Gut ein Viertel der gesamten österreichischen Gesundheitsausgaben, die im Vorjahr um 3,5 Mrd. auf 61,3 Mrd. Euro oder 11,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) kletterten, wird von privater Seite gestemmt. Dabei setzen die Menschen in Österreich zunehmend auf eine zusätzliche Krankenversicherung als Ergänzung zum staatlichen Gesundheitssystem. Vier von zehn haben bereits eine, berichtet die Versicherungsgruppe Uniqa, die mit einem Anteil von knapp 42,6 Prozent Marktführer in Österreich ist. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand die Merkur Versicherung (19,1 Prozent) und die Wiener Städtische (17,4 Prozent).
„Von den rund 15 Milliarden Euro privater Ausgaben sind 2,3 Milliarden, die an Leistungen von den privaten Krankenversicherungen erbracht werden“, erklärt Uniqa-Vorstand René Knapp. Einen großen Anteil der privaten Ausgaben nehmen Medikamente ein, die Krankenversicherung sei aber eine wichtige Säule. Zudem sei die private Krankenversicherung „ein wichtiger Kooperationspartner des öffentlichen Systems und Teil der Lösung“, um das Zukunftsthema Gesundheit neu zu denken.
Knapp geht davon aus, dass aufgrund der weiterhin steigenden Lebenserwartung – jedes Jahrzehnt steige diese um durchschnittlich zwei Jahre – die Krankenversicherung immer wichtiger werde. Denn: „Mehr Lebensjahre bedeuten nicht mehr gesunde Jahre. Wir werden älter, benötigen mehr medizinische Leistungen und zugleich gibt es immer weniger Menschen im Erwerbsalter, die diese Leistungen finanzieren und erbringen können. Wer die Gesundheitsversorgung von morgen sichern will, muss öffentliche Stärke und private Initiative zusammendenken“, betont der Uniqa-Vorstand.
Der Beitrag der privaten Zusatzversicherung zur Gesundheitsversorgung sei im Alltag konkret sichtbar, betonte Hans Aubauer, Leiter der Group Health Insurance bei Uniqa. Wahlärzte schaffen zusätzliche Termine, Privatkliniken stellen Betten und OP-Kapazitäten bereit und Sonderklassezahlungen stärken die medizinische Expertise in öffentlichen Häusern. „Privat finanzierte Leistungen erweitern die Kapazitäten im Gesundheitswesen und schaffen Spielraum für alle“, strich Aubauer hervor.








