Uniqa startete kraftvoll ins Jahr

Das Prämienaufkommen legte in den ersten drei Monaten um 14,4 Prozent zu und das Nettokonzernergebnis um 7,5 Prozent.

Die börsenotierte Versicherungsgruppe Uniqa, an der die RZB Versicherungsbeteiligung GmbH mit 10,9 Prozent beteiligt ist, setzte im Auftaktquartal 2026 den Wachstumskurs fort. In den ersten drei Monaten stiegen die verrechneten Prämien um insgesamt 14,4 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis vor Steuern legte um 5 Prozent auf 160 Mio. Euro und das Nettokonzern-ergebnis um 7,5 Prozent auf 128 Mio. Euro zu. Den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 mit einem angepeilten Vorsteuergewinn zwischen 540 Mio. und 570 Mio. Euro bestätigte CEO Andreas Brandstetter im Klub der Wirtschaftspublizisten und fügte hinzu: „Alle Banken und Versicherungen profitieren derzeit von dem Wachstumsmotor Osteuropa.“ Polen sei für Uniqa mit Abstand der größte Markt in der Region Zentral- und Osteuropa (CEE) mit rund 7 Millionen Kunden. 

Insgesamt hat die Versicherungsgruppe in CEE 14,3 Millionen Kunden, die im ersten Quartal für ein Prämienaufkommen von rund 900 Mio. Euro sorgten. Im österreichischen Heimmarkt betreut der Versicherer an die 3,9 Millionen Kunden mit einem Prämien-volumen von 1,4 Mrd. Euro. „Mit einem Prämienplus von 4,2 Prozent in Österreich und von 6,2 Prozent in unseren internationalen Märkten, unterstützt vom starken Wachstum unserer Rückversicherungsgesellschaft in Zürich, beweist unser diversifiziertes Geschäftsmodell seine Resilienz angesichts geopolitischer Unsicherheiten“, freut sich der Uniqa-CEO. Der Ergebnisbeitrag der beiden Standbeine Österreich und Osteuropa habe sich mit 74 Mio. Euro bzw. 71 Mio. Euro fast ausgeglichen.

Schaden-Unfall im Aufwind

Nach Segmenten wurde das stärkste Prämienwachstum in der Schaden- und Unfallversicherung mit einem Plus von 19,5 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro erzielt. Einen wesentlichen Anteil am Zuwachs habe der erwähnte Rückversicherer Uniqa Re, dessen Geschäftsvolumen saisonal bedingt im ersten Quartal traditionell stark ausfalle, teilte Uniqa mit. Die Schaden-Kosten-Quote („Combined Ratio“) verschlechterte sich im Jahresabstand von 88,2 Prozent auf 91 Prozent. „Das war im letzten Jahr, in dem es ein azyklisches super erstes Quartal gab, noch besser. Aber auch die 91 Prozent sind ein sehr, sehr guter Wert“, sagte Brandstetter. Damit lag die technische Profitabilität in diesem Segment bei 9 Prozent.

In der Krankenversicherung verzeichnete der Versicherer ein Prämienplus von 8 Prozent im Jahresabstand auf 441 Mio. Euro. „Wir sind in Österreich mit einem Anteil von 43 Prozent Marktführer“, so Brandstetter. Es sei das am stärksten nachgefragte Produkt der Branche im heimischen Privatkundenbereich. Dabei gehe es sehr stark um einen raschen Zugang zu Ärzten für alle Gesellschaftsschichten. „Die Krankenversicherung ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagte der Uniqa-CEO. In Osteuropa dagegen habe die Sparte bei Weitem nicht diese Bedeutung und wachse nur langsam heran. In der Lebensversicherung nahmen die Prämien im Berichtszeitraum um 2 Prozent auf 450 Mio. Euro zu.

Brandstetter erinnerte, dass in der Regel im ersten Quartal die Versicherer wenig Belastungen aus Naturkatastrophen haben. „Wenn es einen ganz großen Trend in der Versicherungswirtschaft gibt, der uns wirklich Sorgen macht, dann ist es der fortschreitende Klimawandel“, erklärte der Manager. 2025 war ein abnormal gutes Jahr in Bezug auf versicherte Klimaschäden und daher eine „trügerische Erholungspause“. Man habe großen Respekt davor, was im Sommer auf die Branche zukommen werde. Die Lage sei aber auch jetzt schon relativ dramatisch, denn es sei der fünfttrockenste April seit rund 170 Jahren. „Die Belastungen aus Naturkatastrophen werden für die Versicherungswirtschaft in Österreich, aber auch in Osteuropa im Laufe der nächsten Jahrzehnte steigen und hoch sein“, warnte Brandstetter davor, dieses Thema außer Acht zu lassen.

Nach dem Regierungswechsel in Ungarn hofft der Uniqa-CEO auf eine Senkung bzw. eine Abschaffung der dort eingeführten Sondersteuern für ausländische Unternehmen. Ungarn sei mit einem Prämienumsatz von rund 330 Mio. Euro ein wichtiges Land für Uniqa und zähle in der Region zu den Top-5-Märkten für den Versicherer. Der neue Ministerpräsident Péter Magyar habe „ein ganz klares europafreundliches Reformprogramm“. Aber es werde Zeit brauchen, bis sie das wirklich auf den Boden kriegen. Die Uniqa sei allein durch die Sondersteuer „mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ belastet. „Ungarn ist für alle österreichischen Finanzinstitute extrem wichtig“, so Brand-stetter.

Der Iran-Krieg habe auf Uniqa derzeit kaum direkte Auswirkungen. Als Versicherer trete man in Nahost nicht auf, Staatsanleihen in der Region habe man vor einigen Wochen verkauft. Man müsse nun aber sehen, wie sich der Krieg auf die Gesamtwirtschaft bzw. über Sekundäreffekte wie Inflation, Zinsen oder Lieferketten auswirken werde.

AusgabeRZ23-2026

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