Winterfest: Zirkuskunst aus aller Welt in Salzburg

Das Winterfest präsentiert 2026 sieben Zirkuscompagnien aus vier Kontinenten. Auch zwei Solo-Stücke sind dabei.

Die internationale Vielfalt des zeitgenössischen Zirkus zeigt sich selten so eindrucksvoll wie beim diesjährigen Programm des Salzburger Winterfestes. Ensembles aus Japan, Frankreich und Südafrika sowie Solo-Künstler aus Belgien und den USA sind vertreten. „Wir reisen zu neuen Horizonten“, sagte Robert Seguin, der kaufmännische und künstlerische Leiter des Winterfestes. Das Festival stehe für Virtuosität, Lebensfreude, Professionalität und Zusammenhalt.

Mit rund 31.850 Zuschauern auf 34.039 verfügbaren Plätzen erspielte das Winterfest im vergangenen Jahr eine Auslastung von 94 Prozent. Auch für die 26. Ausgabe erhofft man sich eine wirtschaftlich gut laufende Saison. Die Weichen dafür sind gestellt: Insgesamt gibt es vom 25. November bis zum 6. Jänner 75 Vorstellungen an 35 Spieltagen im Volksgarten und im Kulturzentrum ARGEKultur. Es wird sieben Zirkusproduktionen geben, davon fünf Österreich-Premieren. Im winterlichen Volksgarten wird die für das Winterfest typische Zeltlandschaft aufgebaut.

Japanische Tradition und moderne digitale Kunst

Den Anfang macht im November die japanische Compagnie „Cirquework“ mit ihrem Stück „Yoah“, das so viel bedeutet wie „Der Mond im Morgengrauen“. Damit ist erstmals eine Compagnie aus Japan im Volksgarten zu Gast, wo in 19 Aufführungen klassische Zirkusdisziplinen auf digitale Projektionen, Lichtkunst und elektronische Musik treffen.

„Japanische Tradition wird mit moderner digitaler Kunst verbunden“, sagt Robert Seguin über die Österreich-Premiere. Das Stück erzählt die Geschichte eines jungen Träumers, der sich auf eine Reise durch Dunkelheit, Angst und Unsicherheit begibt. Begleitet von geheimnisvollen Figuren findet er mithilfe von Akrobatik, Musik und Licht seinen Weg. Der Mond dient dabei als Symbol für Orientierung. Am Ende führt die Reise aus der Dunkelheit in Richtung Licht.

Das Stück entstand während der Pandemie, einer Zeit also, die geprägt von Einsamkeit und Isolation war. Ziel des Ensembles ist es deshalb, wieder ein Gefühl der Hoffnung zu vermitteln. Obwohl Cirquework noch eine junge Compagnie ist – sie wurde 2021 gegründet –, hat sie bereits mehrere Auszeichnungen erhalten. 

Zip Zap Circus ist erst die zweite afrikanische Compagnie, die beim Winterfest auftritt.
Zip Zap Circus ist erst die zweite afrikanische Compagnie, die beim Winterfest auftritt.
©Joseph Banderet

Tanz und Musik aus Afrika

Zum zweiten Mal überhaupt begrüßt das Winterfest eine Compagnie aus Afrika. Mit „Zip Zap Circus“ ist Südafrika sogar erstmalig beim Winterfest vertreten, so Robert Seguin. Das Ensemble spielt das Stück „Moya“, ein Begriff aus dem Zulu, eine der meistgesprochenen Sprachen Südafrikas. Es bedeutet Geist, Luft, Seele und Wind. „Moya“ erzählt die wahre Geschichte eines Jungen, der auf den Straßen Kapstadts aufwächst. Er findet seinen Weg zur Zirkusschule, für ihn der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. 15 Jahre später tourt er durch die Welt und spielt die Hauptrolle seines Lebens.

Das Besondere daran: Diese Reise haben die meisten Mitglieder des Ensembles in ähnlicher Form erlebt. In „Moya“ wird ab dem 17. Dezember im Theaterzelt im Volksgarten Akrobatik mit afrikanischem Tanz und Musik verbunden. Seit über 30 Jahren versteht die Compagnie Kunst als Motor für gesellschaftliche Veränderung.

Ensemble aus Frankreich

Im vergangenen Jubiläumsjahr waren drei der fünf großen Zirkusproduktionen aus Frankreich. Auch wenn Robert Seguin bei der Programmvorstellung mit einem Augenzwinkern betont, sich diesmal gegen eine Compagnie aus Frankreich ausgesprochen zu haben – er selbst ist Franzose –, hat sich mit „Rasposo“ doch ein Ensemble aus Frankreich ins diesjährige Programm geschlichen.

Das Stück „Hourvari“ wurde 2024 uraufgeführt, ist die neueste Kreation der Compagnie und wird ab dem 17. Dezember in 14 Aufführungen erstmals in Österreich gespielt. Der Begriff „Hourvari“ bedeutet Chaos und Verwirrung, in der Inszenierung verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Rasposo zählt seit fast vier Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen des zeitgenössischen Zirkus, so Seguin. 

Jonglage und Musik

Zudem wird es auch zwei Solo-Stücke beim diesjährigen Winterfest geben. Pepijn Ronaldo aus Belgien wird mit seinem Programm „Solo“ die Bühne allein bespielen. Er übernimmt dabei sogar Musik, Licht, Bühnenbild und Dramaturgie. „Wir haben großes Vertrauen in ihn“, sagte Robert Seguin. Pepijn Ronaldo stammt aus einer Zirkusfamilie und stand bereits im Alter von neun Jahren auf den Bühnen Europas und Neuseelands. Seine Performance verbindet zeitgenössischen Zirkus mit beeindruckender Balancekunst und körperlicher Ausdruckskraft. Was 2022 beim Winterfest als Duett mit seinem Vater Danny Ronaldo begann, führt Pepijn Ronaldo nun mit einem eigenen Stück ab dem 4. Dezember weiter. 

Das zweite Soloprogramm bestreitet Wes Peden aus den USA, der ab dem 22. Dezember mit „Rollercoaster“ hochmoderne Jonglage auf die Bühne bringt. Die Jonglage wird dabei zur Achterbahn-Fahrt: Es geht um Geschwindigkeit, Beschleunigung, Loopings und den kurzen Moment der Schwerelosigkeit. Wes Peden jongliert seit seinem fünften Geburtstag und gilt als einer der weltbesten Jongleure.

Ticketpreise nicht erhöht

Eine Bühne bekommt auch die Salzburger Zirkusszene: Vitus Denifl, Nis Fee Brender und die Compagnie Gaïus zeigen ihre Arbeiten in Doppelvorstellungen in der ARGEKultur.

Insgesamt stehen rund 30.000 Karten zur Verfügung. „Wir haben die Ticketpreise für dieses Jahr nicht erhöht“, betont Seguin. Das Budget des Winterfestes beträgt heuer zwei Millionen Euro. Und Seguin sagt: „Es ist eine Familienveranstaltung. Für alle Vorführungen im Volksgarten gibt es eine Altersempfehlung ab sechs Jahren.“

Raiffeisen Salzburg ist einer der Hauptsponsoren des Winterfestes. Für Raiffeisen-Kunden gibt es ermäßigte Tickets.

AusgabeRZ41-2026

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Mehr lesen

Aktuelles

Die Welt der Raiffeisenzeitung

Banner für die Newsletter Anmeldung
Banner: