Sektortreffen NÖ-Wien: Gemeinsam Lösungen entwickeln

Beim 32. Sektortreffen von Raiffeisen NÖ-Wien ging es um strategische Weiterentwicklung, neue Partnerschaften und die Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz.

Kennenlernen, Austausch und Netzwerken standen auch beim heurigen Sektortreffen von Raiffeisen Niederösterreich-Wien, das bereits zum 32. Mal stattfand, im Mittelpunkt. Erwin Hameseder, Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, und Martin Hauer, Generaldirektor von Raiffeisen NÖ-Wien, konnten erneut zahlreiche Repräsentanten der Beteiligungsunternehmen, Kooperationspartner und niederösterreichischen Raiffeisenbanken im Raiffeisenhaus am Donaukanal begrüßen. 

Die geopolitischen Veränderungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten stellten auch Raiffeisen vor neue Herausforderungen, betonte der Obmann, für den es das letzte Sektortreffen als Gastgeber war. Nicht nur angesichts der weltweiten Aktivitäten zahlreicher Beteiligungsunternehmen sei es entscheidend, die Widerstandsfähigkeit von Raiffeisen weiter zu stärken. Auch der digitalen Sicherheit und Souveränität komme besondere Bedeutung zu, denn: „Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben“, betonte Hameseder. Diese eröffne zwar große Chancen, berge aber auch komplexe Risiken. Gerade angesichts zunehmender Cyberbedrohungen müssten Banken ihren Kunden Sicherheit und Vertrauen bieten.

Mit den personellen Veränderungen, einer neuen Governance und dem laufenden strukturellen Weiterentwicklungsprozess seien wesentliche Weichen für die Zukunft von Raiffeisen NÖ-Wien gestellt worden, zeigte sich Hameseder zufrieden. Dass wichtige Managementpositionen aus den eigenen Reihen nachbesetzt werden konnten, sei keineswegs selbstverständlich und ein Zeichen der Stärke.

Neue Wege und Partnerschaften

Auch wirtschaftlich sieht Martin Hauer Raiffeisen NÖ-Wien auf einem guten Weg und gut aufgestellt. In allen Geschäftssegmenten liege man bei den Halbjahresergebnissen über dem Vorjahresniveau. Dazu trage die RBI wesentlich bei, aber auch die Entwicklung in den anderen Beteiligungsunternehmen. Sehr erfreulich laufe auch das Bankgeschäft in Wien: Allein heuer konnten rund 12.000 neue Kunden gewonnen werden. Dies zeige, dass trotz des intensiven Wettbewerbs, insbesondere durch Neobanken, das Konzept von Raiffeisen gut ankomme. 

Neben dem stabilen Beteiligungsportfolio setze Raiffeisen NÖ-Wien verstärkt auf neue Kooperationen und innovative Geschäftsmodelle. Im vergangenen Jahr seien zahlreiche Partnerschaften vorangetrieben worden, etwa mit dem jö Bonus Club, der Wise-Plattform für internationale Zahlungen oder dem europäischen Bezahldienst Wero. Entscheidend sei, das bestehende Portfolio als stabiler Partner zu begleiten und gleichzeitig offen für neue Wege und Partnerschaften zu bleiben.

Für Hameseder und Hauer ist gerade in einer zunehmend komplexen Welt das Bündeln von Kräften entscheidend. Der genossenschaftliche Gedanke „bleibt dabei unser Kompass: Vernetzen, Wissen teilen und gemeinsam Zukunft gestalten. Unsere Stärke liegt in der Kundennähe, im Vertrauen unserer Partner und in der Offenheit für Innovation“.

KI braucht Akzeptanz

Wie grundlegend Künstliche Intelligenz bereits heute Geschäftsmodelle verändert, zeigte der deutsche Innovationsexperte und Trendforscher Nick Sohnemann anhand internationaler Beispiele. KI entwickle sich zunehmend zu einer zentralen Infrastruktur für Unternehmen, Geschäftsmodelle verändern sich grundlegend. Gleichzeitig eröffne die KI neue Möglichkeiten in unterschiedlichsten Branchen, etwa in der Medizin oder in der Weltraumforschung.

Für Banken entstehen neue Modelle etwa im Kundenservice über persönliche KI-Agenten. Dabei gehe es nicht allein um technologische Leistungsfähigkeit, sondern auch um die Frage, welche Aufgaben künftig Maschinen übernehmen und wo menschliche Kompetenzen unverzichtbar bleiben. Wesentlich sei in diesem technologischen Wandel aber auch, dass Mitarbeitende offen für neue Anwendungen seien und diese akzeptieren, so Sohnemann.

AusgabeRZ42-2026

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