Business Frühstück Kärnten 2026: Orientierung für Unternehmen

Beim Business Frühstück der Raiffeisen Landesbank Kärnten erhielten mehr als 90 Unternehmer Einblicke in die wirtschaftlichen Perspektiven für 2027.

Seit 20 Jahren bietet die RLB Kärnten mit dem Business Frühstück ihren Unternehmerkunden die Möglichkeit, sich aus erster Hand über wirtschaftliche Entwicklungen zu informieren und mit Experten auszutauschen. Gerade mit Blick auf die Unternehmensplanung für 2027 standen heuer die Konjunktur- und Zinsaussichten im Mittelpunkt.

Manfred Wilhelmer, Marktvorstand und Vorstandssprecher der RLB Kärnten, verwies in seiner Begrüßung auf die Bedeutung unternehmerischer Anpassungsfähigkeit. Für den wirtschaftlichen Erfolg sei nicht allein die jeweilige Branche entscheidend, sondern auch die Fähigkeit, auf Veränderungen zu reagieren und neue Chancen zu nutzen. 

„Nicht allein die Branche entscheidet darüber, wie erfolgreich ein Unternehmen durch herausfordernde Zeiten kommt. Mindestens ebenso wichtig sind Anpassungsfähigkeit, Innovationskraft und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Gerade in Kärnten haben wir viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die diese Stärke tagtäglich unter Beweis stellen“, betonte Wilhelmer.

Zusätzliche Perspektiven für den Wirtschaftsstandort sieht er durch die Koralmbahn und die neue Wirtschaftsregion Area Süd. Sie könnten die wirtschaftliche Vernetzung stärken, Kooperationen erleichtern und neue Märkte erschließen. Potenzial bieten laut Wilhelmer auch die industrielle und technologische Basis Kärntens sowie die Lage im Alpe-Adria-Raum.

Die Landesbank wolle Unternehmen dabei insbesondere bei Investitionen, der Nutzung von Fördermöglichkeiten und der Entwicklung internationaler Geschäftsaktivitäten begleiten.

Wachstum bleibt verhalten

Matthias Reith von Raiffeisen Research richtete anschließend den Blick auf die wirtschaftlichen Perspektiven für 2027. Der geopolitische Gegenwind habe in Österreich im ersten Halbjahr zu einer deutlichen Konjunkturabschwächung geführt. Für die zweite Jahreshälfte erwartet er eine Belebung, dennoch dürfte das Wirtschaftswachstum heuer mit 0,7 Prozent hinter jenem der Eurozone zurückbleiben. Für 2027 rechnet Reith mit einem Wachstum von rund einem Prozent.

Eine Entspannung bei den Finanzierungskosten ist vorerst nicht in Sicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe auf die infolge des Irankriegs gestiegene Inflation mit Zinserhöhungen reagiert. Bis zum Frühjahr sei mit weiteren Zinsschritten zu rechnen. Damit bleibe das Finanzierungsumfeld für Unternehmen anspruchsvoll.

Auch wenn Reith die wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs als vorübergehenden Dämpfer einschätzt, bleiben strukturelle Wachstumshemmnisse und Unsicherheiten bestehen. „Das Wachstum kehrt zurück, die Herausforderungen bleiben. Österreichs Wirtschaft gewinnt 2027 etwas an Fahrt, hausgemachte Wachstumsbremsen drosseln jedoch das Tempo. Zinsen, Unsicherheit und preisliche Wettbewerbsfähigkeit werden auch im kommenden Jahr Themen sein, die Unternehmen beschäftigen. Der Gegenwind für Unternehmen lässt 2027 also etwas nach, ist aber weiterhin vorhanden“, fasst Reith zusammen.

Neben den wirtschaftlichen Prognosen bot das Business Frühstück den mehr als 90 Teilnehmenden Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen und sich mit den Experten sowie untereinander auszutauschen.

AusgabeRZ44-2026

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