AgriPV im Einsatz

Die RWA Solar Solutions nimmt ihr Pilotprojekt, das „Öko-Solar-Biotop Pöchlarn“, in Betrieb.

Ansicht der neuen Anlage in Pöchlarn.
Auf einer Fläche von fünf Hektar wurde eine PV-Anlage mit rund 10.000 Solarpaneelen errichtet. (c) RZ/Alexander Blach

Die RWA Solar Solutions, ein Tochterunternehmen der Raiffeisen Ware Austria (RWA), spezialisiert auf die Errichtung von Photovoltaik-Großanlagen für Gewerbe- und Industriekunden, hat kürzlich am Gelände der Garant Tiernahrung in Pöchlarn ein einzigartiges Pilotprojekt realisiert. Auf einer Fläche von fünf Hektar wurde eine PV-Anlage mit rund 10.000 Solarpaneelen errichtet, die mit Biodiversitätsflächen kombiniert wurde. Die Anlage hat eine Leistung von 4,1 MWp, damit lässt sich rund die Hälfte des Verbrauchs der Garant abdecken. 

Ziel des Projekts ist es, zu zeigen, dass eine PV-Anlage auch im Sinne des Naturschutzes, ohne Böden zu versiegeln und mit landwirtschaftlicher Doppelnutzung funktionieren kann, fasst RWA-Generaldirektor Reinhard Wolf die Idee des Projekts zusammen. Das Öko-Solar-Biotop Pöchlarn gliedert sich in zwei Bereiche. Auf 90 Prozent der Fläche stehen Paneele mit Südausrichtung und fixer Neigung. Durch die besondere Montageart mittels Rammprofilen kann das Regenwasser zwischen den PV-Modulen durchfließen und damit die Bodenversiegelung vermieden werden. Zudem ist die Anlage dadurch auch zu 100 Prozent rückbaubar. 

Der Boden unter den Paneelen wurde mit einer artenreichen Saatgutmischung begrünt, für die Mahd sorgen 32 Schafe. Weiters umrandet eine Biodiversitätshecke die Anlage, dadurch soll Lebensraum für Insekten, Vögel, Schmetterlinge, Amphibien und Kleinsäuger geschaffen werden. Diese Biodiversitätsfläche wird von der Universität für Bodenkultur (Boku) wissenschaftlich über die nächsten Jahre hinweg evaluiert. 

Gerhard Karner, Stephan Pernkopf, Leonore Gewessler und Reinhard Wolf pflanzen einen Apfelbaum unter der Photovoltaik-Anlage..
Zweiter NÖ-Landtagspräsident Gerhard Karner, Stephan Pernkopf, Leonore Gewessler und Reinhard Wolf pflanzen einen Apfelbaum unter den „Powerkulturen“. (c) Imre Antal

Auf der restlichen Fläche werden drei verschiedene Modelle der Agrar-Photovoltaik (AgriPV) getestet: Das Modell „Wanderfrucht“ mit drehbaren Paneelen für eine optimale Bearbeitung mit Traktoren, „Südernte“ für die Nutzung mit Mähdrescher und „Powerkultur“ für Obstbäume und Sträucher. Die Kulturen und der Boden werden dabei von den Paneelen vor Wettereinflüssen wie übermäßiger Sonneneinstrahlung, Starkregen und Hagel geschützt. Diese Flächen werden wissenschaftlich vom Francisco Josephinum Wieselburg betreut. 

„Die Energiewende ist ein zentraler Bestandteil für unsere klimafreundliche Zukunft. Dafür brauchen wir auch kreative Ansätze, die diese beschleunigen, gleichzeitig unsere Natur und damit unser Klima schützen“, betont Klimaschutzministerin Leonore Gewessler bei der Präsentation des Öko-Solar-Biotops Pöchlarn. Die Möglichkeit, sauber Energie zu erzeugen, verbunden mit landwirtschaftlicher Produktion, sorgfältigem Bodenschutz und dem Erhalt von Artenvielfalt und Biodiversität, sei „gerade in dieser Größe einzigartig in Österreich“, unterstreicht Gewessler und hofft, „dass dieses Projekt viele Nachahmer findet“.

Auch NÖ-Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf zeigte sich beeindruckt von dem Vorzeigeprojekt: „Das Öko-Solar-Biotop verbindet Naturschutz und Energieerzeugung – und zeigt damit eindrucksvoll, dass Ökologie und Ökonomie nicht im Widerspruch stehen. Solche Projekte unterstützen die Energiewende in Niederösterreich und bringen auch mehr Klimaschutz in unser Heimatland.“