E-Commerce: Das Smartphone als Einkaufswagen

Das Online-Shopping ist in allen Altersgruppen vollständig etabliert, zeigt eine Untersuchung von Nexi Austria.

Österreich ist ein hochentwickelter Markt für digitalen Handel – das Online-Shopping ist in allen Altersgruppen vollständig etabliert, zeigt der „Payment Report 2025“ von Nexi Austria. Das Zahlungsverhalten werde von Pragmatismus statt von Experimentierfreude geprägt, heißt es weiter. Neun von zehn Österreichern kaufen online ein, wobei das Smartphone inzwischen das primäre Zugangsgerät sei und der PC nur mehr eine ergänzende Rolle einnehme. So nutzen fast zwei Drittel das Smartphone als Hauptgerät für den Online-Einkauf. Auch im stationären Handel zahlt bereits mehr als jeder Dritte mobil. Besonders deutlich zeigt sich der Trend bei der jüngsten Altersgruppe:
73 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bezahlen im Geschäft mit dem Smartphone. Als wichtigster Treiber gelten Komfort und Geschwindigkeit – das nennen 52,5 Prozent der mobilen Nutzer als Hauptgrund.

Das Smartphone ist dabei längst nicht mehr nur Zahlungsmittel. Es begleitet den gesamten Kaufprozess: Konsumenten recherchieren am Handy, prüfen Lagerbestände im nächsten Geschäft und entscheiden dann, ob sie online kaufen, vor Ort abholen oder direkt im Store bezahlen. „Was online zu sehen ist, beeinflusst damit auch den Kauf im Geschäft. Omnichannel ist damit zur neuen Normalität geworden“, so Nexi.

Gut unterwegs

„Österreich ist beim digitalen Bezahlen klar auf dem richtigen Weg. Kontaktloses Zahlen, Mobile Wallets und Online-Payment sind im Alltag angekommen“, erklärt Damir Leko, Country-General-Manager von Nexi Österreich. Entscheidend sei jetzt, was Kunden wirklich erwarten: einfache Abläufe, schnelle Transaktionen und ein reibungsloses Bezahlerlebnis. Wer Payment konsequent darauf ausrichte, mache den entscheidenden Unterschied, so Leko.

Online und offline wachsen nicht nur im Einkaufsverhalten zusammen, sondern auch in der Payment-Infrastruktur. Für Händler bedeutet das: Wer heute erfolgreich sein will, müsse beide Kanäle konsequent verbinden – mit denselben Zahlungsmethoden, derselben User-Experience und einer konsistenten Customer-Journey, betonen die Autoren der Studie, für die über 2.500 Teilnehmer befragt wurden. 

Während der digitale Handel fest im Alltag verankert ist, bleiben physische Geschäfte zentral für routinemäßigen und lokalen Konsum. Die Online-Ausgaben konzentrieren sich auf greifbare Alltagskategorien wie Mode, Apothekenartikel und Beauty-Produkte. Gleichzeitig werden digitale Dienstleistungen immer öfter Teil des täglichen Finanzmanagements: Zahlungen für Rechnungen und Steuern, Streaming und Versicherungen verdeutlichen den Wandel von diskretionären Käufen hin zu funktionalen, wiederkehrenden Services.

Hohe Abbruchquote 

Allerdings: Zwei von drei österreichischen Online-Käufern verlassen den Warenkorb, bevor sie den Kauf abschließen, geht aus dem Payment Report hervor. „Mit 65 Prozent Warenkorbabbruchquote steht Österreich vor einer der größten Herausforderungen im E-Commerce – und die Ursachen liegen häufig nicht dort, wo Händler sie vermuten“, so Nexi. Der meistgenannte Abbruchgrund sei der Preis inklusive Versandkosten, den 38 Prozent der Befragten anführen. Danach folgen: Kauf vergessen oder zu beschäftigt (17,5 Prozent), bevorzugte Zahlungsmethode nicht verfügbar (17 Prozent) und mangelndes Vertrauen in die Website (10 Prozent).

Besonders aufschlussreich ist die Frage, welche Zahlungsmethode den Abbruch verhindert hätte: E-Wallets (30 Prozent), Rechnung (29 Prozent) und Mobile-Payment-Wallets (27 Prozent) liegen hier vorne. Das zeige, dass Zahlungsvielfalt und Vertrauen direkte Umsatzhebel und nicht nur reine Komfortfaktoren seien, hieß es. „Der größte Umsatzverlust entsteht immer dann, wenn der Bezahlprozess nicht reibungslos funktioniert“, resümiert Leko.

AusgabeRZ33-2026

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Mehr lesen

Aktuelles

Die Welt der Raiffeisenzeitung

Banner für die Newsletter Anmeldung
Banner: