Wachstum bei Immobilienkrediten

Der Trend zu Fixzinsen setzte sich auch im Vorjahr fort, zeigt eine Untersuchung der Oesterreichischen Nationalbank. Bei der Geldanlage vertrauen die Österreicher vor allem auf Wertpapiere.

2025 haben die Österreicher deutlich mehr Wohnkredite abgeschlossen. Die neu vergebenen Ausleihungen in diesem Segment stiegen von 11 Mrd. Euro (2024) auf insgesamt 17 Mrd. Euro im Vorjahr. „Die Österreicher investieren wieder ganz stark in den Wohnbau oder das Eigenheim“, erklärte OeNB-Vizegouverneurin Edeltraud Stiftinger. Ein Treiber dafür war die Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Ausmaß von 100 Basispunkten. Das führte vor allem bei variabel verzinsten Krediten zu niedrigeren Zinssätzen, zeigt die Untersuchung der OeNB.

Für neue Wohnbaukredite ging der Zinssatz für variable Kredite im Jahresverlauf um knapp 1 Prozentpunkt von 4,14 Prozent Ende 2024 auf durchschnittlich 3,21 Prozent Ende 2025 spürbar zurück, während die Fixzinssätze praktisch unverändert bei 3,42 Prozent (2024: 3,43 Prozent) blieben. Dennoch setzten die österreichischen Haushalte weiterhin auf Sicherheit und nahmen überwiegend fixverzinste Wohnbaukredite neu auf. „Im Wohnbaubereich lag dieser Anteil im Vorjahr bei 86 Prozent“, erklärte die Notenbankerin. 

Das Kreditverhalten der Österreicher habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert, konstatierte Stiftinger. „2020 waren noch zwei Drittel der Kredite variabel verzinst, das Verhältnis hat sich nun umgekehrt.  Heute sind zwei Drittel fixverzinste Kredite“, erläuterte die Vizegouverneurin. Damit nähere sich Österreich zunehmend dem europäischen Schnitt an.

Insgesamt hatten österreichische Haushalte per Jahresultimo 2025 etwa 188 Mrd. Euro an ausstehenden Bankkrediten, wovon mehr als die Hälfte (58 Prozent) fixverzinst war. Auch im Gesamtbestand dominieren mit einem Anteil von rund 70 Prozent die Wohnbaukredite, für die im Vorjahr rund 3,6 Mrd. Euro an Zinsen bezahlt wurden. Dies war deutlich weniger als noch 2024 (4,2 Mrd. Euro). Vor allem Kreditnehmer mit bereits bestehenden variablen Wohnbaukrediten wurden durch die sinkenden Zinssätze spürbar entlastet. Sie zahlten im Vorjahr pro 100.000 Euro Kreditschuld insgesamt rund 3.450 Euro an Kreditzinsen. Das war deutlich weniger als noch im Jahr davor (4.690 Euro), aber weiterhin deutlich mehr als vor der Zinswende (2022: 1.460 Euro).

Bei neuen Unternehmenskrediten war zu erkennen, dass mehr Investitionskredite mit einer Laufzeit von über fünf Jahren abgeschlossen wurden. Ein knappes Drittel bzw. rund 15 Mrd. Euro der 2025 neu vergebenen Kredite an Unternehmen gingen dabei an Firmen im Immobiliensegment.

Verändertes Sparverhalten

Aber nicht nur die Kreditzinsen, auch die Zinssätze auf Spareinlagen gingen zurück. Für neue Festgeldeinlagen lukrierten österreichische Haushalte Ende 2025 noch 1,62 Prozent und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor (2,43 Prozent). Täglich fällige Einlagen auf Sparkonten waren Ende 2025 in Österreich mit durchschnittlich 0,69 Prozent verzinst. „Ein Marktvergleich lohnt sich jedenfalls, da sich die Konditionen mitunter stark unterscheiden“, so Regina Fuchs, Direktorin der OeNB-Hauptabteilung Statistik.

Die gesunkenen Sparzinsen führten im Vorjahr zu einem veränderten Sparverhalten. Während private Haushalte 2023 und 2024 ihr Volumen auf Sparkonten noch um insgesamt 37 Mrd. Euro erhöhten, investierten sie 2025 kaum mehr in neue Spareinlagen (+2 Mrd. Euro) und hielten wieder vermehrt Geldbestände auf ihren Girokonten (+8 Mrd. Euro). Dagegen rückten Veranlagungen in Wertpapiere 2025 stark in den Fokus. Private Haushalte veranlagten zusätzlich rund 7 Mrd. Euro in Investmentfonds und 6 Mrd. Euro in Anleihen. Generell spielte das Thema Nachhaltigkeit für inländische Investoren in den vergangenen Jahren eine immer wichtigere Rolle, was sich im sukzessive erhöhten Bestand an nachhaltigen Anleihen (ESG-Bonds) widerspiegelt, so die OeNB.

AusgabeRZ13-2026

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