RLB OÖ: „Hervorragendes Ergebnis“ im ersten Halbjahr 2026

Die Bank erzielte dank der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International einen Gewinnsprung und stärkte ihr Kapital.

In einem herausfordernden Umfeld erzielte die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) ein starkes erstes Halbjahr 2026. Der Gesamtperiodenüberschuss der Bank stieg um 452,6 Mio. Euro im Jahresvergleich auf 833,2 Mio. Euro. Auch das Betriebsergebnis verbesserte sich kräftig um 611,8 Mio. auf 879 Mio. Euro. Die Konzernbilanzsumme legte leicht um 1 Prozent auf knapp 49,2 Mrd. Euro zu.

„Das erste Halbjahr 2026 war für die RLB OÖ äußerst erfolgreich. Wir konnten unsere Kapitalbasis weiter stärken, im operativen Geschäft wachsen und gleichzeitig wesentliche Zukunftsprojekte vorantreiben“, strich RLB-OÖ-Generaldirektor Reinhard Schwendtbauer hervor. Das Finanzierungsvolumen erhöhte sich um 3,9 Prozent im Jahresabstand auf 26,5 Mrd. Euro und die Kundeneinlagen um 1,4 Prozent auf 14 Mrd. Euro. Auch der Zinsüberschuss wuchs um 1,4 Prozent auf 274,5 Mio. Euro und der Provisionsüberschuss um 10,2 Prozent auf 123,5 Mio. Euro.

„Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das hervorragende Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 ist der Ergebnisbeitrag der at-equity-bilanzierten Unternehmen, die ein Ergebnis von 706,6 Mio. Euro erzielt haben“, freut sich Schwendtbauer. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Plus von 604,6 Mio. Euro. Den Großteil davon lieferte die Raiffeisen Bank International (RBI): Nach einem negativen Ergebnisbeitrag von 6,7 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025 steuerte die RBI im selben Zeitraum dieses Jahres einen positiven Beitrag von 568,6 Mio. Euro bei. „Sie unterstreicht die Qualität unseres Beteiligungsportfolios und schafft zusätzlichen Spielraum für die weitere strategische Ausrichtung der Bank“, betonte Schwendtbauer. Der Buchwert der at-equity-bilanzierten Unternehmen legte im Berichtszeitraum um 624 Mio. Euro auf 3,72 Mrd. Euro zu. Neben der RBI ist die RLB OÖ unter anderem am Linzer Stahlkonzern Voestalpine und an der Austria Metall (Amag) beteiligt. 

Kapitalausstattung gestärkt

Die Ergebnisentwicklung nutzte die RLB OÖ unter anderem zur Stärkung der Kapitalausstattung. So stieg die harte Kernkapitalquote (CET1-Ratio) um 0,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahresultimo 2025 auf 19,6 Prozent und die Gesamtkapitalquote um 0,1 Prozentpunkte auf 21,1 Prozent. Bei der unterjährigen Gewinnanrechnung wurde für die ersten sechs Monate ein vorsichtiger Ansatz gewählt. Hätte man das volle Halbjahresergebnis angerechnet, würde die CET1-Ratio zur Jahresmitte auf 20,6 Prozent bzw. die Gesamtkapitalquote auf 22,1 Prozent kommen.

„Unsere hohe Kapitalstärke ist ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil. Sie schafft Sicherheit und Vertrauen und ermöglicht es uns gleichzeitig, Unternehmen und Privatkunden auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten als verlässlicher Partner zu begleiten“, so Schwendtbauer.

Im Firmenkundengeschäft wurde eine umfassende organisatorische Neuausrichtung umgesetzt, um Verantwortlichkeiten zu bündeln, Synergien zu heben und die Umsetzung der Strategie „Impuls 2030“ zu beschleunigen, teilte die Bank mit. Parallel dazu wurde die Marktpräsenz in Deutschland weiter gestärkt und die bisherige Zweigniederlassung Süddeutschland zur „Niederlassung Deutschland“ weiterentwickelt. Dies unterstreiche das langfristige Engagement im deutschen Markt, insbesondere im gehobenen Mittelstand sowie im Private Banking, hieß es. Mit rund 100 Mitarbeitenden an neun Standorten und einem Geschäftsvolumen von über 6 Mrd. Euro stelle Deutschland einen wesentlichen Wachstumsmarkt dar.

