Die RLB Kärnten errichtet in Klagenfurt ein neues, modernes Gebäude. Der Baustart wurde für das erste Quartal 2026 avisiert. Ist man im Zeitplan?
Manfred Wilhelmer: Ja, wir liegen im Zeitplan. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung ist es entscheidend, die einzelnen Schritte sauber zu strukturieren und konsequent umzusetzen. Uns war von Anfang an wichtig, den Übergang in die Bauphase gut vorzubereiten, damit wir jetzt mit der nötigen Stabilität und Klarheit starten können.
Was konnte bisher schon umgesetzt werden?
Wilhelmer: Mit dem Umzug in die Ausweichquartiere haben wir einen wesentlichen Meilenstein bereits erreicht. Rund 230 Mitarbeiter arbeiten nun an neuen Standorten in der Klagenfurter Innenstadt und Umgebung, gleichzeitig läuft der Bankbetrieb stabil weiter. Unser größter Anspruch war dabei, dass die Beratung und Betreuung für unsere Kunden trotz dieser Veränderungen persönlich und kompetent bleibt. Ich bin mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden, weil wir in einer komplexen Phase Stabilität sowohl für Kunden als auch Mitarbeiter sichergestellt haben. Der Umzug, die Vergaben und die Vorbereitung der Bauphase greifen gut ineinander.
Wie geht es heuer mit den Bauarbeiten weiter?
Wilhelmer: Mit der Baustelleneinrichtung im Mai starten wir in die eigentliche Bauphase. In einem ersten Schritt wird das bestehende Gebäude vollständig zurückgebaut. Insgesamt handelt es sich um sieben Geschoße. Erst nach dem vollständigen Abtragen beginnen die Arbeiten im Untergrund, insbesondere im Bereich der Tiefgarage. Damit schaffen wir die baulichen Voraussetzungen für den Neubau. Anschließend startet der Hochbau. Der Rohbau ist für uns ein zentraler Meilenstein, weil das Projekt damit erstmals sichtbar und erlebbar wird.
Immobilieninvestitionen zählen zu den größten Investments von Unternehmen. Die Investitionssumme wurde mit rund 60 Millionen Euro beziffert. Ist das auch bei der RLB Kärnten der Fall?
Wilhelmer: Ja, der Neubau zählt zu den größten Investitionen der Raiffeisen Landesbank Kärnten. Und genau deshalb ist es eine strategische Entscheidung und wir setzen diese Mittel sehr bewusst ein. Wir investieren nicht in ein Gebäude, sondern in unsere zukünftige Leistungsfähigkeit: in die Qualität unserer Dienstleistungen, in moderne Arbeitsbedingungen und in einen starken Standort für die nächsten Jahrzehnte. Am Ende geht es um zwei Dinge: Erstens, unseren Kunden einen Ort zu bieten, der moderne Beratung ermöglicht, Begegnung fördert und den direkten Austausch unterstützt. Und zweitens, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich unsere Mitarbeiter bestmöglich entfalten und ihre Leistung erbringen können.

Wir leben in Zeiten steigender Preise. Wird sich an der Investitionssumme etwas ändern?
Wilhelmer: Gerade in einem volatilen Umfeld ist es entscheidend, früh Klarheit über Kosten und Preise zu schaffen. Wir haben das Projekt deshalb von Beginn an sehr detailliert und realistisch kalkuliert. Ein konsequentes Kostencontrolling ist dabei eine eigene, zentrale Projektkompetenz. Die Ausschreibungen wurden sorgfältig vorbereitet und die Angebote genau geprüft. Das gibt uns heute die notwendige Sicherheit, die Investition verantwortungsvoll und auf einer belastbaren Grundlage umzusetzen.
Neben dem Neubau des Hauptsitzes ist auch die Errichtung eines Bürogebäudes zur Vermietung geplant. Ist das ein neues Geschäftsfeld für die RLB Kärnten?
Wilhelmer: Mit dem Bürogebäude, das den Namen „DAS FRIEDRICH“ tragen wird, entwickeln wir das Areal bewusst weiter – weg vom Einzelprojekt hin zu einem ganzheitlich gedachten Standort. Klagenfurt als wirtschaftliches Zentrum Kärntens wächst, und der Bedarf an modernen, zentral gelegenen Büroflächen ist klar erkennbar. Genau hier setzen wir an und schaffen ein hochwertiges Angebot für Gewerbetreibende und Firmenkunden. Für uns ist das kein neues Geschäftsfeld, sondern eine logische Erweiterung. Wir verfügen über Erfahrung in der Entwicklung von Immobilienprojekten und setzen diese Kompetenz gezielt ein. Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung in Klagenfurt und stärken gleichzeitig unser Netzwerk zu Unternehmen in der Region.
Gibt es bereits Interesse?
Wilhelmer: Ja, wir führen bereits erste Gespräche. Das Interesse bestätigt uns darin, dass wir mit „DAS FRIEDRICH“ zur richtigen Zeit am richtigen Standort entwickeln. Klagenfurt braucht moderne, hochwertige Büroflächen in zentraler Lage, und genau dieses Bedürfnis greifen wir auf. Wir gehen dieses Thema mit der gleichen Sorgfalt an wie den Neubau des Hauptsitzes.
Wie komplex ist ein Bauprojekt dieser Größenordnung für einen Banker?
Wilhelmer: Ein Projekt dieser Dimension ist sehr vielschichtig. Es geht nicht nur um Zahlen oder Finanzierung, sondern um viele Entscheidungen, die den späteren Alltag prägen. Ein besonderes Aha-Erlebnis war für mich die Interieurplanung. Da beschäftigt man sich plötzlich sehr konkret mit Materialien, Raumaufteilungen oder Aufenthaltsbereichen. Und man merkt schnell, dass genau diese Details darüber entscheiden, wie gut Menschen später arbeiten und zusammenarbeiten können. Darin liegt letztendlich auch der Unterschied zwischen einem Gebäude und einem funktionierenden Arbeitsumfeld.
Wie präsent ist der Neubau des Hauptsitzes in Ihrem beruflichen Alltag?
Wilhelmer: Das Projekt ist ein sehr präsentes Thema in meinem beruflichen Alltag, weil hier viele strategische Fragen zusammenlaufen – von der Ausrichtung unserer Arbeitswelt bis hin zum Erlebnis für unsere Kunden. Ich begleite das Projekt sehr eng und arbeite dabei laufend mit dem Projektteam zusammen. Das ist mir wichtig, weil es sich nicht nur um ein Bauprojekt handelt, sondern um eine zentrale Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung unserer Bank. Wir schaffen mit diesem Gebäude die Rahmenbedingungen dafür, wie wir künftig arbeiten, beraten und als Bank wahrgenommen werden.







