Treffpunkt:Amalie: Von Braukultur und Sisterhood

Beim zehnten Treffpunkt:Amalie in der Stiegl-Brauwelt in Salzburg standen die Themen Selbstvertrauen und Mut im Vordergrund.

Ob unter dem Sternenhimmel der Sternwarte Obertrum, bei Biogena in Koppl, bei Bernit in Straßwalchen oder bei Palfinger in Lengau: Seit seiner Gründung 2021 bringt das Netzwerk Treffpunkt:Amalie Frauen aus der Salzburger Raiffeisenwelt an interessanten Schauplätzen zusammen. Das Erfolgsformat fand nun bereits zum zehnten Mal statt, diesmal in der Stiegl-Brauwelt in Salzburg. 

„Innerhalb von 24 Stunden hatten wir bereits über 200 Anmeldungen“, sagte Anna Doblhofer-Bachleitner, Geschäftsleiterin des Raiffeisenverbandes Salzburg und Initiatorin des Netzwerks. Benannt nach Amalie Raiffeisen, hat sich das Format zu einem lebendigen Netzwerk für Austausch und Vernetzung entwickelt, das inzwischen auch männliche Führungskräfte einbindet. 

Auch diesmal setzte man einen neuen ­Akzent: Erstmals wurde während der Veranstaltung eine Kinderbetreuung angeboten. „Manchen Frauen ist es aufgrund von Kinderbetreuungspflichten nicht möglich, teilzunehmen. Das sind Dinge, die wir lösen können“, sagte Doblhofer-Bachleitner.

Mehr Mut haben

Beim Live-Talk in der Stiegl-Brauwelt gab Sabine Pfeffer, Uniqa-Vorständin, zuständig für die Marke „Raiffeisen Versicherung“, Einblicke in ihren Weg und teilte ihre Erfahrung als Frau in einer Führungsposition. Pfeffer ist im siebenköpfigen Vorstandsteam bisher die einzige Frau. „Das ist einfach zu wenig. Mit 53 Jahren habe ich nun die Kraft und die Macht, Frauen zu unterstützen, die Karriere machen wollen. Ich möchte ihnen Mut machen, sich selbst mehr zuzutrauen.“ 

Sie betonte aber auch: Frauen sollten sich gegenseitig stärken, statt miteinander zu konkurrieren oder sich zu bekämpfen. „Mehr Sisterhood, weniger Catfight“, forderte Pfeffer, der vor allem das Thema Altersvorsorge ein Anliegen ist: „Frauen sind oft die guten Seelen, die familiär alles zusammenhalten. Aber vergessen dabei, sich um sich selbst zu kümmern.“ Dass der Ehemann keine Altersvorsorge sei, habe sich mittlerweile herumgesprochen. Dennoch arbeiten viele Frauen in Teilzeit und müssen ihr Pensionskonto im Blick haben. 

Ebenfalls zu Gast beim Live-Talk war Bernhard Perner, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Lungau. Perner sprach über seine beruflichen Stationen, die ihn unter anderem von führenden Positionen in Staatsunternehmen in den Lungau führten. „Was eine Genossenschaftsbank bewirken kann, beeindruckt mich nachhaltig“, sagte Perner. Seine Laufbahn sei von Leidenschaft und der Zuversicht geprägt, neue Wege zu gehen. Diese Haltung gab er auch den Frauen im Saal mit auf den Weg: „Habt Mut.“ Denn wer für eine Sache brenne und bereit sei, Verantwortung zu übernehmen, könne Veränderungen anstoßen.

Selbstbestimmter Weg

Das ist auch das Credo von Elisabeth Fuchs, die als Dirigentin in einer männlich geprägten Branche arbeitet. Fuchs ist Chefdirigentin der Philharmonie Salzburg und engagiert sich für musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen. Mit persönlichen Einblicken aus ihrem Werdegang setzte sie als Keynote-Speakerin an diesem Abend Impulse. 

Unter anderem berichtete sie von ihrem Projekt, während der Corona-Pandemie ein Autokonzert auf die Beine zu stellen. „Aus der Not eine Tugend machen“, nennt sie das rückblickend – auch wenn sich die Idee finanziell alles andere als gerechnet hat. „Es hilft nur: Dranbleiben, auf sich hören“, sagte Fuchs. Was möchte sie dem Publikum mitgeben? „Findet euer Talent – und setzt es so ein, dass es für andere Menschen viel bewirkt.“

Zum Abschluss schilderte Alessandra Kiener, Miteigentümerin von Stiegl, ihre Erfahrungen zu den Themen Führung und Verantwortung. Kiener liegt die Förderung von ­Frauen am Herzen: „Man darf in höheren Positionen auch Frau bleiben und muss sich nicht verstellen.“ Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, überlege man laut Kiener nun, Mitarbeiterinnen beim sogenannten Social Egg Freezing zu unterstützen. Das ist das vorsorgliche Einfrieren unbefruchteter Eizellen. Ab dem 1. April 2027 ist die Methode in Österreich ohne medizinischen Grund erlaubt. „Wir prüfen gerade noch die Möglichkeiten. Es ist aber ein selbstbestimmter Weg für Frauen“, sagte Kiener. 

AusgabeRZ40-2026

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