltigkeit und Energie sind in der gesamten Planung zwei zentrale Themen. Das Gebäude soll in Holzhybridbauweise errichtet und umweltfreundlich über Erdwärme beheizt werden. Ein wesentlicher Bestandteil des Energiekonzepts ist eine mehrere hundert kWp starke Photovoltaikanlage – sowohl auf der Bank als auch auf dem Parkhaus. Ein eigener Batteriespeicher soll für maximale Effizienz sorgen. Einen weiteren Schwerpunkt setzt man auf E-Mobilität: Die E-Auto-Flotte der Mitarbeiter soll erweitert und rund 30 Prozent der Parkplätze mit E-Ladestationen ausgestattet werden. Und bei der Vergabe der Gewerke möchte man vorrangig mit regional ansässigen Firmen zusammenarbeiten.

Abgerundet wird das Projekt durch ein großzügiges Grünraumkonzept. Sowohl die Gebäudehöhe als auch die Gestaltung sollen sich harmonisch und landschaftsverträglich in die Umgebung einfügen. Als Ziel wird die Zertifizierung „klimaaktiv Gold“ angestrebt.

Rudolf Suttner, Eva Fugger und Matthias Trost freuen sich auf die neue Zentrale in Eisenstadt.
Rudolf Suttner, Eva Fugger und Matthias Trost freuen sich auf die neue Zentrale in Eisenstadt. © RLB Burgenland

Modern und diskret

Mit dem neuen Gebäude soll die Kundenorientierung auf ein neues Niveau gehoben werden: „Bei aller Digitalisierung und aller Veränderung, die die Bankenwelt mit sich bringt, wissen wir, dass der persönliche Kontakt und die persönliche Betreuung entscheidend bleiben. Das wollen wir in unserer neuen Zentrale sichtbar machen“, erklärt Vorstandsdirektor Rudolf Suttner. Sämtliche Kundenbereiche werden daher barrierefrei erreichbar im Erdgeschoß zentriert – vom Kundentresor- und Kassenraum über moderne und diskrete Beratungszonen bis zu Veranstaltungsräumen. 

Außerdem möchte man sämtliche Beratungsleistungen, vom Firmenkundengeschäft über Private Banking bis zum Wohntraumcenter unter einem Dach bündeln – alles aus einer Hand mit kurzen Wegen. „Damit möchten wir unseren Kunden eine Umgebung bieten, wo sie sich willkommen geheißen fühlen, wo sie persönliche Beratungsgespräche in einer angenehmen Atmosphäre genießen können“, sagt Suttner. 

Rendering vom inneren der neuen Bank
© AllesWirdGut

Flexibles Konzept

Welche Arbeitsbedingungen die Mitarbeiter konkret brauchen, wurde im Rahmen einer Tätigkeitserhebung analysiert. Darauf basierend wurde ein Raum- und Flächenprogramm erarbeitet. „Zusammenarbeit und Kommunikation haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Und darauf wollen wir reagieren“, erklärt Vorstandsdirektor Matthias Trost. Daher hat man sich für ein flexibles Konzept mit Desk-sharing und Homeoffice entschieden. Gleichzeitig sind Räume geplant, wo sich Mitarbeiter zurückziehen und fokussiert arbeiten können. Es wird unterschiedliche Raumangebote geben, die alle Bedürfnisse der Mitarbeiter abdecken sollen. „Uns ist besonders wichtig, dass das neue Gebäude darauf einzahlt, was unser Purpose ist, nämlich die persönliche Nähe zu unseren Kunden zu unterstützen und weiter auszubauen“, sagt Trost. 

Etwa 200 Mitarbeiter werden in die neue Landesbank umsiedeln. Berechnungen zeigen, dass unter Berücksichtigung von Homeoffice 0,7 Arbeitsplätze pro Mitarbeiter ausreichen würden. „Wir gehen mit großzügigen 0,9 in die Planung“, so Fugger. Und falls eine Erweiterung des Standortes notwendig werden sollte, erlaubt dies der Grundriss relativ einfach. 

55 Millionen Euro nimmt man im Burgenland für den Neubau in die Hand. Die Einreichung der Pläne bei der Gemeinde ist bis Jahresende 2026 vorgesehen, der Baustart soll im vierten Quartal 2027 stattfinden. Wenn alles nach Plan verläuft, kann die neue Raiffeisenlandesbank Burgenland im Sommer 2030 – pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum – eröffnet werden.

AusgabeRZ40-2026

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