Vertrauen, Stabilität und langfristige Partnerschaft spielen gerade in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld eine wichtige Rolle, betonte Rainer Stelzer, Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark. Neben klassischen Finanzierungsleistungen begleite die Bank Unternehmen verstärkt bei Förderungen, Investitionsvorhaben sowie der Absicherung von Zins- und Währungsrisiken. Darüber hinaus baue man das Engagement als Beteiligungspartner weiter aus, strich Stelzer hervor.
Auf die herausfordernde Wirtschaftslage ging Raiffeisen-Chefökonom Gunter Deuber ein. Zwar sei die europäische Konjunktur insgesamt auf Stabilisierungskurs, Österreich bleibe jedoch weiterhin hinter vielen Vergleichsländern zurück. Für die heimische Wirtschaft erwartet der Leiter von Raiffeisen Research auch in den kommenden Jahren lediglich ein moderates Wachstum. Um verlorene Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen, sind laut Deuber strukturelle Reformen, höhere Investitionen und eine stärkere wirtschaftspolitische Fokussierung auf den Standort notwendig.
Industrie auf Erholungskurs
Positiv bewertete der Ökonom die zuletzt wieder verbesserte Entwicklung der Industrie. Gleichzeitig verwies er auf anhaltende Herausforderungen durch die schwache Baukonjunktur, zurückhaltende Investitionen und eine weiterhin erhöhte Inflationsentwicklung. Österreich könne sich nicht allein auf eine Erholung Deutschlands verlassen, sondern müsse eigene Wachstumsimpulse setzen, so Deuber.
Mit Blick auf die Steiermark hob der Analyst die besondere Bedeutung der Industrie hervor. Gerade für einen exportorientierten Industriestandort seien Investitionen in Innovation, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit entscheidend. Die Region verfüge über starke industrielle Kompetenzen, müsse sich aber ebenso den globalen Veränderungen in Bereichen wie Automobilindustrie, Technologie und internationalem Wettbewerb stellen. Für die Steiermark werde es darauf ankommen, industrielle Wertschöpfung zu sichern, Technologieführerschaft auszubauen und den Standort konsequent auf die Herausforderungen des internationalen Wettbewerbs auszurichten, so Deuber.
Höheres Zinsniveau bleibt
Wenig Unterstützung dürfte dafür von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kommen. Nach Einschätzung von Raiffeisen Research könnten die Leitzinsen kurzfristig noch leicht steigen, bevor 2027 wieder Spielraum für behutsame Senkungen entsteht. Langfristig sei jedoch nicht mit einer Rückkehr zu den Niedrigzinsverhältnissen vergangener Jahre zu rechnen, so Deuber. Unternehmen müssten sich daher auf ein dauerhaft höheres Zinsniveau einstellen.








