Olympia 2026: Das Maß der Ringe

Am 6. Februar werden die Olympischen Winterspiele 2026 eröffnet. Die Sportwelt erwartet in Norditalien ein Event der Extraklasse, bei dem österreichische Athleten ihre derzeit starke Form in Medaillen ummünzen können. Raiffeisen ist als ÖOC-Partner mit dabei.

Wenn Erwartung und Realität als Gegner in den Starthäusern stehen, gehen die Rennen oft knapp aus. Was die Olympischen Winterspiele 2026 angeht, die kommende Woche mit einer großen Auftaktfeier im Mailänder San-Siro-Stadion eröffnet werden, hat die Erwartung schon mal einen formidablen Start hingelegt. Da ist zum Beispiel die an die mehr als 100 rot-weiß-roten Athleten, die vom Österreichischen Olympischen Comité (ÖOC) nach Norditalien entsandt werden. „Wir haben eines der stärksten, wenn nicht das bisher stärkste Olympiateam am Start“, sagt Horst Nussbaumer, seit nicht einmal einem Jahr im Amt befindlicher Präsident des ÖOC. „Wir haben in allen Kategorien, bei denen wir antreten, wirklich hohe Erfolgschancen.“

Wir haben eines der stärksten, wenn nicht das bisher stärkste Olympiateam am Start.

Horst Nussbaumer, ÖOC-Präsident

Ein Satz, der den frischen Wind erahnen lässt, den er und der bereits im Sommer 2024 neu installierte Generalsekretär Florian Gosch seit ihrer Amtsübernahme entfacht haben. Nussbaumer war selbst erfolgreicher Ruderer und nahm an drei Olympischen Spielen (1992, 1996, 2000) teil, kennt also alle Sorgen und Nöte der Sportler aus eigener Erfahrung. „Olympia ist aber mehr als ein Ziel für Spitzensportler. Olympia ist ein gesellschaftliches Momentum. Es kann – und wird – Inspiration für die Breite sein“, sagt der 54-Jährige, der im März vergangenen Jahres Karl Stoss nachfolgte, der den Verband 15 Jahre lang führte.

Umgesetzt werden müssen die starken Worte des Präsidenten freilich von den Sportlern. Und da hat Österreich, das bei den letzten Winterspielen in Peking starke 18 Medaillen (7x Gold, 7x Silber und 4x Bronze) holte, viele heiße Eisen im Feuer. Die Schanzenjäger verfügen über einige Siegspringer wie Jan Hörl oder Stephan Embacher, die bei der Vierschanzen-Tournee rund um den Jahreswechsel die Plätze zwei und drei belegten. Die Skifahrer sind ebenso immer für eine Medaille gut wie die Damen und Herren, die sich auf Rodel oder Skeleton den Eiskanal hinunterstürzen.

Und bei den Snowboardern gibt es in den verschiedensten Disziplinen Medaillenanwärter, unter anderem die von Raiffeisen gesponserten Jakob Dusek (Cross) oder Andreas Prommegger (Parallelslalom). „Ich kann mir gut vorstellen, dass es für uns als Wintersport-Nation wieder sehr erfolgreiche Spiele werden, die Voraussetzungen sind gegeben“, sagt Prommegger in unserer Story auf der folgenden Seite.

Freie Spiele

Es sind aber nicht nur die Erwartungen der rot-weiß-roten Fans an ihre Heroes, mit denen Cortina 2026 konfrontiert ist. Es wird auch erwartet, dass das Event selbst wieder den Geist atmet, für den es seit seiner Erstaustragung 1924 – mit Ausnahmen – stand. Nämlich dem freier Spiele, bei denen die ganze Welt zusammenkommt und in gegenseitigem Respekt ein gigantisches Sportfest feiert. 2022 war dies allein aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich, 2018 in Pyeongchang sorgte eine mögliche Eskalation des Korea-Konfliktes für Bauchschmerzen, die Spiele von 2014 in Sotschi erwiesen sich im Nachhinein als Propaganda-Instrument und vom russischen Staatsdoping durchzogen.

„Ich freue mich sehr, dass die Spiele wieder in Europa und noch dazu vor unserer Haustür stattfinden“, sagt Jakob Dusek, der als Weltmeister von 2023 und WM-Vierter 2025 zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärter gehört. „Diesmal werden wieder viele Fans an der Strecke dabei sein, der ganze olympische Spirit wird wieder mehr aufleben.“

Einige Neuerungen

Dabei wird es auch einige Neuerungen geben, wenn bei 116 Wettkämpfen (54 für Männer, 50 für Frauen und 12 Mixed-Wettbewerbe) in acht Sportarten (beziehungsweise 16 Disziplinen) um insgesamt 348 Medaillen gekämpft wird. Erstmals ins Programm aufgenommen wurde Skibergsteigen, allerdings nur mit seinen Sprintdisziplinen. Im alpinen Ski wird der Mixed-Teamwettbewerb nach zwei Austragungen (2018 und 2022) wieder gestrichen, beim Skispringen kämpfen die Frauen zum ersten Mal auch von der Großschanze um Medaillen. Und erstmals seit zwölf Jahren unterbricht die amerikanisch-kanadische Eishockeyliga NHL ihre Saison, so dass alle Superstars wie Sidney Crosby (Team Canada / Pittsburgh) oder Leon Draisaitl (Deutschland / Edmonton) nach Italien reisen können.

In die heimischen Wohnzimmer übertragen wird das Event zur Gänze im Free-TV, was in Zeiten wie diesen keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Der ORF hat sich über die European Broadcasting Union (EBU) die Rechte gesichert und wird in ORF1 und ORF Sport+ täglich in Summe 25 Stunden aus Oberitalien berichten. Und steht dabei vor der Herausforderung, sechs Wettkampf-Cluster, die zwischen Antholz in Südtirol und Mailand zum Teil mehrere Hundert Kilometer voneinander entfernt liegen, unter einen Hut zu bringen.

„Die logistische Komplexität dieser Spiele ist einzigartig und wird eine Herausforderung“, sagt Florian Gosch. Bis zu fünf Stunden kann eine Autofahrt von Cortina (Ski alpin Damen) nach Bormio (Ski alpin Herren) dauern, da ist eine gute Planung das Um und Auf. „Wir stellen uns dieser Challenge und werden für unsere Athleten bestmögliche Bedingungen schaffen“, verspricht Gosch.

„Tolle Gelegenheit“ für Raiffeisen

Auch Raiffeisen ist diesmal als Partner des ÖOC dabei und wird beim Austria House in Cortina in Erscheinung treten. Dort treffen sich Sportler, Journalisten, Sponsorenvertreter und geladene Gäste zum Austausch in gediegener Atmosphäre. „Raiffeisen liegt der Wintersport traditionell sehr am Herzen, wir als Zentrale Raiffeisenwerbung sind bemüht, große Partnerschaften mit sichtbaren Events einzugehen – dazu gehört natürlich auch Olympia. Für uns ist das eine tolle Gelegenheit, einen neuen Impuls in unserem Sponsoring zu setzen“, sagt Petra Walter, Geschäftsführerin der Zentralen Raiffeisen Werbung. Ein ausführliches Interview mit ihr zu der neuen Partnerschaft lesen Sie hier.

Die Erwartungen haben also ordentlich vorgelegt, noch ehe die Olympische Flamme am Freitag in einer Woche entzündet wird. Jetzt müssen die Spiele nachziehen und beweisen, dass sie ihnen in der Realität auch gerecht werden und zumindest ein spannendes Rennen liefern können.

AusgabeRZ05-2026

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