Initiative „Wiener Wachstum“ gestartet

Die Stadt Wien und die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien starten ein Finanzierungsinstrument für wachsende Unternehmen.

Um kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in entscheidenden Entwicklungsphasen beim Wachstum zu unterstützen, stellen die Stadt Wien und die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien künftig über ein eigenes Finanzierungsinstrument Eigenkapital zur Verfügung. „Wiener Wachstum“ heißt die Initiative, die ab Herbst über eine eigene GmbH umgesetzt werden soll. 

Zum Start werden 7 Mio. Euro zur Verfügung stehen, die zu gleichen Teilen von jeweils 3,5 Mio. Euro von der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisen-Holding bereitgestellt werden. Erste Finanzierungen sind ab 2027 geplant.

Struktureller Lückenschluss

„Wiener Wachstum“ sei nicht für Ein-Personen-Betriebe oder Konzerne gedacht, sondern richte sich gezielt an kleine und mittelgroße Unternehmen im Wachstum, erklärt Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ): „In dieser Phase ist es für Unternehmen oft schwierig, eine Finanzierung zu erhalten und die derzeitige geopolitische Lage vereinfacht diese Situation nicht. Gerade die Klein- und Mittelunternehmen sind wichtige Beschäftigungsmotoren in unserer Stadt, deshalb setzen wir alles daran, dass sie die nächsten Schritte in ihrer Heimatstadt setzen können.“

Zwar verzeichnete Wien 2025 mit fast 11.000 Neugründungen einen erneuten Rekord, dennoch gibt es strukturelle Hürden: Unternehmen, die bereits erfolgreich gegründet wurden und wachsen möchten, stoßen in der Expansionsphase auf Finanzierungsprobleme. Gerade vor dem Sprung zum etablierten Unternehmen steige der Kapitalbedarf jedoch aufgrund von Investitionen in Personal oder technologische Entwicklung, erklärt Michael Höllerer, Generaldirektor der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien.

Rückflüsse ermöglichen Kreislauf

Nun schließe man gezielt diese Lücke, so Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak, und schaffe einen nachhaltigen Finanzierungskreislauf. Denn im Unterschied zu einer klassischen Förderung wird die laut Vertrag jeweils festgesetzte Finanzierungssumme zur Gänze ausgezahlt und der Gewinn anteilsmäßig wieder an „Wiener Wachstum“ zurückgezahlt. Dadurch sollen neue Finanzierungen ermöglicht werden. 

Pro Finanzierungsrunde können Unternehmen 100.000 bis 500.000 Euro erhalten, um Eigenkapital zu stärken, zusätzliche Bankfinanzierungen zu ermöglichen und Wachstumsprojekte zügig umzusetzen. Die genaue Ausgestaltung der Rückflüsse wird je nach Einzelfall individuell vertraglich vereinbart.

Der Fokus bei Finanzierungen wird auf die Gesundheitswirtschaft gelegt, einen der wichtigsten Innovationsbereiche der Stadt. Wien beherbergt mehr als die Hälfte der österreichischen Life-Science-Unternehmen, rund 49.000 Wiener arbeiten in der Branche. Die Pharmaindustrie ist allein für mehr als ein Drittel der Warenexporte Wiens verantwortlich. Darüber hinaus sei die Digitalwirtschaft ein zentraler wirtschaftlicher Motor der Stadt und schaffe hochqualifizierte Arbeitsplätze. Als Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien verfolgen wir klar das Ziel, dort zu investieren, wo Zukunft entsteht“, betont Höllerer.

AusgabeRZ16-2026

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