Molkereien-Ehe fast in trockenen Tüchern

Berglandmilch und Obersteirische Molkerei haben die Fusion beschlossen. Die Wettbewerbsbehörde muss noch zustimmen.

Die Marktkonzentration in der heimischen Molkereienlandschaft geht weiter. Nachdem die Mehrheit der Genossenschafter der Obersteirischen Molkerei (OM) bei der Generalversammlung Anfang vergangener Woche der Fusion mit der oberösterreichischen Berglandmilch eGen zugestimmt hatte, hat nun auch die Berglandmilch einstimmig die Fusion mit der Milchsparte der OM beschlossen. Gleichzeitig wurde OM-Obmann Jakob Karner wurde zum stellvertretenden Obmann der Berglandmilch gewählt.

Die Berglandmilch ist mit einem Umsatz von zuletzt über 1,3 Mrd. Euro und rund 8.000 Milchlieferanten die mit Abstand größte Molkerei in Österreich. Sie gehörte bisher neun Genossenschaften. Nun kommt die OM-Milchsparte als zehnte Genossenschaft dazu. Die Steirer bekommen im Gegenzug rund 10 Prozent Anteile an der Berglandmilch. 

Mit einem Jahresumsatz von 390 Mio. Euro – 162 Mio. Euro davon mit Milchprodukten – und rund 650 Beschäftigten ist die Obersteirische Molkerei eGen der viertgrößte heimische Milchverarbeiter. Sie wird von rund 1.200 größtenteils steirischen Bauern mit Milch beliefert. Gegenstand des angestrebten Mergers ist die Milchsparte mit den Standorten Knittelfeld und Spielberg. Die Molkerei in Kapfenberg – rund 34 Mitarbeiter – ist nicht Teil der Einbringung in die Berglandmilch, sie wird an die Berglandmilch vermietet. Alle anderen Unternehmensbereiche der OM wie etwa Landforst Lagerhaus & Co KG oder Öforst Forsttechnik GmbH sind von der Fusion nicht betroffen.

Nun prüfen Bundeswettbewerbsbehörde und Kartellamt die Transaktion. Dies könnte innerhalb von zwei bis drei Monaten abgeschlossen sein. Sollten die Wettbewerbshüter der Fusion grünes Licht erteilen, wird Österreichs größte Molkerei bald einen Umsatz von 1,5 Mrd. Euro erreichen.

Bergland, NÖM und SalzburgMilch dominieren

Die Mehrheit der heimischen Molkereien sind Genossenschaften und stehen im Besitz der Milchbauern. Seit den 1990er-Jahren haben viele Milchverarbeiter aus Kostengründen fusioniert. 

Die Berglandmilch entstand 1994 vor dem Hintergrund des anstehenden EU-Beitritts Österreichs durch den Zusammenschluss von sechs regionalen Molkereien (Schärdinger Landmolkerei, Linzer Molkerei, Milchunion Alpenvorland, Molkerei im Mostviertel, Milchverarbeitung Desserta und Bäuerliche Milchunion Kärnten). 2009 kam die Landfrisch Molkerei, 2010 die Tirol Milch und 2011 die steirische Stainzer Milch dazu. 

Österreichs zweitgrößte Molkerei NÖM ist zu 63 Prozent im Besitz der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. 34 Prozent der Anteile halten die NÖ Milchbauern über die MGN Milchgenossenschaft Niederösterreich. 2025 betrug der NÖM-Umsatz rund 790 Mio. Euro. Mitte 2025 gaben NÖM und Vorarlberg Milch (60 Mio. Euro Umsatz) den Zusammenschluss bekannt, die Vorarlberger V-Milch Genossenschaft hält nun 3 Prozent an der NÖM.

Auch andere Molkereien rückten näher zusammen: SalzburgMilch entstand 2013 durch die Fusion von Alpenmilch Salzburg und Käsehof. 2020 verkaufte die bayerische Großmolkerei Meggle ihren 42-Prozent-Anteil an der SalzburgMilch an die Genossenschaft, seitdem ist Österreichs drittgrößte Molkerei wieder zu 100 Prozent im Besitz der heimischen Milchbauern. 2026 stieg die SalzburgMilch bei der zuvor mehrheitlich privaten Pinzgau Milch ein. Beide Salzburger Molkereien kommen zusammen auf einen Umsatz von über 510 Mio. Euro.

AusgabeRZ39-2026

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