CliA 2026: Prämierte Klimawandelanpassung

Der Staatspreis für Klimawandelanpassung „CliA“ wurde heuer in vier Kategorien vergeben. Die Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative war erstmals als Partnerin mit dabei.

Der erstmals 2024 vergebene „CliA“ – der österreichische Staatspreis für Klimawandelanpassung – wurde auch heuer wieder für praxistaugliche Projekte und innovative Maßnahmen zur Anpassung an die Klimafolgen vergeben. Zu den Gewinnern zählten konkrete Lösungen gegen Hochwasser und Hitze, betriebliche Strategien und auch innovative Forschungsprojekte aus Niederösterreich, der Steiermark, Oberösterreich, Salzburg, Wien und Vorarlberg. 

Der Staatspreis wird vom Umwelt- und Klimaministerium (BMLUK) in Kooperation mit dem Klima- und Energiefonds verliehen, vom Umweltbundesamt fachlich begleitet und von der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative (RNI) unterstützt. Der Name „CliA“ steht für Climate Adaptation und soll das Kernanliegen des Preises verdeutlichen: die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. Vorrangiges Ziel ist es, Menschenleben zu schützen, die biologische Vielfalt zu erhalten, die Widerstandsfähigkeit zu stärken und hohe Kosten zu vermeiden.

Der Staatspreis für Klimawandelanpassung wurde in den vier Kategorien „Hochwasser/Starkregen“, „Hitze/Trockenheit“, „Klimawandelanpassung in Unternehmen“ und „Forschung/Innovative Tools & Methoden“ vergeben. Bei den Maßnahmen gegen Hochwasser und Starkregen ging der erste Platz nach Niederösterreich an das Projekt „Rückhaltebecken Fahrafeld“ im Triestingtal. Auch in der Kategorie Hitze und Trockenheit kam der Sieger mit dem Projekt „WIWA Retzer Land“ aus Niederösterreich. 

In den beiden weiteren Kategorien ging der erste Platz jeweils in die Steiermark, konkret an das Uniklinikum Graz mit dem Projekt „Dachbegrünung mit System – Gesundheit und Wohlbefinden im Spital“ sowie an das Projekt „Agri-Photovoltaik – Klimaresiliente Obstkulturen und erneuerbare Energieproduktion“ in der Kategorie „Forschung/Innovative Tools & Methoden“.

Praxistaugliche Projekte

„Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Klimawandelanpassung in der Praxis funktioniert: mit innovativen Lösungen für den Umgang mit Wasser, widerstandsfähigen Landschaften, klimafitter Infrastruktur und einer zukunftssicheren Landwirtschaft“, sagte Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig bei der Preisverleihung. Mit dem Staatspreis „CliA“ würden jene engagierten Akteurinnen und Akteure vor den Vorhang geholt, die Verantwortung übernehmen und aktiv an einer klimafitten Zukunft für Österreich arbeiten. 

Und der Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds Bernd Vogl betonte dazu: „Klimawandelanpassung ist ein Thema, das Regionen in ganz Österreich intensiv beschäftigt. Genau dieses Engagement in den Regionen, Städten, Gemeinden und Unternehmen ist ein entscheidender Schlüssel, um den Herausforderungen des Klimawandels erfolgreich zu begegnen.“ 

Die drei Erstplatzierten erhalten jeweils Geldpreise: 5.000 Euro für Platz 1, 3.000 Euro für Platz 2 und 1.000 Euro für Platz 3. Die Platzierung der Projekte ergab sich zu jeweils 50 Prozent aus dem Ergebnis des Online-Votings, bei dem heuer 4.000 Stimmen abgegeben wurden, und der Bewertung durch die Fachjury. Für die Kategorie „Forschung“ erfolgte keine Online-Stimmabgabe.

