Land&Forst: Stabile Produktion, steigender Druck

Die Land&Forst Betriebe blicken auf ein solides Jahr 2025 zurück. Für das heurige Jahr verschlechtern sich die Aussichten.

Trotz der vielen Unsicherheiten zeigte sich das Jahr 2025 aus forstlicher Sicht durchaus positiv, wie Martin Kubli, Generalsekretär der Land&Forst Betriebe Österreich (LFBÖ), im Rahmen der jährlichen Wirtschaftspressekonferenz eingangs festhält. 

Gute Niederschläge, stabile Preise und deutlich weniger Kalamitäten (Schadereignisse) sorgten für eine „notwendige Verschnaufpause“, so Kubli. Der Holzeinschlag lag mit rund 19,5 Millionen Festmetern nur leicht (-2,65 Prozent) unter dem Vorjahr, aber damit immer noch 5 Prozent über den 10-Jahresmittel. Für 2026 wird wieder ein leichter Anstieg auf rund 19,8 Mio. Festmeter erwartet, was einem Plus von 2 Prozent entsprechen würde. Insgesamt bleibt die Produktion stabil auf hohem Niveau, berichtet der Generalsekretär.

Der Gesamtsumme des Rundholzeinsatzes im Inland beträgt 15,9 Mio. Festmeter im Vergleich zu 16,01 Mio. Festmeter 2024. Bei der Schnittholzproduktion für die Sägeindustrie liegt der Wert 2025 bei 9,7 Mio. m3, was in etwa dem Volumen des Vorjahres entspricht. Besonders erfreulich sei die Steigerung des Schnittholzexportes um 5 Prozent auf 6,21 Mio. Festmeter. „Das ist die höchste Exportmenge seit dem Jahr 2008“, unterstreicht Kubli. Der Schnittholzimport hat sich ebenso um 5 Prozent auf 1,58 Mio. m3 erhöht.

Trotz dieser positiven Entwicklung zeigt sich jedoch eine strukturelle Herausforderung für die Forstbetriebe: Die Kosten steigen kontinuierlich und deutlich. „Selbst in guten Jahren bleibt am Ende nicht viel übrig, weil die Holzerntekosten enorm gestiegen sind“, betont Kubli und verweist auf einen Anstieg in den vergangenen fünf Jahren um rund 22 Prozent. Die Gesamtkosten sind um 35 Prozent in den letzten fünf Jahren gestiegen.

Steigende Kosten

Getrieben wird diese Entwicklung von geopolitischen Krisen, wie LFBÖ-Präsident Konrad Mylius anhand des Irankrieges veranschaulicht. So ist dadurch ein Markt von rund 4 Mio. m3 Nadelschnittholz betroffen, Lieferketten sind gestört und Absatzmärkte brechen kurzfristig weg. „Das erzeugt Druck auf dem österreichischen Markt“, so Mylius. Gleichzeitig kommt es zu massiven Kostensteigerungen im Transport und in der Logistik. Steigende Energie- und Düngemittelpreise führen zu spürbar höheren Produktionskosten.

„Somit haben wir eine doppelte Belastung: auf der einen Seite fallen wichtige Absatzmärkte in der Wertschöpfungskette weg, auf der anderen Seite steigen die Kosten, wie bei Düngemittel und Treibstoff. Genau diese Kombination ist für unsere Betriebe besonders problematisch“, weiß der LFBÖ-Präsident. Die von der Bundesregierung angekündigte Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung sei daher ein richtiger und wichtiger Schritt, um die Betriebe in dieser Situation zu entlasten.

Unter politischen Rahmenbedingungen wie der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) würde zudem die Planbarkeit bei den Betrieben leiden. „Das Problem ist nicht das Ziel der Verordnung – im Gegenteil, dieses unterstützen wir ausdrücklich. Während sie in Ländern mit tatsächlichem Entwaldungsrisiko ihr Ziel verfehlt, schafft sie hier zu Lande Unsicherheit und erhöht die Bürokratie“, urteilt Mylius. Auch die EU-Renaturierungsverordnung werfe grundlegende Fragen auf: „Hier werden neue Aufgaben definiert, ohne dass klar ist, wie sie finanziert werden sollen.“

Umbau unvermeidbar

Weiterhin herausfordernd bleiben die Auswirkungen des Klimawandels. Der Waldumbau sei unvermeidbar. Die verstärkte Pflege und Investitionen in klimafitte Bestände führen aber zu einem steigenden Anpassungsdruck und zu zusätzlichen Kosten. Die Forstbetriebe investieren, trotz schwieriger Rahmenbedingungen, bereits heute massiv in den Wald der Zukunft, sagt Mylius und verweist dabei auf die zentrale Rolle des Waldfonds: „Der Waldfonds ist eines der wirksamsten Instrumente, um die Anpassung unserer Wälder aktiv zu unterstützen. Er ermöglicht Investitionen in klimafitte Bestände und stärkt die Resilienz der Wälder. Trotz der aktuellen budgetären Situation ist es entscheidend, diesen Weg konsequent weiterzugehen und den Waldfonds fortzuführen.“

AusgabeRZ18-2026

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