Raiffeisen eröffnet Filiale im Wiener Althan Quartier

Mit einer neuen Filiale im Althan Quartier kehrt die Raiffeisen Stadtbank Wien in den 9. Bezirk zurück. Der Standort am Franz-Josefs-Bahnhof soll die hohe Frequenz des neuen Stadtquartiers nutzen und persönliche Beratung mit digitalen Angeboten verbinden.

Mit sieben Pizzen stellte sich eines der benachbarten Lokale beim neuen Team ein. Die Begrüßung blieb nicht ohne geschäftliche Folgen: Der Inhaber kündigte an, sein Privatkonto zur Raiffeisen Stadtbank Wien zu verlegen. Für Filialleiter Maximilian Demic ist die Anekdote aus der Eröffnungswoche ein Beispiel dafür, was er sich vom Standort im Althan Quartier verspricht: Sichtbarkeit, persönliche Kontakte und kurze Wege.

Seit 14. September ist die neue Bankstelle am Julius-Tandler-Platz in Betrieb, wenige Tage später wurde sie im Beisein zahlreicher Gäste auch feierlich eröffnet. Mit dem Standort kehrt die Stadtbank nach mehreren Jahren in den neunten Wiener Gemeindebezirk zurück. Die frühere Filiale in der Porzellangasse war 2018 geschlossen und in den Standort Muthgasse integriert worden. Seither mussten Kunden aus dem Alsergrund für persönliche Bankgeschäfte in andere Bezirke ausweichen. Dass nun wieder eine Filiale im neunten Bezirk eröffnet wurde, sei vor allem von den bezirksansässigen Kunden positiv aufgenommen worden, berichtet Demic.

Attraktive Lage

Der Entscheidung für das Althan Quartier ging eine externe Bewertung der bestehenden Standorte und ihrer Lage voraus. Dabei wurde der neunte Bezirk als aussichtsreiches Gebiet für eine Filiale identifiziert. Die Möglichkeit im neu entwickelten Althan Quartier bot sich schließlich als geeignete Lösung an: Der Standort liegt unmittelbar beim modernisierten Franz-Josefs-Bahnhof, entsprechend gut ist die Erreichbarkeit sowohl mit Straßenbahn und U-Bahn, aber auch per Zug oder Auto.

Hinzu kommt das Potenzial des Quartiers selbst. Einerseits sind dort rund 35 Unternehmen mit insgesamt etwa 2.800 Beschäftigten eingemietet, andererseits sind auch zwei Wohnanlagen Teil des im Februar 2025 fertiggestellten Gebäudekomplexes. In direkter Umgebung befinden sich darüber hinaus weitere Geschäfte und Gastronomiebetriebe. Bankgeschäfte sollen sich damit ohne größere zusätzliche Wege in den Arbeits- oder Wohnalltag integrieren lassen. 

Direkt an der verglasten Gebäudefront ist die Raiffeisen-Filiale nicht zu übersehen, weiß Demic: „Bei schönem Wetter verbringen viele Mitarbeiter der benachbarten Unternehmen ihre Pause am Vorplatz. Da sind wir natürlich ein Eyecatcher.“

In der Bankstelle arbeiten einschließlich des Filialleiters acht Mitarbeiter, darunter zwei Lehrlinge. Es ist ein junges Team – bis auf einen älteren Mitarbeiter sind alle unter 35 Jahre alt. Auf rund 200 Quadratmetern befinden sich Kassa, Beratungsräume und die gemeinsam genutzten Arbeitsbereiche. Bei der Gestaltung orientierte man sich am einheitlichen Filialkonzept der Stadtbank. Neben einem modernen, hellen und offenen Erscheinungsbild wurde besonderer Wert auf Diskretion gelegt. So kann etwa der Kassenbereich bei größeren Bargeldbehebungen durch eine Tür von den wartenden Kunden abgeschirmt werden.

Mitte September wurde die neue Bankstelle mit zahlreichen Kunden, Mitarbeitern und hochrangigen Raiffeisen-Vertretern feierlich eröffnet.
Mitte September wurde die neue Bankstelle mit zahlreichen Kunden, Mitarbeitern und hochrangigen Raiffeisen-Vertretern feierlich eröffnet. © Roland Rudolph

Mehr als nur Transaktionen

Inhaltlich deckt die Filiale das klassische Privatkundengeschäft von Girokonto und Sparen über Versicherungen und Veranlagungen bis zu Finanzierungen ab. Ergänzend verweist Demic auf Angebote außerhalb des traditionellen Bankgeschäfts, darunter Kooperationen im Gesundheits- und Energiebereich sowie das Jö-Bonusprogramm.

