Circular Innovation Award: Ideen für eine zirkuläre Zukunft

Der erste Circular Innovation Award würdigt heimische Unternehmen, die mit kreislauffähiger Innovation den Wirtschaftsstandort stärken.

Nachhaltiges Wirtschaften verbindet wirtschaftlichen Erfolg mit dem Schutz der Natur und sozialer Verantwortung. Damit geht auch einher, Rohstoffe effizient einzusetzen und Abfälle zu vermeiden. Die Kreislaufwirtschaft setzt dabei auf Produkte und Materialien, die möglichst lange genutzt, repariert und wiederverwertet werden. Innovative Ansätze dafür standen im Mittelpunkt des ersten Circular Innovation Award Austria (CIAA), der Ende Oktober im Haus der Industrie in Wien verliehen wurde. Aus 57 Einreichungen zeichnete eine internationale Jury fünf Kategoriesieger und zwei Sonderpreisträger aus. 

Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark ist gemeinsam mit dem Circular Economy Forum Austria und Schiefer Rechtsanwälte Trägerin des Awards. „Kreislaufwirtschaft verbindet Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit mit Versorgungssicherheit, Ressourcenschonung und regionaler Wertschöpfung. Daher engagiert sich die Raiffeisen-Landesbank Steiermark gezielt in diesem zukunftsträchtigen Bereich“, betonte Generaldirektor Martin Schaller.

Der CIAA steht zudem unter Patronanz des Landwirtschaftsministeriums. „Wir holen Unternehmen vor den Vorhang, die zeigen, wie Kreislaufwirtschaft in Österreich bereits erfolgreich umgesetzt wird“, sagte Minister Norbert Totschnig in seiner Grußbotschaft. Die Transformation hin zu einer kreislauffähigen Wirtschaft sei ein zentraler Baustein für einen resilienten und zukunftsfähigen Standort Österreich. Innovationsminister Peter Hanke konkretisierte: „Bis 2035 soll sich Österreich in der zirkulären Materialnutzung unter den Top 3 Europas finden.“

Innovative Ideen

In der Kategorie „Circular Business Model Innovation“ wurde Refurbed ausgezeichnet. Der Marktplatz für generalüberholte Elektronik bedient 24 Länder, ist seit 2024 profitabel und hat durch seinen zirkulären Ansatz kumuliert rund 474.000 Tonnen CO2 eingespart. Erst kürzlich hat das Unternehmen sein Trade-In-Programm auf Gaming-Konsolen und Tablets ausgeweitet, um noch mehr Produkte in den Kreislauf zurückzuführen. Martin Schaller übergab den Award gemeinsam mit RLB-Mitarbeiterin Verena Kraßnig an die Verantwortlichen von Refurbed.

Den Preis für die „Circular Industry Innovation“ ging an Vetropack Austria für das Produkt „Rezon“. Die weltweit erste Mehrweg-Glasflasche in gehärteter Leichtbauweise benötigt weniger Material und ermöglicht zugleich mehr Umlaufzyklen.

Der „Technological Circularity Break­through“ gelang der Firma Brantner Green Solutions. Ihre Glasy-Technologie gewinnt Glas als hochwertigen Sekundärrohstoff aus der Restmüllverwertung zurück, um es wieder als Verpackungsglas einzusetzen. Alle bisherigen Versuche seien an Verunreinigungen durch Metalle und Mineralien gescheitert, erklärte Geschäftsführer Josef Scheidl: „Mit unserer Anlage erreichen wir nun einen Reinheitsgrad von 99,9999 Prozent.“

Das „Circular Startup of the Year“ ist Byeagain: Das Unternehmen betrachtet retournierte Ware nicht als Kostenfaktor, sondern als ungenutzten Wert. Retourware wird KI-gestützt aufbereitet und als Refurbishment-as-a-Service zurück auf den Markt gebracht.

Den „Circular Collaboration Award“ erhielt GzG Gipsrecycling, ein Joint Venture von Porr, Saint-Gobain Austria und Saubermacher. Österreichs erste Gips-zu-Gips-Anlage ersetzt bis zu 40 Prozent Naturgips und macht aus alten Gipskartonplatten wieder neue.

Im Rahmen der Verleihung wurden auch zwei Sonderpreise vergeben. BauKarussell wurde für seinen „Social Circular Impact“ gewürdigt: Die Genossenschaft entwickelt und realisiert zirkuläre Rückbaustrategien für großvolumige Projekte, um Bauteile und Materialien möglichst hochwertig in die Wiederverwendung und Verwertung zu bringen.

Salesianer erhielt den Sonderpreis als „Circular Pioneer“ für die konsequente Umsetzung von Kreislaufwirtschaft im Textilservice mit seinem Full-Service-Mietmodell. „Kreislaufwirtschaft ist für uns kein einzelnes Projekt, sondern seit vielen Jahren Teil unseres Geschäftsmodells“, betonte Geschäftsführer Johann Kandelsdorfer.

Martin Schaller und Verena Kraßnig überreichten den Award Sarah Bannemer, PR & Brand Specialist bei Refurbed (Mitte).
Martin Schaller und Verena Kraßnig überreichten den Award Sarah Bannemer, PR & Brand Specialist bei Refurbed (Mitte). © RLB Steiermark

Zirkuläre Trophäen

Ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft waren übrigens auch die Preise selbst gestaltet. Die Materialnomaden GmbH hat unter dem Label ReTROPHY ein zirkuläres Konzept für die Auszeichnungen entwickelt: Siegerfiguren, Schalen, Henkel und Sockel wurden demontiert, spielerisch neu zusammengesetzt und zu Unikaten gestaltet.

AusgabeRZ45-2026

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