Uniqa erhöht die Dividende

Die Hauptversammlung blickte auf das starke Jahr 2025 zurück und wählte den designierten RBI-CEO Michael Höllerer in den Aufsichtsrat.

Bei der Hauptversammlung der Versicherungsgruppe Uniqa erhielten die Aktionäre einen umfassenden Ein- und Ausblick des Managements in den Geschäftsbetrieb. „Instabilität wird zunehmend zum Normalzustand. Die Herausforderungen werden in den kommenden Jahren zunehmen und nicht abnehmen“, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Burkhard Gantenbein bei der Eröffnung der Aktionärsversammlung. Dabei richtete er den Fokus vor allem auf die Folgen des Klimawandels, die angespannte geopolitische Lage und den rasanten technologischen Fortschritt, der durch die Künstliche Intelligenz (KI) vorangetrieben wird. Gerade in so einem herausfordernden Umfeld komme der Versicherungswirtschaft eine wichtige Rolle zu, um etwa Risiken kalkulierbar zu machen.

Klimawandel schreitet voran

CEO Andreas Brandstetter strich in seinen Ausführungen hervor, dass „die Gleichzeitigkeit an Unsicherheiten“ eine Belastungsprobe für die Wirtschaftsakteure darstelle. So schreite etwa der Klimawandel, der die Assekuranz langfristig gesehen am stärksten  beschäftigen wird, etwa im Schatten der Geopolitik „lautlos“ voran. Neben den Naturkatastrophen seien die Bereiche Pensionen und Cyber global gesehen drastisch unterversichert. Jedes Jahr gebe es Schätzungen zufolge weltweit Schäden in Höhe von rund 230 Mrd. US-Dollar, zwei Drittel davon seien nicht versichert. Das sei aber kein Thema von wirtschaftlich unterentwickelten Regionen, sondern betreffe auch die USA und Europa, so der Uniqa-CEO. Daher werde man künftig mehr Versicherungslösungen im Sinne von Public-Private-Partnership-Modellen brauchen.

Der Versicherungswirtschaft prognostiziert Brandstetter „goldene Zeiten“. Es gibt keine Industrie, die sich in den letzten Jahren als so resilient erwiesen habe wie die Versicherungen. Uniqa hatte im Vorjahr „ein außergewöhnlich erfolgreiches Geschäftsjahr in geopolitisch herausfordernden Zeiten, geprägt von starkem und profitablem Wachstum in allen Geschäftsbereichen“, teilte die Versicherung mit. 

Bei den Prämien gab es im Vorjahr ein Plus von 8,2 Prozent auf 8,35 Mrd. Euro. Im ersten Quartal 2026 beschleunigte sich der Zuwachs vor allem wegen des Rückversicherungsgeschäfts von Uniqa Re weiter: Die Prämien legten im Jahresabstand um 14,4 Prozent auf knapp 2,8 Mrd. Euro zu. Hintergrund sei, dass 90 Prozent der Prämien aus dem Rückversicherungsgeschäft im ersten Quartal verrechnet werden, so Brandstetter. Bis zum Jahresende rechnet der Uniqa-CEO allerdings mit einer Abflachung des Prämienwachstums. Der Vorsteuergewinn von Uniqa sollte heuer auf 540 bis 570 Mio. Euro steigen. Die Grundlage für die deutliche Ergebnissteigerung bilden die breite Diversifikation des Portfolios sowie die starke Entwicklung in den beiden Kernmärkten Österreich und Zentral- und Osteuropa (CEE). Angesichts der starken Entwicklung beschloss die Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um 20 Prozent im Jahresvergleich auf 0,72 Euro je Aktie. Damit werden insgesamt rund 221 Mio. Euro ausgeschüttet. 

Von den Aktionären wurden auch Änderungen im Aufsichtsrat der Uniqa Insurance Group vorgenommen. Michael Höllerer, derzeitiger Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und Generaldirektor der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien sowie designierter CEO der Raiffeisen Bank International (RBI), übernimmt das Mandat vom scheidenden RBI-CEO Johann Strobl. Und auf Rechtsanwalt Markus Andréewitch folgt Personal- und Unternehmensberater Bernhard Breunlich.

AusgabeRZ24-2026

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