Stärkste Förderbank

Zudem war die RLB OÖ auch im Vorjahr die stärkste Förderbank in Österreich. Laut einem aktuellen Ranking des Austria Wirtschaftsservice (aws) hat die Bank in den ersten sechs Monaten 2026 insgesamt 223 aws-erp-Kredite („European Recovery Program“) mit einem Gesamtvolumen von 84,8 Mio. Euro abgewickelt. Mit 28 Prozent der insgesamt 797 Zusagen sei man „klarer Marktführer“.

Ein solcher Förderkredit ermöglicht über unterschiedliche Modelle langfristige Finanzierungen mit einem fixen und damit kalkulierbaren Zinssatz. Unternehmen profitieren von günstigen Zinssätzen des erp-Fonds und von tilgungsfreien Zeiten. Zusätzlich können die erp-Kredite mit aws-Garantien, also Haftungen des Bundes, oder mit Landes- bzw. Bundes- oder EU-Zuschüssen kombiniert werden. Die RLB OÖ fungiert dabei als Schnittstelle zwischen den Unternehmen, den oberösterreichischen Raiffeisenbanken und dem aws und wickelt als erp-Treuhandbank den gesamten Prozess ab. Der erp-Kredit steht grundsätzlich allen Branchen offen und kommt bei der Begleitung von Unternehmensgründungen, bei Expansionsplänen oder Innovationsvorhaben im Inland zum Einsatz.

Neue Initiativen

Neben der positiven Geschäftsentwicklung setzte die Bank im ersten Halbjahr 2026 zahlreiche strategische Initiativen um. Ein besonderer Meilenstein war der Baustart der neuen Konzernzentrale im Linzer Neustadtviertel. Die Fertigstellung ist für Ende 2029 geplant. Mit dem Spatenstich im Mai 2026 wurde eines der bedeutendsten Holzbauprojekte im urbanen Raum Österreichs gestartet. Die Kosten werden mit einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag beziffert. Die neue Konzernzentrale soll Nachhaltigkeit, moderne Arbeitswelten und innovative Architektur vereinen und künftig Platz für bis zu 1.000 Mitarbeiter bieten.

Darüber hinaus engagierte sich die RLB OÖ bei der Weiterentwicklung des europäischen Zahlungsverkehrs. Gemeinsam mit weiteren Raiffeisenbanken beteiligte sich die Bank an der European Payments Initiative (EPI) und unterstützt damit die Entwicklung der europaweiten Zahlungslösung „Wero“. Gleichzeitig wurde die Position im Payment-Bereich durch die Beteiligung am österreichischen Zahlungsdienstleister Hobex weiter gestärkt. Und auch am Kapitalmarkt war das Kreditinstitut erfolgreich aktiv. Die Platzierung einer besicherten Benchmark-Anleihe über 500 Mio. Euro stieß bei internationalen Investoren auf großes Interesse und unterstreicht das hohe Vertrauen des Kapitalmarkts in die Stabilität und Strategie der Bank.

Stabiler Ausblick

Trotz eines weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds erwartet die Bank für das zweite Halbjahr eine weiterhin stabile operative Entwicklung. Gleichzeitig wird die RLB OÖ ihre Investitionen in Digitalisierung, nachhaltige Infrastruktur, moderne Zahlungslösungen und die Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodells konsequent fortsetzen.

„Die Ergebnisse des ersten Halbjahres zeigen, dass wir auch in einem herausfordernden Umfeld erfolgreich wirtschaften und gleichzeitig gezielt in die Zukunft investieren können. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um unsere Rolle als Stabilitätsanker und Impulsgeber für Wirtschaft und Gesellschaft auch künftig erfolgreich wahrzunehmen“, so der Generaldirektor.

AusgabeRZ37-2026

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