2025 war das Jahr der Planänderungen. Im September gab Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler bekannt, dass der Ausbau des Domquartiers angesichts der angespannten Finanzlage des Landes erst einmal auf Eis liegt. Angedacht war, das Domgrabungsmuseum zum Archäologiemuseum auszubauen und das Grabungsgelände über ein neues Besucherzentrum barrierefrei erreichbar zu machen. Damit wäre der letzte Baustein des Salzburger Kulturbautenplans realisiert worden.
Die Bauarbeiten sollten ursprünglich Anfang 2026 starten und bis 2028 dauern. Mehr als 30 Millionen Euro waren dafür veranschlagt – zu viel für das defizitäre Haushaltsbudget des Landes. Nun werden ausschließlich dringend notwendige Arbeiten, wie die Klimatisierung der Räume, umgesetzt und die Residenzgalerie bleibt nur von April 2026 bis Herbst 2027 geschlossen.
„Ich kann nicht Kaffeesatzlesen, wie sich die Finanzlage des Landes entwickelt.“
Andrea Stockhammer
Die Prunkräume bleiben währenddessen zugänglich, die Kosten der Maßnahmen belaufen sich auf neun Millionen Euro. „Ich bin eine gelernte Optimistin“, sagte Domquartier-Direktorin Andrea Stockhammer auf die Frage, ob sie in Zukunft noch mit der Umsetzung des großen Projekts rechne. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich kann aber nicht Kaffeesatzlesen, wie sich die Finanzlage des Landes entwickelt.“
Bestseller bis April
Die Verantwortlichen des Museumskomplexes versuchen nun, unter den gegebenen Umständen das Beste daraus zu machen. „In Reaktion auf die Planänderung zeigt die Residenzgalerie Salzburg in den letzten Monaten vor ihrer Schließung Ende April noch einmal die Pracht ihrer Bestände. Unter dem Titel ‚Bestseller. Publikumslieblinge‘ sind die beliebtesten Gemälde der Sammlung zu sehen“, sagte Andrea Stockhammer bei der Vorstellung des Programms 2026. Die Ausstellung zeigt Favoriten, die anhand digitaler Zugriffszahlen und Merchandising-Verkäufen wie Kunstpostkarten ermittelt wurden. Das beliebteste Werk ist ein florales Stillleben.
Trotz Rückgang zufrieden
Rückenwind gibt auch das erfolgreiche Vorjahr. Mit 134.418 Besuchern verzeichnete man zwar im Vergleich zum Jubiläumsjahr 2024 einen Rückgang von 7,4 Prozent – Stockhammer zeigte sich trotzdem sehr zufrieden mit der Entwicklung. Denn gegenüber 2023 liegt das Domquartier weiterhin deutlich im Plus mit 12,2 Prozent mehr Besuchern. Die neu etablierte Konzertreihe „Date with Mozart“ in den Prunkräumen der Residenz zu Salzburg habe sich als Publikumserfolg erwiesen, 5.516 Besucher wurden gezählt.
Spannende Erkenntnisse
Im Dommuseum stehen heuer zwei Sonderausstellungen im Fokus. Anlässlich des 800. Todestags von Franz von Assisi wird in Kooperation mit der Fachstelle Franziskanische Forschung in Münster ab dem 24. Mai die Ausstellung „LebensKunst – 800 Jahre Franz von Assisi“ gezeigt. Das Leben des Ordensgründers und sein Nachwirken werden dabei in den Mittelpunkt gestellt. Ausgehend von den wichtigen Stationen von Franziskus, widmet sich die Ausstellung der Frage, wie sein Vermächtnis über die Jahrhunderte gelebt und interpretiert wurde.
Weiter geht es im Dezember mit einer Ausstellung über das Rupertuskreuz, es ist der älteste und bedeutendste Kunstschatz des Dommuseums. Das Kreuz ist eine Dauerleihgabe der Pfarrkirche Bischofshofen. Da zur Entstehung keine gesicherten Daten überliefert sind, war die Wissenschaft bislang auf Vermutungen angewiesen. Nach Abschluss von Forschungsarbeiten wird das Kreuz zusammen mit neuen Ergebnissen präsentiert. „Man hat bereits jetzt schon spannende Erkenntnisse“, berichtet die Domquartier-Direktorin Stockhammer über den Verlauf der Arbeiten.

Neue Projekte
Das Domquartier probiert sich auch an neuen Projekten. Neben Zusammenarbeiten mit den Salzburger Festspielen und „Jazz and the City“ stehen Angebote wie Yogakurse zur Musik von Mozart und ein DJEvent auf dem Programm. „Da trifft Mozarts musikalisches Erbe auf zeitgenössische Clubkultur“, so Stockhammer. Im Mozart-Jubiläumsjahr anlässlich seines 270. Geburtstags sind zudem mehrere „Date with Mozart“-Spezialausgaben geplant, unter anderem eine Vorstellung zum Weltfrauentag am 8. März und am 14. Juni ein Kinderformat zu Mozarts Schwester Maria Anna, genannt Nannerl.









