Bauernhöfe massiv unter Druck

Trotz eines rechnerischen Zuwachses stagniert das reale Einkommen 2025 auf dem Niveau von 2010.

Der Grüne Bericht gibt einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation der österreichischen Land- und Forstwirtschaft. Laut aktuellem Bericht sind die bäuerlichen Einkommen 2025 gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt gestiegen. Dieser Durchschnittswert bildet die wirtschaftliche Situation der einzelnen Betriebszweige jedoch nur eingeschränkt ab: Während einige Bereiche Einkommenszuwächse verzeichneten, waren andere mit Rückgängen konfrontiert. 

Mit Beginn des Jahres 2026 hat sich die Lage zusätzlich verschärft. Geopolitische Krisen, volatile Märkte, weiterhin hohe Produktionskosten und vor allem die Dürre­katastrophe setzen die Land- und Forstwirtschaft unter erheblichen wirtschaftlichen Druck. Für 2026 zeichnet sich daher eine deutlich rückläufige Einkommensentwicklung ab.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig sieht die bäuerlichen Betriebe daher „massiv unter Druck“. Der Durchschnittswert allein sei nicht aussagekräftig, denn im Schweinebereich habe es beispielsweise 2025 ein Minus und im Rinderbereich seuchenbedingt ein Plus gegeben. Dazu komme, dass 2026 eine historische Dürre zu erheblichen Ertragseinbußen führt und die Bäuerinnen und Bauern massiv belastet, so Totschnig. 

Entwicklung unterschiedlich

Im Jahr 2025 wurde im Durchschnitt ein Einkommen von rund 47.100 Euro je Betrieb erzielt. Das entspricht einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bezogen auf eine Arbeitskraft lagen die Einkünfte bei rund 34.800 Euro. Der durchschnittliche Bruttolohn lag 2025 bei 16,08 Euro pro Stunde. Hinter diesen Durchschnittswerten stehen jedoch teils deutlich unterschiedliche Entwicklungen nach Betriebsform und Produktionsschwerpunkt.

Zum Einkommensanstieg trugen mehrere Faktoren bei. Seuchenbedingt kam es in der tierischen Produktion zu höheren Erzeugerpreisen und Produktionsausweitungen in der Milch- und Rinderhaltung. Im pflanzlichen Bereich kam es zu höheren Erntemengen bei Getreide und Ölfrüchten. Zusätzlich spielen ein verstärkter Holzeinschlag sowie höhere Zahlungen im Agrar­umweltprogramm ÖPUL eine Rolle. Auch zusätzliche Erträge aus Direktvermarktung und Urlaub am Bauernhof stärkten die Einkommen.

Dämpfend wirkten hingegen gesunkene Erzeugerpreise für Mastschweine und Ferkel sowie höhere Aufwendungen für Futter- und Düngemittel.

Je nach Produktionsschwerpunkt, Betriebsstruktur und Region verlief die Einkommensentwicklung 2025 unterschiedlich. Auch der langfristige Vergleich relativiert die Entwicklung.  Inflationsbereinigt liegen die bäuerlichen Einkommen weiterhin ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2010. 

Dürre und hohe Kosten

Geopolitische Krisen, volatile Märkte und die Folgen des Klimawandels belasten die heimische Landwirtschaft zunehmend. Besonders gravierend sind die Folgen der anhaltenden Trockenheit. Im Grünland fehlt im Durchschnitt rund ein Drittel der Erträge. Zahlreiche Betriebe mussten bereits auf ihre Winterfutterreserven zurückgreifen. Gleichzeitig bleiben die Produktionskosten auf hohem Niveau. Damit trifft weniger Ertrag auf hohe Kosten. Für zahlreiche bäuerliche Betriebe bedeutet das einen erheblichen wirtschaftlichen Druck. Für das Jahr 2026 ist daher mit einer spürbar rückläufigen Einkommensentwicklung in der Land- und Forstwirtschaft zu rechnen.

Mit dem Dürre-Hilfspaket werden jene Betriebe unterstützt, die von der aktuellen Trockenheit besonders stark betroffen sind. Die Agrardieselvergütung sorgt für Entlastung angesichts hoher Betriebsmittelkosten. Über die Investitionsförderung werden Modernisierung, Effizienzsteigerung und die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe gestärkt.

Langfristig entscheidend sei jedoch die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028, so Totschnig. Österreich setze sich dafür ein, bewährte Instrumente ausreichend zu finanzieren und weiterzuentwickeln.

AusgabeRZ39-2026

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