Agrana rechnet mit Erholung

Nach einem harten Jahr mit Verlusten in Höhe von 35,6 Mio. Euro rechnet Agrana-CEO Stephan Büttner heuer mit einer Erholung. Vor allem der Fruchtbereich entwickelt sich gut.

Der börsenotierte Nahrungsmittel- und Industriekonzern Agrana sieht sich nach einem schwierigen Jahr geprägt von Unsicherheit, intensivem Wettbewerb und volatilen Rohstoffmärkten im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 wieder auf Kurs. Trotz eines herausfordernden Umfeldes sei die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 solide verlaufen, mit einem operativen Ergebnis von 81,2 Mio. Euro (Vorjahr: 76,5 Mio. Euro) und einem Umsatz von 3,2 Mrd. Euro (minus 7,9 Prozent). 

Aufgrund weiterer Sondereffekte nach Restrukturierungsmaßnahmen im Zuckergeschäft – die Agrana-Gruppe hat zwei Werke (Leopoldsdorf im Marchfeld und Hrušovany in Tschechien) geschlossen und musste hohe Abschreibungen in Rumänien und Ungarn verbuchen – wurde 2025/26 ein negatives Konzernergebnis von 35,6 Mio. Euro geschrieben. Das EBIT sank von 40,5 auf 3,2 Mio. Euro. Die Dividende an die Aktionäre wird, wie Mitte April angekündigt, auf 0,35 Euro je Aktie halbiert. 

„Das Zuckergeschäft bleibt operativ schwach, zeigt aber dank Restrukturierungen erste Verbesserungen“, kommentierte Agrana-Chef Stephan Büttner die Entwicklung. Der Geschäftsbereich Food & Beverage Solutions (FBS) entwickle sich „sehr gut“ und stabilisiere das Konzern-EBIT. Im Stärke-Bereich setze man die Spezialitäten-Strategie fort, um Margen zu stabilisieren. 

Vager Ausblick

Zum Ausblick blieb Büttner angesichts der schwer einschätzbaren Nahost-Krise vage. Er rechnet aber nach der Erledigung der Hausaufgaben und Kapazitätsanpassungen mit einem EBIT-Abstieg auf 70 bis 90 Mio. Euro. Beim Konzernumsatz wird „von einem leichten Anstieg ausgegangen“, das operative Ergebnis soll „zumindest auf Vorjahresniveau“ bleiben. An der Konzernstrategie „Agrana next level“, die 2026/27 Maßnahmen mit einem nachhaltigen jährlichen Einsparungseffekt von bis zu 110 Mio. Euro vorsieht, werde weiterhin konsequent festgehalten. 

Rund 113 Mio. Euro sollen heuer investiert werden, wobei zwei Drittel in den Bereich Food & Beverage Solutions (FBS) fließen sollen, 18 Prozent in das Stärke-Segment zum Ausbau von Spezialitäten am Standort Gmünd, eine Kapazitätserweiterung in Pischelsdorf und Investitionen in Nachhaltigkeit in Aschach. 11 Prozent der Investitionen sollen für Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Zuckerbereich aufgewendet werden. Auch Zukäufe könnte es mittelfristig wieder geben. 

Der Löwenanteil des Mitarbeiterabbaus sei geschafft, sagte Büttner. Mit Ende des Geschäftsjahres (per 28. Februar 2026) waren  8.407 Mitarbeitende beschäftigt – nach 8.980 im Jahr davor.

Angesichts der hohen Energiepreise bekräftigte Büttner die Forderung nach einer höheren Beimischung von Bioethanol zu Benzin: „E20 statt E10 wäre ein sinnvoller Schritt in Richtung mehr regionale Wertschöpfung und Klimaschutz“. Zudem würde sich die Abhängigkeit von Ölimporten reduzieren. Kritik kam zudem an zollfreien Zuckerimporten aus der Ukraine: „Keiner braucht hier in Europa 100.000 Tonnen Zucker aus der Ukraine. Das sind enorme Zahlen, die der Konzern verdauen muss“, so der Agrana-Chef. 

AusgabeRZ21-2026

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