„Es gibt Baustoffe, die Räume schaffen, und es gibt Baustoffe, die darüber hinaus auch Atmosphäre schaffen, Identität stiften sowie Zukunft ermöglichen. Der Baustoff, der all das vereint, ist Holz.“ Mit diesen Worten eröffnete Agrarminister Norbert Totschnig Ende Mai die Verleihung des Staatspreises für Holzbau in den Wiener Sofiensälen, bei dem erstmals herausragende Holzbauten in Österreich ausgezeichnet wurden. Die prämierten Projekte setzen neue Maßstäbe für qualitätsvolles, ressourcenschonendes und zukunftsorientiertes Bauen. Der Staatspreis Holzbau wurde in Kooperation mit proHolz Austria ausgelobt. Er ist mit Mitteln des österreichischen Waldfonds gefördert und wird künftig alle vier Jahre vergeben.
Aus 41 nominierten Projekten, die sich aus den Preisträgern der zwischen 2023 und 2025 in allen neun Bundesländern vergebenen Holzbaupreisen ergaben, kürte eine internationale Fachjury drei Hauptpreise und zwei Anerkennungen. Die drei Hauptpreise gingen an die Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld (Erweiterung) in Niederösterreich, die HTL Bau und Design Innsbruck (Aufstockung) in Tirol und das Rathaus Hohenems in Vorarlberg. Anerkennungen erhielten das Ronald McDonald Haus in Salzburg Stadt und die Schulen Hittisau in Vorarlberg.
„Wer mit Holz baut, schützt das Klima und schafft durch die Bindung von CO2 gewissermaßen einen zweiten Wald“, sagte Totschnig und betonte auch die wesentliche Bedeutung für den Wirtschafts- und Innovationsstandort. Im Jahr 2023 betrug die Brutto-Wertschöpfung des Holzbaus 917 Mio. Euro. Rund 12.000 Arbeitsplätze werden dadurch gesichert und mehr als 1.800 Lehrlinge ausgebildet.
„Der Staatspreis Holzbau macht sichtbar, auf welch hohem Niveau in Österreich mit Holz gebaut wird. Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, welches Wissen und Können im heimischen Holzsektor steckt“, unterstrich Richard Stralz, Obmann von proHolz Austria.
Sonderpreis für besonders zukunftsträchtige Ideen
Im Rahmen des Staatspreises wurde in Kooperation mit der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative (RNI) auch erstmals der Innovationspreis Holz vergeben. Gesucht waren Ideen und Konzepte, die das Potenzial von Holz als zukunftsfähiges, klimagerechtes sowie technisch und gestalterisch vielseitiges Material sichtbar machen.
Aus 51 Einreichungen wurden drei Beiträge ausgezeichnet: ein Projekt von Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH/Institut Materials zu elektrisch leitenden Holzoberflächen durch Atmosphärendruck-Plasma (1. Preis), ein Projekt des Wood Vision Lab mit dem Fokus auf Laubholz als Hochleistungsmaterial (2. Preis) und ein Projekt von Rubner Holzindustrie GmbH, Rubner Holzbau GmbH, Nordpan GmbH und Holzforschung Austria zu einem zweiten Lebenszyklus in der Holzverwertung (3. Preis).
„Holz ist für uns einer der beständigsten Rohstoffe, den es überhaupt gibt“, sagte RNI-Vorsitzender Johannes Rehulka. „Es steht für klimaschonendes Bauen, ressourcenschonendes Wirtschaften und es ist vor allem ein Zukunftsprodukt.“ Rehulka zog Parallelen zur Genossenschaftsidee von Raiffeisen, die bereits seit 140 Jahren Wertschöpfung in den Regionen anstatt Gewinnmaximierung in den Vordergrund stelle: „Wenn man so lange am Markt erfolgreich tätig ist, dann muss man natürlich auch innovativ tätig bleiben. Das ist der Grund, warum wir diesen Innovationspreis Holz fördern und auch künftig fördern werden.“