Kategorie 1:
Hochwasser/Starkregen 

Rückhaltebecken Fahrafeld in der Vogelperspektive
© Triesting Wasserverband via Drohne Media

Rückhaltebecken Fahrafeld
Hochwasserschutz, Naturraum und Lebensqualität 

Das Triestingtal war in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt von schweren Hochwasserereignissen betroffen. Mit dem „Rückhaltebecken Fahrafeld“ wurde ein überregionales Klimawandelanpassungskonzept umgesetzt. Als größtes Hochwasserschutzprojekt des Triesting Wasserverbands schützt die Anlage mit einem Rückhaltevolumen von rund 750.000 m³ und einem 2,6 Kilometer langen Damm etwa 35.000 Menschen sowie wichtige Infrastrukturen in zwölf Gemeinden. Das Projekt verbindet technischen Hochwasserschutz mit ökologischer Aufwertung und nachhaltiger Flächennutzung. Durch enge Kooperation aller Gemeinden und Grundeigentümer konnte es ohne Enteignungen realisiert werden. 

Kategorie 2:
Hitze/Trockenheit

Waitzendorf Rückhaltebecken
© Klimamodellregion Retzer Land

WIWA Retzer Land
Wasserkreisläufe stärken, um der Trockenheit zu begegnen

Das Retzer Land gehört zu den trockensten Regionen Österreichs. Das Projekt „WIWA Retzer Land“ verbessert den Windschutz, stärkt regionale Wasserkreisläufe und erhöht die Resilienz gegenüber Hitze, Trockenheit und Starkregen. Naturbasierte Maßnahmen wie Rückhalteflächen, Revitalisierung von Hohlwegen, kleine Feuchtbiotope, Windschutzhecken und wassersensible Gestaltung im Siedlungsraum halten Wasser länger in der Fläche, verbessern die Bodenfruchtbarkeit und stabilisieren das Mikroklima. In sechs Gemeinden wurden rund 15 Pilotprojekte umgesetzt. Der integrierte Ansatz verbindet Hydrologie, Ökologie und Raumplanung, fördert Biodiversität und schafft Lern- und Demonstrationsräume. 

Kategorie 3:
Klimawandelanpassung in Unternehmen

Dachbegrünung der Uniklinikum Graz
© Körndl

Uniklinikum Graz
Dachbegrünung mit System –
Gesundheit und Wohlbefinden im Spital

Das LKH-Univ. Klinikum Graz verbindet auf rund 9.000 m² begrünte Dachflächen mit systematischem Management für Klimawandelanpassung, Biodiversität und Erholungsqualität. Die Dachbegrünungen reduzieren Hitzeinseln, speichern Regen-wasser, fördern die Artenvielfalt und schaffen Erholungsräume für Patient:innen, Mitarbeitende und Besucher:innen. Ergänzt wird das Konzept durch den „klimafitten Wald“ auf 30 ha, der Grünraum, Erholung und Baumbestand umfasst. Das Projekt verknüpft ökologische, technische und organisatorische Innovation, ist in den laufenden Krankenhausbetrieb integrierbar und dient als übertragbares Modell für Klimawandelanpassung im Gesundheits-wesen.

Kategorie 4:
Forschung/Innovative Tools & Methoden

Ein Pfirsichbaum unter PV-Anlage
© Land Stmk/Versuchsstation
Obst- und Weinbau Haidegg

Agri-Photovoltaik
Klimaresiliente Obstkulturen und erneuerbare Energieproduktion

Der Obstbau ist durch den Klimawandel besonders gefährdet, da Dauerkulturen über Jahrzehnte festgelegt sind und kurzfristige Anpassungen kaum möglich sind. In der Steiermark führten Spätfröste, Starkregen und Extremereignisse in den letzten Jahren vermehrt zu Ernteausfällen. Das Projekt setzt mit Agri-Photovoltaik über Obstkulturen einen innovativen Ansatz um, der Klimawandelanpassung und erneuerbare Energieerzeugung verbindet. Die PV-Überdachung schützt Kulturen vor Niederschlag und leichten Spätfrösten, reduziert Pilzkrankheiten und ermöglicht den vollständigen Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz. Gleichzeitig wird Strom auf derselben Fläche erzeugt und Nutzungskonkurrenz vermieden. 

Hier finden Sie alle ausgezeichneten Projekte des „CliA“ 2026.

AusgabeRZ13-2026

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Mehr lesen

Aktuelles

Die Welt der Raiffeisenzeitung

Banner für die Newsletter Anmeldung
Banner: