Burgenländische EEGs als Vorreiter der Energiewende

Die burgenländischen Raiffeisen-Energiegenossenschaften haben die Marke von 14.000 Zählpunkten geknackt.

Die genossenschaftliche Energiewende im Burgenland erreicht eine neue Dimension: Mittlerweile sind mehr als 14.000 Zählpunkte an die Raiffeisen-Energiegenossenschaften angeschlossen. Das Prinzip ist simpel: Erzeuger und Verbraucher organisieren sich gemeinsam, der Strom wird in der Region produziert und gleich vor Ort verteilt. 

Über die mehr als 14.000 Zählpunkte werden derzeit etwa 10 Mio. kWh gemeinsam erzeugter Strom untereinander geteilt – zu fairen Preisen, ohne monatliche Grundgebühr, ohne Kosten für Zählpunkte und ohne Begrenzung der Einspeisemenge. Das entspricht etwa der Strommenge für 2.500 Haushalte. Für Mitglieder bedeutet das Ersparnisse von bis zu 35 Prozent gegenüber einem klassischen Energieversorger.

Bundesweites Erfolgsmodell

Die Energiegenossenschaften von Raiffeisen Burgenland wurden 2022 gegründet und seither zu einem flächendeckenden Netzwerk ausgebaut. Die Energie stammt vorwiegend aus Photovoltaikanlagen, ergänzt durch Wasser- und Windkraft. Nach dem burgenländischen Modell wurden mittlerweile österreichweit mehr als 200 Energiegenossenschaften mit rund 52.000 Teilnehmern gegründet, die insgesamt über 100 Mio. kWh Strom im Jahr handeln. 

„Was bei uns im Burgenland als Idee begonnen hat, ist heute ein Erfolgsmodell für ganz Österreich. Über 200 Genossenschaften zeigen, dass die Energiewende von unten gelingt – getragen von Menschen, Betrieben und Gemeinden, die gemeinsam etwas bewegen wollen. Unser Ziel ist einfach: leistbare, saubere Energie aus der Region für die Region, von der die Menschen vor Ort direkt profitieren“, betont Eva Fugger, Generaldirektor-Stellvertreterin von Raiffeisen Burgenland.

Gemeinden als Vorreiter

Ein Treiber der Entwicklung ist auch die öffentliche Hand, bereits jede vierte burgenländische Gemeinde ist Mitglied einer Energiegenossenschaft. Sie entlasten über die Genossenschaft ihr Budget bei der Energieversorgung öffentlicher Gebäude – vom Kindergarten bis zur Straßenbeleuchtung – und nehmen zugleich eine Vorbildrolle beim Klimaschutz ein.

Eisenstadt ist als Landeshauptstadt von Beginn an dabei. „Unser Motto lautet: ‚Wir erzeugen Strom für die Bürger und nicht für die Börse.‘ Städte und Gemeinden übernehmen bei der lokalen Stromproduktion eine zentrale Rolle. Mit den Energiegenossenschaften entsteht echte Bürgerenergie – fair, unabhängig und klimafreundlich“, betont Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner.

AusgabeRZ31-2026

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