Große Namen und junge Künstler im Museum der Moderne

Das Salzburger Museum der Moderne zeigt 2026 spannende Künstler der Gegenwart sowie bekannte Malergrößen des 20. Jahrhunderts.

Georg Baselitz eröffnet den Ausstellungsreigen des Salzburger Museums der Moderne. Der international renommierte Künstler und Wahl-Salzburger feiert 2026 seinen 88. Geburtstag. Aus diesem Anlass widmet ihm das Museum gleich zwei Ausstellungen an seinen beiden Standorten – Mönchsberg und Rupertinum. Sie schlagen den Bogen von Baselitz’ frühen kleinformatigen Zeichnungen bis hin zu seinem monumentalen Spätwerk. Die Werke reflektieren Themen wie Alter, Schwäche und Vergänglichkeit – und nicht zuletzt auch die eigene Biografie des Künstlers und die seiner Frau Elke. 

Ein Gesamtkonzept

Ihre erste große Retrospektive in Österreich erhält die französische Künstlerin Charlotte Perriand ab Mai am Mönchsberg. Die Französin zählt heute zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der Architektur- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts. Zehn Jahre hat die Künstlerin im Studio von Le Corbusier verbracht, wo sie für zahlreiche Möbel- und Interior-Projekte verantwortlich war, darunter die weltberühmte Chaiselongue. ­Typisch für ihre Arbeiten war immer die ­Verbindung von Architektur, Design und Fotografie zu einem umfassenden Gestaltungskonzept. Zu sehen sein wird auch Perriands legendäres Biwak, das von Studierenden der TU München im Rahmen eines Forschungsprojektes rekonstruiert worden ist. 

Das Biwak von Charlotte Perriand ist in Salzburg als Rekonstruktion zu sehen. © Archives Charlotte Perriand

Mit Georgia Gardner Gray zeigt das Rupertinum ab Juli eine der spannendsten jungen Malerinnen unserer Zeit. Sie lebt und arbeitet in New York und auf Mallorca und ist für ihre figurative Malerei und Theaterperformances bekannt. Dabei lässt sich die Künstlerin von Popkultur, europäischer Moderne und dem Theater des Absurden inspirieren und lenkt den Blick des Betrachters mit ihren Alltagsszenen auf die Merkwürdigkeiten der Gegenwart. Für ihre erste museale Einzelausstellung entwickelte Gray neue Arbeiten, in denen Wahrheiten und Realitäten aufeinanderprallen. 

Große Retrospektiven

Mit „Stano Filko. 12 Chakras of Becoming“ widmet das Museum der Moderne dem 2015 verstorbenen Künstler eine umfassende Retrospektive. Filko war einer der visionärsten und radikalsten Figuren der mitteleuropäischen Neo-Avantgarde. Mit seiner progressiven künstlerischen Praxis erlangte er schon früh internationale Anerkennung.

Das Leitprinzip seines gesamten Werkes, bekannt als „System SF“ (Stano Filko), entwickelte der in der Slowakei geborene Künstler in den 1990er-Jahren – es ist ein Ordnungssystem, in dem Farben, Chakras sowie existenzielle und spirituelle Kategorien miteinander verwoben sind.

Kokoschkas Entwicklung

Ab Oktober steht Oskar Kokoschka im Mittelpunkt. „Kokoschkas Hintergründe“ stellt eine kleine Auswahl früher Gemälde den Werken ab den späten 1930er-Jahren gegenüber und möchte damit die Entwicklung des österreichischen Künstlers nachzeichnen. In seinem Frühwerk legte Kokoschka besonderes Augenmerk auf die Hintergründe seiner Bilder, die er meist als fließend ineinander übergehende Flächen gestaltete – sie sollten den Porträtierten betonen und ihn gleichzeitig wie eine sichtbar gewordene Aura umgeben. Später setzte er erzählerische Attribute in den Hintergrund, der damit zum wichtigen Inhaltsträger wurde.

Um die Stadt Salzburg bzw. Künstler mit Salzburgbezug dreht sich alles in der Ausstellung „Neugier im Fluss: Salzburger Kunst zwischen Aufbruch und Erinnerung“. Zu sehen ab 2. Oktober am Mönchsberg.

AusgabeRZ07-2026

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