„Lassen Sie uns heute beginnen!“

Keynote-Speaker Garlich van Essen ermutigt im Rahmen der RWA Seed Innovation Days zu einem stärkeren Dialog mit der kritischen Öffentlichkeit.

Garlich van Essen konstatiert eine „Angst vor Veränderungen“. Initiativen wie die Seed Innovation Challenge liefern gute Gegenargumente.
Garlich van Essen konstatiert eine „Angst vor Veränderungen“. © RWA/Balber Initiativen wie die Seed Innovation Challenge liefern gute Gegenargumente.

Historisch betrachtet, sei die Landwirtschaft ja eine Erfolgsstory. „Sie hat die Industrialisierung und die Modernisierung unserer Gesellschaft ermöglicht“, erklärte Garlich van Essen, Secretary-General von Euroseeds, in seiner Keynote im Rahmen der RWA Seed Innovation Days. „Die Landwirtschaft entwickelte sich zum Stabilisierungsfaktor, da wir in der Geschichte in der Lage waren, trotz aller Veränderungen die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Aber wenn etwas über einen langen Zeitraum automatisch passiert, wird es irgendwann für selbstverständlich genommen.“ Die Folge sei, dass wir „für große Teile der Gesellschaft weniger sichtbar geworden sind“, so van Essen.

Mit zum Beispiel dem Auftreten der Tierseuche BSE hätten die Menschen, insbesondere in Europa, darüber hinaus begonnen, der Landwirtschaft zu misstrauen. Damit sei jedoch auch eine „Angst vor Veränderungen“ einhergegangen, die es erschwere, Innovationen zu ermöglichen und die Zukunft der Landwirtschaft aktiv zu gestalten. Initiativen wie die Seed Innovation Challenge seien die besten Beispiele dafür, wie dies erfolgreich gelingen kann. 

Nötig sei es aber auch, über diese Positivbeispiele, über innovative Weiterentwicklungen und Ideen zu sprechen, vor allem im Dialog mit der kritischen Öffentlichkeit. „Der Begriff Public Affairs kommt nicht von ungefähr“, so van Essen, man solle sinnbildlich eine kommunikative Affäre mit der Öffentlichkeit beginnen. „Wir müssen erklären, was wir tun und wie sich unser Tun nicht nur für uns selbst, sondern auch für die Gesellschaft positiv auswirkt.“

Eine bessere Kommunikation erfordere jedoch eine Professionalisierung sowie die Erhöhung von PR-Budgets. Auch dürfe man nicht davor zurückschrecken, den Dialog mit den Menschen via Social Media zu suchen. „Wir können nach wie vor sehr gute und positive Geschichten erzählen. Aber das passiert nicht von allein, man muss etwas dafür tun. Lassen Sie uns noch heute damit beginnen“, endete van Essen mit einem Appell.

Dieser wurde von den Teilnehmern der anschließenden Diskussionsrunde dankbar aufgenommen. „Wenn du deine eigene Story nicht erzählst, macht das jemand anderer für dich. Und das wird nicht jene Story sein, die die Leute deiner Meinung nach hören sollten“, betonte Shawn Brook von der Seed World Group.