Raiffeisen präsentiert ersten Energiebericht

Der erste Energiebericht der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative (RNI) dokumentiert, wie Raiffeisen-Organisationen die regionale Energiewende vorantreiben.

Ein zentraler Pfeiler des weltweiten Klimaschutzes ist die Abkehr von fossilen Brennstoffen. Die Transformation des Energiesystems zählt damit zu den zentralen Zukunftsaufgaben der Gegenwart. Welchen Beitrag die Raiff­eisen-Organisationen dabei leisten, zeigt der neue Energiebericht „Raiffeisen hat Energie“, den die Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative (RNI) erstmals veröffentlicht hat.

Der Bericht gibt auf 37 Seiten einen umfassenden Einblick in die Aktivitäten und Projekte der RNI-Mitglieder im Energiebereich. Das Spektrum reicht vom Ausbau erneuerbarer Energieträger und der Gründung von Energiegenossenschaften über innovative Finanzierungslösungen bis hin zu Mobilitäts- und Infrastrukturprojekten. 

„Die Österreicherinnen und Österreicher nehmen die Energiewende selbst in die Hand. Raiffeisen unterstützt sie dabei. Der Bericht zeigt beeindruckend, wie Raiffeisen gemeinsam mit der Bevölkerung die Energieunabhängigkeit und die regionale Wertschöpfung stärkt“, sagt Johannes Rehulka, Vorsitzender der RNI und Generalsekretär des Österreichischen Raiffeisenverbandes (ÖRV).

Genossenschaften als Treiber

Eine besondere Rolle spielen dabei die Energiegenossenschaften. Mittlerweile gibt es im österreichischen Raiff­eisen-Sektor 612 solcher Genossenschaften. Allein seit 2021 wurden österreichweit 260 Erneuerbare Energiegemeinschaften als Genossenschaften gegründet. Dazu kommen 340 Nah- und Fernwärmegenossenschaften sowie zwölf Biogas- und Wasserkraftgenossenschaften.

Die 340 Biowärmegenossenschaften von Raiffeisen versorgen fast 35.000 österreichische Haushalte mit erneuerbarer Wärme aus Biomasse. Ihr Leitungsnetz erstreckt sich über mehr als 1.700 Kilometer. Das eingesetzte Hackgut stammt überwiegend aus heimischen Wäldern und trägt damit zur regionalen Wertschöpfung bei.

Die genossenschaftliche Organisation ermöglicht es den Mitgliedern, die Energiewende vor Ort mitzugestalten und stärkt so die regionale Verankerung und Wertschöpfung. Als Eigentümer ihrer Genossenschaften können sie Energieprojekte gemeinsam umsetzen und den erzeugten Strom vor Ort teilen. Erwirtschaftete Gewinne werden in den Regionen reinvestiert und Arbeitsplätze vor Ort geschaffen.

Große Bandbreite

Darüber hinaus bündelt der Bericht erstmals österreichweite Daten und Fakten zu den Energieaktivitäten der RNI-Mitglieder: So sind auf den Dächern und Betriebsstätten der RNI-Mitglieder Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 10.000 Kilowattpeak (kWp) installiert. Das entspricht laut RNI etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 2.500 Einfamilienhaushalten.

Auch bei der Elektromobilität zeigt sich eine deutliche Entwicklung: Die Anzahl der E-Autos bei den RNI-Mitgliedern hat sich von 2021 bis 2025 ungefähr verzehnfacht.

Die Beispiele verdeutlichen für RNI-Geschäftsführer Robert Pichler, wie breit das Engagement der Raiffeisen-Organisationen bei der Transformation des Energiesystems aufgestellt ist: „Besonders beeindruckend ist die Bandbreite der Projekte – von innovativen Energielösungen und Energieeffizienzmaßnahmen über erneuerbare Energieerzeugung bis hin zu Energiegemeinschaften.“

Gemeinsame Bestandsaufnahme

Die Idee zum Energiebericht entstand vor knapp einem Jahr, als der RNI-Vorstand, bestehend aus Johannes Rehulka, Dieter Aigner (Geschäftsführer Raiffeisen KAG) und Ariane Pfleger (Vorstandsdirektorin RLB Steiermark), den Entschluss fasste, die vielfältigen Engagements der Raiffeisen-Organisation im Energiesektor vor den Vorhang zu holen. In drei seit Jänner 2026 durchgeführten Workshops haben Expertinnen und Experten aus den RNI-Mitgliedsunternehmen gemeinsam Daten erhoben, Best-Practice-Projekte identifiziert und fachliche Schwerpunkte herausgearbeitet. Diese Zusammenarbeit machte die Erstellung des Berichts möglich.

Die Erhebungen hätten gezeigt, dass fast ein Drittel aller Genossenschaften in Österreich Raiffeisen-Energiegenossenschaften sind, berichtet Christoph Hammerl aus der Abteilung Wirtschafts-, Agrar- und Europafragen im ÖRV, der das Projekt koordiniert hat. „Dazu zählen insbesondere Energiegemeinschaften und Biowärmegenossenschaften. Das ist eine beachtliche Anzahl und unterstreicht die bedeutende Rolle von Genossenschaften in der regionalen Energieversorgung“, so Hammerl. 

Laut Bericht werden durch die Biowärmegenossenschaften von Raiffeisen jährlich 102 Mio. Liter Öl eingespart. Das entspricht rund 270.000 Tonnen CO2, die bei deren Verbrennung entstehen würden.

AusgabeRZ43-2026

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