Die Investition in einen neuen Standort mag angesichts der zunehmenden digitalen Abwicklung von Bankgeschäften zunächst überraschen. Demic sieht die Aufgabe einer Filiale jedoch längst nicht mehr in der bloßen Durchführung einzelner Transaktionen: „Ich glaube, da geht es ganz viel um das Persönliche, um die Beziehungspflege. Der Mensch ist im Mittelpunkt.“

Viele, vor allem junge Kunden, würden ihre alltäglichen Bankgeschäfte selbstständig und digital erledigen. Doch wenn es um größere Finanzfragen wie Finanzierungen, Veranlagungen, die Vorsorge für Kinder oder die Absicherung der Familie geht, bleibe das persönliche Gespräch gefragt. „Die Kunden schätzen es, einen konkreten Ansprechpartner zu haben, anstatt eine Nummer ziehen und jedes Mal einem anderen Mitarbeiter ihr Anliegen schildern zu müssen“, sagt Demic.

Dieser Verbindung aus digitalen Möglichkeiten und persönlicher Betreuung misst angesichts des veränderten Bankenumfelds auch die Stadtbank strategische Bedeutung bei: „Die geopolitische Situation, die konjunkturelle Entwicklung, der technologische Wandel und auch die überbordende Bürokratie sind mit drastischen Herausforderungen verbunden. Entscheidend ist aber, dass wir vor allem die damit verbundenen Möglichkeiten erkennen und mit neuen Strategien auf das veränderte Umfeld reagieren“, betonte Erwin Hameseder, Aufsichtsratsvorsitzender der RLB NÖ-Wien und Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, bei der Eröffnung. Die neue Filiale im Althan Quartier sei ein solcher strategischer Schritt und biete konkrete Antworten auf Transformation und veränderte Kundenbedürfnisse.

Generaldirektor Martin Hauer verwies auf die Kombination unterschiedlicher Zugangswege: „Wir orientieren uns an den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden, setzen auf moderne, digitale Angebote und bieten innovative Lösungen, die über die traditionellen Bankdienstleistungen hinausgehen. Gleichzeitig setzen wir bewusst auf das persönliche Beratungsgespräch in unseren Filialen.“ Für Vorstandsdirektorin Christiane Flehberger symbolisiert der Standort die Nähe von Raiffeisen zu den Menschen: „Das zeichnet uns aus und unterscheidet uns von anderen. Unsere neue Filiale steht exemplarisch für unsere strategische Ausrichtung: Kundennähe und Wachstum.“

Erwin Hameseder, Maximilian Demic, Christiane Flehberger, Thomas Baaz (Bereichsleiter Privatkunden) und Martin Hauer
Erwin Hameseder, Maximilian Demic, Christiane Flehberger, Thomas Baaz (Bereichsleiter Privatkunden) und Martin Hauer © Roland Rudolph

Erste Neukunden gewonnen

Stichwort Wachstum: In der ersten Woche konnte das Team laut Demic bereits 15 neue Kunden gewinnen, überwiegend Studierende. Bei der Ansprache jüngerer Kunden sei das junge Alter des Bankstellenteams ein Vorteil, nichtsdestotrotz müsse sich eine Filialbank mit den günstigen Angeboten reiner Onlineanbieter messen, ist Demic bewusst. Um hier punkten zu können, brauche es attraktive Angebote – als Beispiel nennt Demic ein neues Wertpapierdepot, das für Kunden bis zum 28. Lebensjahr kostenlos angeboten wird.

Neben der Gewinnung neuer Kunden bildet die Kundenzufriedenheit ein wesentliches Ziel. Sie wird unter anderem durch Rückmeldungen nach Beratungsterminen und regelmäßige Befragungen gemessen.

Entscheidend ist für Demic dabei, dass Kunden auch dann einen persönlichen Ansprechpartner erreichen, wenn digitale Angebote an ihre Grenzen stoßen: „Es läuft ja alles, aber was ist, wenn es mal nicht läuft – rede ich dann mit einer KI oder mit einer Person, die mir helfen kann?“

AusgabeRZ39-2026

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