„Das Weltmuseum ist ein Museum, das sich nicht mehr vor neuen Diskursen scheut“, sagt Claudia Banz, Direktorin des Weltmuseums Wien. Das Haus möchte sich vom Museum der Repräsentation zum Ort des kulturellen Austauschs und kritischer Diskurse wandeln. Banz sieht das Weltmuseum als Produkt der Kolonialgeschichte und möchte diese daher auch intensiv behandeln. Außerdem dient diese als Impulsgeber für aktuelle Diskussionen.
Der Klimawandel, Migration und kulturelle Identität spielen eine wichtige Rolle bei den Ausstellungen. Die Besonderheit des Museums zeigt sich dadurch, dass Partizipation einen wichtigen Stellenwert in der Institution hat. Es geht darum, mit anderen zu reden, nicht über andere zu sprechen und Kunst weiterzugeben. Die Einladung von Künstlern soll eine neue Perspektive und eine Möglichkeit zum Austausch geben.
Jahresvorschau 2026
2026 steht für das Museum ganz klar die Zukunft sowie die Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte im Fokus. Außerdem kündigt die Direktorin einen sanften Wandel der Dauerausstellung an. Die Ausstellungen in diesem Jahr decken eine große Bandbreite ab.
Die am 1. Februar beginnende Schau „Regeneratives Design: das Weltmuseum als Zukunftslabor“ ist eine Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien. 25 Objekte aus der Sammlung des Weltmuseums werden von Studierenden des Designtheoriekurses „Design Revolution Now!“ neu interpretiert und versuchen, regenerative Designprinzipien daraus abzuleiten. Es geht darum, wie Natur, Tiere und Menschen zusammen Welten hervorbringen und diese miteinander zu vereinen.
Grundlegende Zukunftsfragen
„SUPERFLUX–The Craftocene“ ist der Name der Ausstellung, die am 3. März eröffnet. Das Londoner Designstudio und Zukunftslabor SUPERFLUX zählt zu den einflussreichsten Akteuren im Bereich spekulativen Designs. Die Schau untersucht, wie sich Handwerk, Technologie und ökologische Intelligenz zu neuen Formen des Zusammenlebens verbinden lassen. Ziel der Ausstellung, die im Rahmen der Klima Biennale Wien 2026 stattfindet, ist es, das Engagement des Weltmuseums bezüglich grundlegender Zukunftsfragen sichtbar zu machen.
Ab 3. Juni lädt das Weltmuseum gemeinsam mit der National Asian Culture Center Foundation zu einem Besuch in die Welt der K-Toons ein. K-Toons haben ihren Ursprung in der koreanischen Comic-Kunst. Im Mittelpunkt stehen der bekannte Comiczeichner Hur Young-man und das Studio Chugong. „Korea ist eine kulturelle Großmacht“, meint Jonathan Fine, Generaldirektor des KHM-Museumsverbandes, und lädt die Besucher dazu ein, durch die Bilder zu scrollen – zwischen Tradition, Innovation und Zukunft.
Von Krieg bis Wegwerfkultur
In der Ausstellung „Raining Blood – Fotografie und Waffenhandel“ geht es um Krieg, Handel mit Feuerwaffen und koloniale Macht. Historische Fotografien und Objekte aus den eigenen Sammlungen machen gemeinsam mit zeitgenössischen Kunstwerken deutlich und sichtbar, wie Waffen zugleich Symbole von Macht, Angst und Widerstand sind.
Nabukenya Allen, eine Künstlerin aus Uganda, bespielt im Rahmen der Reihe WMW Contemporary den Theseustempel im Wiener Volksgarten. Die Installation „Kiteezi“ thematisiert das Problem der Abfallentsorgung in Afrika und soll dazu anregen, die Wegwerfkultur unserer Zeit zu überdenken.
Das Weltmuseum will mit Veranstaltungen einen Raum für kritische Auseinandersetzung und Austausch schaffen. Geplant sind für 2026 folgende Begegnungen: „Inside WMW“, ein Projekt, das die Forschung vorstellt, „Perspektiven im Dialog“, eine Möglichkeit zum Austausch mit Experten, „Bücher & Geschichten“ und „Global Sounds“.
Klara Rosenauer ist 13 Jahre alt und hat den Artikel im Rahmen ihrer berufspraktischen Tage verfasst.









