Raiffeisen Salzburg präsentiert ersten Wertschöpfungsbericht

Der erste Wertschöpfungsbericht von Raiffeisen Salzburg dokumentiert die ökonomische Relevanz der Bankengruppe und der Lagerhäuser: Der gesamtwirtschaftliche Beitrag beläuft sich auf 914 Millionen Euro.

Welche wirtschaftliche Wirkung geht von Raiffeisen über das eigene Geschäft hinaus aus? Der Österreichische Raiffeisenverband hat vom Wirtschaftsforschungsinstititut Economica bereits zweimal den ökonomischen Fußabdruck von Raiffeisen Österreich berechnen lassen, die jüngste Ausgabe mit Daten aus 2024 wurde erst diesen Jänner präsentiert. Nun liegt basierend darauf erstmals auch ein detaillierter Wertschöpfungsbericht von Economica über die Raiffeisen-Gruppe Salzburg vor. 

Effekte auf drei Ebenen

Untersucht wurden die 33 selbstständigen Salzburger Raiffeisenbanken, der Raiffeisenverband Salzburg (RVS) mit seinen Töchtern und Beteiligungen sowie die Raiffeisen Lagerhaus Salzburg GmbH mit 24 Standorten. Die Studie unterscheidet drei Ebenen: Der direkte Wertschöpfungseffekt entsteht in den Raiffeisen-Unternehmen selbst, der indirekte bei Zulieferern. Hinzu kommen induzierte Effekte, etwa wenn die Beschäftigten ihre Einkommen wieder für Konsum ausgeben.

Die Studienergebnisse weisen bemerkenswerte Zahlen aus: Durch die laufende Geschäftstätigkeit des Jahres 2024 generierte die Raiffeisen-Gruppe in Salzburg inklusive At Equity-Beteiligungen einen gesamten Bruttowertschöpfungsbeitrag in Höhe von 690 Mio. Euro. Dies entspricht einem Anteil an der österreichischen Bruttowertschöpfung in Höhe von 2,04 Prozent. Davon entstehen 481 Mio. Euro direkt in der Raiffeisen-Gruppe, 137 Mio. Euro indirekt im vorgelagerten Netzwerk und 72 Mio. Euro durch den zusätzlichen Konsum induziert. 

Rechnet man auch die Produktion jener Waren hinzu, die über die Lagerhäuser verkauft, aber außerhalb der Raiffeisen-Gruppe hergestellt werden, steigt der Beitrag auf 876 Mio. Euro. Der Wertschöpfungsmultiplikator von Raiffeisen Salzburg für das Jahr 2024 liegt damit bei 1,43. Durch jeden Euro, der seitens der Gruppe selbst erwirtschaftet wurde, werden somit weitere 0,43 Euro an Wertschöpfung in Salzburg bei anderen Unternehmen und durch Konsumeffekte ausgelöst.

Arbeitsmarktauswirkung

Auch am Arbeitsmarkt wirkt Raiffeisen Salzburg über die eigenen Unternehmen hinaus. Im Jahr 2024 beschäftigte die Gruppe 3.721 Personen, das entspricht 3.231 Vollzeitäquivalenten. Neben den direkten Beschäftigten sind für die Volkswirtschaft auch jene Arbeitsstellen relevant, die im Vorleistungsnetzwerk entstehen oder gesichert werden. Ergänzend um die damit verbundenen indirekten Beschäftigungsverhältnisse und jene des induzierten Bereichs  – also jene Beschäftigung, die über den erweiterten Konsum der direkt und indirekt Beschäftigten ausgelöst wird – ergibt sich ein totaler Beschäftigungseffekt von 5.802. Somit ist Raiffeisen in Salzburg für rund 6.000 Arbeitsplätze in Österreich verantwortlich, was 1,73 Prozent der Arbeitsplätze im Bundesland entspricht.

