Raiffeisen Immobilien: Auf regionalen Wurzeln gebaut

Raiffeisen Immobilien blickte beim Jubiläumsfest in Korneuburg auf 10 Jahre Dachmarke und mehr als 20 Jahre Bankenkooperation zurück.

Wer eine Immobilie sucht, braucht häufig auch eine Finanzierung. Wer verkauft, steht womöglich vor der Frage, wie der Erlös veranlagt werden soll. An diesen Schnittstellen setzt die Zusammenarbeit von Raiffeisen Immobilien mit den Raiffeisenbanken an. Beim Jubiläumsfest im Kompetenzzentrum der Raiffeisenbank Korneuburg-Kreuzenstein wurde deutlich, wie wichtig diese Verbindung für beide Seiten geworden ist.

Anlass waren zehn Jahre Raiffeisen Immobilien Österreich als gemeinsame Dachmarke sowie die seit 2005 bestehende Kooperation mit den Raiff­eisenbanken in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. Die Geschäftsführer Peter Weinberger und Michael Mack blickten dabei auf eine Geschichte zurück, die bereits 1983 mit der Gründung der Immobilien- und Versicherungs-Maklerdienst GmbH begann. Nach der Abspaltung des Versicherungsmaklergeschäfts 1992 wurde die Immobilienvermittlung eigenständig weitergeführt. 2003 folgte ein neuer Marktauftritt als Raiffeisen Immobilien Vermittlung und Waldviertel Immobilien Vermittlung.

Die ersten drei Jahrzehnte schufen damit die regionale Basis für den österreichweiten Zusammenschluss: Seit 2016 verbindet die Dachmarke Raiffeisen Immobilien Österreich die regionalen Gesellschaften. Heute umfasst das Netzwerk 102 Standorte und rund 300 Immobilienexperten. 2025 erzielte Raiffeisen Immobilien Österreich einen Honorarumsatz von 36,7 Mio. Euro, um 36 Prozent mehr als im Gründungsjahr der Dachmarke. 

Kooperation als Grundlage

Für Weinberger war die Kooperation mit den Raiffeisenbanken eine entscheidende Voraussetzung für den späteren österreichweiten Zusammenschluss: „Ich bin überzeugt: Wenn wir 2005 die Kooperation in Niederösterreich nicht gestartet hätten, dann wäre es nicht dazugekommen.“ Mittlerweile seien nahezu alle niederösterreichischen Raiffeisenbanken dabei. In Niederösterreich, Wien und dem Burgenland verfügt Raiffeisen Immobilien heute über 18 Standorte und 63 Mitarbeiter. Für 2025 wurde ein Honorarumsatz von 8 Mio. Euro ausgewiesen. Dazu wurden 557 Transaktionen mit einem Volumen von rund 150 Mio. Euro sowie 1.000 Bewertungen präsentiert.

Wie sich die Zusammenarbeit aus Bankensicht darstellt, erläuterte Andreas Korda, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Korneuburg-Kreuzenstein. Während gewerbliche Immobilienfinanzierungen unter Druck stünden, entwickelten sich private Finanzierungen gut und böten weiteres Potenzial. Besonders die Weiterleitung von Finanzierungskunden durch Raiffeisen Immobilien an die Banken wolle man ausbauen.

Christiane Flehberger, in der RLB NÖ-Wien für Privatkunden und KMU zuständig, ordnete die Kooperation als längst gelebtes „Beyond Banking“ ein: Leistungen über das klassische Bankgeschäft hinaus würden hier bereits seit zwei Jahrzehnten angeboten. „Wir wollen für unsere Kunden nicht ein reiner Bankpartner sein, sondern ein One-Stop-Shop sein und Lösungen in jeder Lebenslage anbieten“, erklärte Christiane Flehberger. Dazu gehöre die Begleitung vom Wunsch nach dem Eigenheim über die Finanzierung bis zur Versicherung.

Neue Impulse im Burgenland

„Die Zusammenarbeit muss im Alltag spürbar sein, und das ist sie“, betonte Rudolf Suttner, Vorstand der RLB Burgenland. Seit dem 2025 gesetzten Strategieschwerpunkt gebe es mehr Präsenz in den Regionen und klare Ansprechpartner. Bei den gegenseitigen Objekt- und Finanzierungsnennungen verzeichne man zweistellige Zuwachsraten, das Provisionsergebnis habe sich nahezu verdoppelt.

Auch das Leistungsspektrum wurde erweitert. Mit der Neuaufstellung als Raiffeisen Immobilien Treuhand kamen 2022 neue Geschäftsfelder hinzu, darunter Bauträgergeschäft, Investment und Asset Management. Im Neubauvertrieb bleibe das Umfeld allerdings schwierig, räumte Weinberger ein und betonte: „Es muss Lösungen geben, die das Bauen verbilligen.“ Einen Ansatz sieht er im Systembau mit vorgefertigten Elementen. Gemeinsam mit der Strabag wolle man Projekte realisieren, um zu zeigen: „Es geht leistbarer, es geht günstiger.“

Daneben beschäftigt sich das Unternehmen mit KI in der Software und prüft autonome Besichtigungsroboter. Sie könnten Termine am Abend oder Wochenende ermöglichen, ohne dass Mitarbeiter ständig auf Abruf sein müssten. Die persönliche Beratung soll jedoch zentral bleiben: Digitalisierung müsse vor allem interne Abläufe erleichtern und Zeit für Kunden schaffen, betonte Mack. Einen Immobilienabschluss um 500.000 Euro oder mehr wolle er selbst jedenfalls nicht ausschließlich mit einem Roboter oder einer KI abwickeln.

AusgabeRZ44-2026

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