Geht es um Kryptowährungen, setzen die Österreicher vor allem auf spezialisierte Plattformen. Klassische Banken spielen dagegen eine geringe Rolle: Nur rund 3 Prozent der Bevölkerung haben diesen Weg bisher gewählt. Dabei wäre das Interesse vorhanden: 13 Prozent würden hingegen für ein Krypto-Investment ein Depot bei ihrer Hausbank nutzen, wie eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint zeigt.
Bei anderen Zugangswegen ist die Lücke zwischen tatsächlicher Nutzung und grundsätzlicher Bereitschaft kleiner. Knapp 12 Prozent würden über einen Online-Broker investieren, rund 12 Prozent direkt über eine Kryptobörse und gut 9 Prozent über einen Krypto-Broker.
Unter den konkret genutzten Anbietern liegt Bitpanda deutlich vorne. Mehr als vier von zehn Nennungen beim Handel entfallen auf die österreichische Plattform, dahinter folgen Binance und Coinbase. Auch bei der Verwahrung von Kryptowerten wird Bitpanda am häufigsten genannt. Insgesamt dominieren Krypto-Plattformen und -Börsen den Handel, gefolgt von Neo-Brokern, Neobanken und Trading-Apps. Klassische Banken kommen bislang nur auf einen kleinen Anteil.
„Der österreichische Kryptomarkt hat längst etablierte Kundenzugänge – und diese liegen heute überwiegend außerhalb der klassischen Banken. Spannend ist, dass gleichzeitig jede achte Person grundsätzlich über die eigene Hausbank investieren würde. Für Banken ist der Markt damit keineswegs verschlossen. Sie müssen allerdings entscheiden, ob und wie sie diesen Bedarf künftig bedienen wollen“, sagt Christian Knedelstorfer, Partner bei BearingPoint.
Raiffeisen setzt auf Kooperation
Raiffeisen hat einen solchen Zugang bereits geschaffen und setzt dabei auf eine Kooperation mit Bitpanda. Gestartet wurde das Angebot Anfang 2024 von der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien. Mittlerweile wurde es auch auf Tirol, Salzburg und das Burgenland ausgeweitet.
Für Raiffeisen-Kunden liegt der Vorteil vor allem in der direkten Einbindung in die Mein ELBA-App. Wer Kryptowährungen kaufen oder verkaufen will, muss dafür nicht eigens Geld auf das Konto einer Kryptobörse überweisen. Die Verrechnung erfolgt direkt über das Raiffeisenkonto, der Zugang zu Bitpanda ist in die Banking-App eingebunden. Investitionen sind bereits ab einem Euro möglich.
Handel und Verwahrung der digitalen Vermögenswerte übernimmt Bitpanda. Kunden gehen dafür eine eigene Geschäftsbeziehung mit Bitpanda ein. Raiffeisen selbst verkauft oder verwahrt die Kryptowerte nicht und bietet im Rahmen dieses Angebots auch keine Anlageberatung an. Wichtig zu wissen: Kryptowerte sind zudem keine Bankeinlagen und fallen nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung.








