Treffpunkt:Amalie: Netzwerk wächst weiter

Mit 250 Teilnehmenden hat man beim neunten Treffpunkt:Amalie einen neuen Höchststand erreicht.

„Es waren noch nie so viele Frauen auf einmal hier“, freute sich Palfinger-Vorständin Maria Koller, als sie die 250 Teilnehmenden des Netzwerks Treffpunkt:Amalie beim Salzburger Maschinenbauunternehmen in Lengau begrüßte. „60 sind zum ersten Mal da, unser Netzwerk wächst stetig“, betonte Anna Doblhofer-Bachleitner, Geschäftsleiterin des Raiffeisenverbandes Salzburg (RVS). Die Einladung für die neunte Ausgabe des Erfolgsformats war nicht nur an Frauen, sondern auch an männliche Führungskräfte und Spitzenfunktionäre gerichtet. „Wir können die Dinge nur gemeinsam verändern, es ist wichtig, dass wir auch männliche Entscheidungsträger hier haben, die diese Erfolgsgeschichten miterleben.“

2021 fand die erste Veranstaltung des Netzwerks statt, mit dem Ziel, Frauen in der Raiffeisen Bankengruppe Salzburg zu vernetzen und zu ermutigen. Seitdem hat sich viel getan. Der Anteil der Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat steigt stetig. 2025 wurde eine Quote von 25 Prozent erreicht. „Es gibt viele positive Effekte, wir haben nun auch etliche Abteilungsleiterinnen und viele Gruppenleiterinnen“, sagte Doblhofer-Bachleitner. Auch auf Geschäftsleiter-Ebene habe sich der Frauenanteil auf niedrigem Niveau verdoppelt. „Es gibt nun sechs Geschäftsleiterinnen bei den Raiffeisenbanken.“ 

Täglicher Spagat

Eine davon ist Sandra Brunkel. Die Geschäftsleiterin und Vorständin bei der Raiffeisenbank Salzburger Seenland stammt ursprünglich aus Ostdeutschland. „Eigentlich wollten wir nur drei Jahre in Österreich bleiben, nun können wir uns nicht mehr vorstellen, zurückzugehen“, erzählte Brunkel beim traditionellen Live-Talk. Seit 2020 ist sie bei Raiffeisen. „Das Thema Werte wurde immer wichtiger für mich. Ich möchte an einem Ort arbeiten, wo Werte auch gelebt werden.“ Bereits seit zwei Jahren ist die Mutter von zwei Söhnen in der Geschäftsleitung tätig. „Es ist ein täglicher Spagat“, betonte Brunkel. Dem Publikum im Saal gibt sie mit: „Glaubt an euch, geht euren Weg. Ich bin damals mit vielen Zweifeln ins Leben gestartet. Selbstreflexion ist wichtig, am Ende zählt die Leistung.“ 

Dass es mitunter herausfordernd sein kann, in einem Gremium die einzige Frau zu sein, davon berichtete Dagmar Herzog, selbstständige Steuerberaterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Raiffeisenbank Straßwalchen. „Als ich damals gefragt wurde, ob ich in den Aufsichtsrat möchte, habe ich kurz gegoogelt: Was macht man da eigentlich?“, erzählte sie. Die Aufgaben dürften ihr gelegen haben, schließlich gehört sie dem Aufsichtsrat der RB Straßwalchen bereits seit 14 Jahren an. „Nach den Sitzungen gehen alle noch zum Wirt. Das war als einzige Frau damals so eine Sache. Aber heute sind wir immerhin zu Dritt“, sagte Herzog schmunzelnd.

Kreise erweitern

Wie wertvoll Leitfiguren abseits der eigenen Wurzeln sein können, darüber sprach Hannes Hettegger, Revisionsleiter beim Raiffeisenverband Salzburg. Geboren und aufgewachsen im Großarltal, als fünftes Kind eines Schafbauern, war der Drang groß, mehr von der Welt zu entdecken. Ob im Biergarten in Stuttgart oder beim Studieren in Japan: „Überall traf ich auf interessante Personen, die meinen Kreis erweiterten“, so Hettegger. In jungen Jahren habe es viele Unsicherheiten gegeben. „Ich habe versucht, dieser Unsicherheit mit Mut zu begegnen. Die meisten Sorgen, die ich mir gemacht habe, sind nie eingetreten. Ich kann nicht alles fertig denken.“ Bei Raiffeisen ging es schnell aufwärts. „Ich bin jetzt seit 16 Jahren beim Raiffeisenverband – das war die beste Entscheidung meines Lebens.“

Mit ihrer Keynote lieferte Gesundheitstrainerin Gitti Quehenberger den Teilnehmenden zudem Impulse rund um das Thema „Der Körper als Kompass“. Die anschließende Führung bot dann die Möglichkeit, ein Blick hinter die Kulissen der börsenotierten Palfinger AG zu werfen. Das Unternehmen ist Vorreiter bei hydraulischen Ladekränen, in Lengau befindet sich der größte Produktionsstandort.

AusgabeRZ13-2026

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