Hohe Steuerleistung

Auch zum Steuer- und Abgabenaufkommen trägt Raiffeisen Salzburg maßgeblich bei, und zwar auf zweierlei Wegen: Einerseits durch die selbst getragenen Steuern und Abgaben, andererseits durch jene Steuern und Abgaben, die für Dritte einbehalten und an den Staat beziehungsweise die entsprechenden öffentlichen Einrichtungen abgeführt werden. Der direkte fiskalische Effekt beträgt 273 Mio. Euro, den totalen fiskalischen Fußabdruck beziffert Economica mit 354 Mio. Euro. Zum Vergleich: Das entspricht etwa dem doppelten Aufkommen an Kfz-Zulassungssteuer. Damit gehen 0,2 Prozent der Steuer- und Abgabeneinnahmen Österreichs auf Raiffeisen in Salzburg zurück.

Banken mit größtem Anteil

Den größten Anteil der Gesamtwertschöpfung von Raiffeisen Salzburg liefert die Bankengruppe. Ihre laufende Geschäftstätigkeit einschließlich der anteilig einbezogenen Beteiligungsunternehmen steht für 602 Mio. Euro Wertschöpfung. Das entspricht 1,78 Prozent der Salzburger Bruttowertschöpfung. Der gesamte Beschäftigungseffekt beläuft sich auf 4.590 Arbeitsplätze, davon 2.303 direkt in der Bankengruppe. Die Steuer- und Abgabenleistung wird mit 288 Mio. Euro berechnet.

Der Warensektor kommt einschließlich der Herstellung der in den Lagerhäusern gehandelten Produkte auf 274 Mio. Euro Wertschöpfung. Der direkte Beitrag des laufenden Betriebs beträgt 47 Mio. Euro, weitere 41 Mio. Euro entstehen bei Zulieferern und durch Konsum. Mit 186 Mio. Euro entfällt der größte Teil des ausgewiesenen Gesamteffekts auf die externe Produktion der Handelswaren. 2024 waren 864 Menschen direkt im Salzburger Warensektor beschäftigt, einschließlich der Effekte im Vorleistungsnetzwerk und durch Konsum waren es 1.211 (1.143 in Vollzeitäquivalenten). Damit sichern 100 Arbeitsplätze im Warensektor weitere 40 Arbeitsplätze in der übrigen heimischen Wirtschaft ab. Die Steuer- und Abgabenleistung beläuft sich auf 52 Mio. Euro.

Impulse durch Investitionen

Unter Berücksichtigung der Effekte von Investitionen erhöht sich der gesamtwirtschaftliche Beitrag von Raiffeisen Salzburg auf 914 Mio. Euro. Gesondert analysiert wurden die Investitionen von 2018 bis 2024: Auf Preisbasis 2024 summierten sie sich auf 434 Mio. Euro – davon waren rund 272 Mio. Euro in Österreich wertschöpfungswirksam. Daraus entstand über sieben Jahre ein österreichweiter Bruttowertschöpfungseffekt von 212 Mio. Euro oder rund 30 Mio. Euro pro Jahr.

„Jeder 39. Euro, der in Salzburg erwirtschaftet wird, ist direkt oder indirekt auf die Tätigkeit von Raiffeisen zurückzuführen. Jeder 58. Arbeitsplatz steht in Verbindung mit Raiffeisen. Der gesamte Beschäftigungseffekt, inklusive der vor- und nachgelagerten Bereiche, liegt bei knapp 6.000 Beschäftigten. Jeder Euro, der durch die Raiffeisen-Gruppe Salzburg erwirtschaftet wird, löst weitere 0,43 Euro an Wertschöpfung für die heimische Wirtschaft aus“, bringt RVS-Generaldirektor Heinz Konrad den Einfluss von Raiffeisen Salzburg auf den Punkt. Angesichts dieser Zahlen stehe man „nicht nur für eine starke wirtschaftliche Kraft, sondern auch für Verlässlichkeit, Solidarität und Nähe“.

RVS-Obmann Erich Zauner führt die breite Wirkung auch auf die genossenschaftliche Struktur – rund 65.000 Salzburger sind Mitglieder – zurück und betont: „Raiffeisen ist tief in den Regionen verwurzelt. Die Genossenschaften investieren ihre Gewinne wieder vor Ort in die lokale Wirtschaft, schaffen Arbeitsplätze, sichern die Nahversorgung und tragen damit maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilität in Salzburg bei.“

AusgabeRZ38-2026

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