CEE Forum 2026: Gute Aussichten für Osteuropa

Beim „CEE Forum 2026“ wurde die Entwicklung der Region unter die Lupe genommen.

Der Ausblick auf die Wirtschaftsregion Zentral- und Osteuropa (CEE) fiel heuer beim „CEE Forum 2026“ in Wien, das von der Raiffeisen Bank International (RBI) unterstützt wird, zuversichtlich aus. Die Region sei weiterhin europäischer Wachstumsführer und bietet sowohl Investoren als auch Unternehmen dynamische Möglichkeiten.

Auch Finanzminister Markus Marterbauer zeigte sich optimistisch: „Die Wirtschaftsentwicklung der Region im vergangenen Jahrzehnt ist eine Erfolgsgeschichte.“ Dabei strich er die enge Verflechtung Österreichs mit dem CEE-Raum hervor: So würden 22 Prozent der österreichischen Ausfuhren in diese Länder gehen, aber auch 21 Prozent der Importe von dort kommen. Österreichs Wirtschaft habe rund 30 Prozent ihrer Auslandsinvestitionen in CEE getätigt. Marterbauer erwartet, dass die steigenden Löhne in den CEE-Ländern den Inlandskonsum stärken werden und dass die Unternehmen durch Innovationen in der Wertschöpfungskette weiter nach vorne kommen. „Damit sollte das Wachstumsmodell der Region mehr exportorientiert und insgesamt nachhaltiger werden“, so der Finanzminister.

Die Wettbewerbsfähigkeit Europas, aber auch der CEE-Region müsse in dem sich ändernden globalen Umfeld erneuert werden. Dabei plädiert Marterbauer dafür, den EU-Binnenmarkt weiter zu stärken und den Fokus auf die europäische Integration zu stärken. Auch das Finanzsystem habe Lehren aus der großen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 gezogen: Regulatorischer Kapitalaufbau, lokale Refinanzierung und ein Bilanzsummenwachstum haben das System insgesamt robuster gemacht. 

Robustes Wachstum

Raiffeisen-Chefökonom Gunter Deuber erwartet, dass die meisten Volkswirtschaften in Mittel- und Südosteuropa heuer voraussichtlich etwas stärker wachsen werden als im Vorjahr. Ein Treiber dafür sollte die stärkere Wachstumsdynamik im Euroraum sein. In Zentraleuropa dürfte der Zuwachs der Wirtschaftsleistung mit durchschnittlich 2,7 Prozent im Jahresvergleich am stärksten ausfallen, wobei das BIP-Plus in Tschechien, Polen und Slowenien deutlich über jenem des Euroraums liegen werde. Etwas schwächer dürfte Südosteuropa mit einem Wachstum von 2,1 Prozent abschneiden. Als Hauptgründe dafür sieht der Ökonom die anhaltenden Unsicherheiten und fiskalischen Einschränkungen in den regionalen Schwergewichten Serbien und Rumänien. Dagegen sollten  Kroatien, Bulgarien und der Westbalkan heuer rund um die 3-Prozent-Marke wachsen. 

„Länder mit glaubwürdiger Politikgestaltung und stabilen fiskalischen Rahmenbedingungen sind am besten positioniert, um von ausgewogenen Investitions- und Konsumwachstumsmustern zu profitieren“, so Deuber. Dagegen sollten Ungarn, Serbien und Rumänien das Jahr 2026 nutzen, um ihre Wirtschaftsdynamik zu verbessern.

Valerie Brunner beim CEE Forum 2026
Valerie Brunner © Sabine Klimpt

Bei den Vorteilen der Region wies RBI-Vorständin Valerie Brunner in einer Diskussion auf die hohe Profitabilität der Banken in der CEE-Region hin. Die Eigenkapitalrendite (RoE) liege dort im Durchschnitt bei rund 17 Prozent  und damit weit über jener in Westeuropa. Insgesamt gesehen sei das Wachstumsmodell der Region durchaus nachhaltig. Es gebe aber auch einige Herausforderungen: So würden nachbarschaftliche Beziehungen zwischen einigen Ländern der Region „nicht gut funktionieren“. Dazu kommen auch politische Unsicherheiten: Die Wahlen in Ungarn und Serbien werden eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung der beiden Länder spielen, ist Brunner überzeugt. Nicht zu vergessen sei der Ukraine-Krieg, der die Region nach wie vor belaste. 

Rainer Schnabl beim CEE Forum 2026
Rainer Schnabl © Sabine Klimpt

Rainer Schnabl, CEO von Raiffeisen Bosnien-Herzegowina und designierter RBI-Vorstand, sieht die Kapitalmärkte in einzelnen Ländern wie Bosnien-Herzegowina noch deutlich unterentwickelt. Einzelne bosnische Unternehmen seien daher erstmals an die internationalen Kapitalmärkte gegangen. Was aber möglich sei, habe Kroatien in den vergangenen Jahren gezeigt. Dort investieren mittlerweile Privatkunden immer mehr in Staatsanleihen, aber auch in andere Kapitalmarktprodukte. 

AusgabeRZ04-2026

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Mehr lesen

Aktuelles

Die Welt der Raiffeisenzeitung

Banner für die Newsletter Anmeldung
Banner: