RRB Gänserndorf stärkt Resilienz

Die Raiffeisen-Regionalbank Gänserndorf erzielte 2025 das drittbeste Ergebnis in Niederösterreich.

Das Geschäftsjahr 2025 sei durchaus spannend gewesen und wurde mit Investitionen in verschiedensten Facetten begangen, blickte Geschäftsleiter Johannes Jaindl bei der Generalversammlung der Raiffeisen-Regionalbank Gänserndorf zurück. Zum einen habe man intensiv in die Beziehung zu den etwa 37.000 Kunden investiert: Aufbauend auf die Ergebnisse einer Kundenbefragung wurde eine Qualitätsoffensive gestartet und die rund 26.000 geführten Beratungsgespräche bestätigen die gelebte Kundenzentrierung, unterstrich Jaindl. Zum anderen wurden rund 500.000 Euro in Form von Förderungen, Sponsorings und Kooperationen in der Region investiert. Darüber hinaus gingen Investitionen in die Infrastruktur der Regionalbank. Zentral war vor allem die Rundumerneuerung der Bankstelle in Gänserndorf, bei der großteils Betriebe aus der Region beteiligt waren. Die Modernisierung der Standorte in Deutsch-Wagram, Gerasdorf und Angern steht noch bevor.

Besonders erfreulich war das „überdurchschnittlich erfolgreiche“ Ergebnis: Demnach belief sich das Betriebsergebnis auf fast 16 Mio. Euro und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) auf rund 15 Mio. Euro. Damit erreichte die Raiffeisen-Regionalbank Gänserndorf 2025 das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte der Bank und das drittbeste in ganz Niederösterreich, freute sich der Geschäftsleiter. 

Im Jahresvergleich hat sich das Betriebsergebnis um knapp 6 Mio. Euro verringert, was laut Geschäftsleiter Günther Harold vor allem den gesunkenen Zinserträgen zuzuschreiben ist. Die Bilanzsumme konnte um rund 39 Mio. auf 938 Mio. Euro gesteigert werden. Die Kundeneinlagen erreichten 2025 eine Höhe von etwas mehr als 830 Mio. Euro (+ 31 Mio.), die Kredite beliefen sich auf fast 450 Mio. Euro. Mit einer Gesamtkapitalquote von 23,7 Prozent übererfüllt die Raiffeisen-Regionalbank Gänserndorf die gesetzlichen Mindestanforderungen von 12,8 Prozent. 

Das Ergebnis sorge „für die notwendige Resilienz in einer Zeit der permanenten Veränderungen“, sagte Johannes Jaindl und betonte: „Diese 15 Millionen Euro sind für uns kein Ziel, sondern ein Auftrag: Weil wir sie nicht an Aktionäre ausschütten müssen, sondern in unsere Region investieren dürfen.“ 

Gestaltungswille

Der Erfüllung dieses genossenschaftlichen Auftrags widmete sich Obmann Martin Minkowitsch: „Als Genossenschaftsbank gehören wir unseren 16.680 Mitgliedern und für die versuchen wir, die Region mitzugestalten.“ Welche Themen dabei die Region am meisten bewegen, wurde gemeinsam mit Delegierten, Bürgermeistern und weiteren Stakeholdern erarbeitet. Die Themenfelder Ärzte und Gesundheit, Gastronomie und Hotellerie sowie sanfter Tourismus haben sich dabei herauskristallisiert, berichtete Minkowitsch: „Wir wollen Schritt für Schritt diese Liste abarbeiten. Wenn wir zusammenhelfen und Ideen gemeinsam verwirklichen, dann können wir unsere Region vorwärtsbringen.“ Inspiration dafür hat man sich von bereits umgesetzten Projekten in ganz Österreich geholt. Als Beispiel nannte der Obmann das Primärversorgungszentrum Raiffeisen Med-Z in Schärding, das von der örtlichen Raiffeisenbank eröffnet wurde.

Ehrengast Michael Höllerer, Generaldirektor von Raiffeisen NÖ-Wien und künftiger CEO der Raiffeisen Bank International (RBI), gratulierte zum Ergebnis und zur gelebten Kundenzentrierung. Gemeinsam mit den beiden Geschäftsleitern nahm er die Ehrungen langjähriger Mitarbeiter vor: Martina Held und Michaela Schlederer feierten ihr 25-jähriges Dienstjubiläum, Andreas Platt und Gabriele Steyskal ihre 35-jährige Betriebszugehörigkeit.

Beziehungen stärken

Abschließend sprach Michael Höllerer über aktuelle Herausforderungen für den Raiffeisensektor. Künstliche Intelligenz (KI) sei zurzeit ein Thema, mit dem man sich „wirklich intensiv“ auseinandersetzt, weil sich dadurch Prozesse und vor allem Arbeitsabläufe stark verändern. Hier müsse man sich jedenfalls umstellen, da KI den Sektor weiter „massiv begleiten“ wird, prognostizierte Höllerer. Aufgrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen und die daraus resultierende Inflationsdynamik herrsche zurzeit eine „sehr verhaltene Stimmung bei den Investitionen“. Deshalb gelte es als Bank, Resilienz aufzubauen und um etwaige Ausfälle – insbesondere, wenn die Zinsen wieder steigen – wieder abzufedern. Ein Dauerthema bei Raiffeisen ist die Situation der RBI in Russland. Hier versicherte Höllerer, weiter zu versuchen, „möglichst bald dort rauszugehen“. 

Geht es um die Weiterentwicklung des Raiff­eisen-Geschäftsmodells, nannte Höllerer Innovation als Schlüssel zum Erfolg. Ziel soll es sein, eine Beziehung zu den Kunden aufzubauen und diese nachhaltig zu stärken. Die Begleitung der Kunden müsse über das Finanzielle hinausgehen. Raiffeisen NÖ-Wien setze hier verstärkt auf Kooperationen in den Bereichen Gesundheit und Pflege wie zum Beispiel mit Biogena oder Mavie. Auch die Zusammenarbeit mit dem Jö-Bonusclub der Rewe Gruppe dient der Festigung der Kundenbeziehung. „Man muss sich einfach weiterentwickeln, gemeinsam mit den Bedürfnissen der Menschen in der Region“, bestätigte Höllerer. 

AusgabeRZ23-2026

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