Welche finanziellen Perspektiven bestehen für Frauen in ihrem späteren Ruhestand?
Elisabeth Radocha: Wir haben diese Frage an das Marktforschungsinstitut Spectra weitergegeben und eine Studie zu den Meinungen erwerbstätiger Menschen in Österreich zum Thema „Pensionen“ beauftragt. Dabei wurde ein besonderer Fokus auf die Vorstellungen und Erwartungen von Frauen gelegt. Die Ergebnisse sind alarmierend: 88 % der Frauen zeigen sich besorgt über ihre finanzielle Zukunft im Ruhestand. Lediglich 12 % glauben, dass sie von der staatlichen Pension gut leben können. 44 % der Frauen haben sich nie über den Stand ihres Pensionskontos informiert. Diese Fakten sollten uns zum Nachdenken anregen.
„Nahezu neun von zehn Frauen im Erwerbsalter sind sich nicht sicher, ob sie von ihrer zukünftigen Pension gut leben können.“
Elisabeth Radocha
Welche Empfehlungen haben Sie für Frauen im Erwerbsalter, um Altersarmut vorzubeugen?
Radocha: Sehr empfehlenswert ist die Verwendung der Abfertigung als Zusatzpension. Spätestens bei Pensionsantritt können unselbständig und selbständig Erwerbstätige auf ihr gesamtes Guthaben aus der Abfertigung Neu zugreifen und daraus eine lebenslange, steuerfreie Zusatzpension generieren. Für unsere Pensionskassen-Kund:innen eignet sich das 1.000 Euro Prämienmodell. Dabei werden Eigenbeiträge mit einer staatlichen Prämie von 4,25 % gefördert. Für Mütter in Teilzeitbeschäftigung oder in Karenz ist es von großer Bedeutung, sich mit dem Thema „Pensionssplitting“ zu beschäftigen.
Zurzeit wird auf politischer Ebene laufend über das Thema Pensionen diskutiert. Welche Reformen wünschen sich Frauen?
Radocha: Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass Frauen die große Bedeutung finanzieller Vorsorge für ihren Ruhestand erkennen. 75 % wünschen sich verpflichtende betriebliche Vorsorgelösungen, was ich für sehr sinnvoll erachte. Eine Zusatzpension aus der zweiten Säule ermöglicht es Frauen, im Alter ein selbstbestimmteres Leben zu führen.









