Agrana legte im ersten Halbjahr 2026 kräftig zu 

Der Nahrungsmittelkonzern steigerte in den ersten sechs Monaten bei stabilem Umsatz das EBIT auf 63,5 Millionen Euro.

Der börsenotierte Nahrungs­mittel- und Industriegüterkonzern Agrana steigerte das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) imersten Halbjahr 2026/27 (per Ende August) im Jahresvergleich kräftig von 28 Mio. auf 63,5 Mio. Euro. Der Konzernumsatz blieb mit rund 1,7 Mrd. Euro dagegen auf dem Vorjahrsniveau (1,69 Mrd. Euro).  Unterm Strich legte das Konzern-ergebnis im Jahresabstand von 1,1 Mio. auf 37,5 Mio. Euro zu, teilte Agrana mit. 

Maßgeblich für die Ergebnis­verbesserungen waren die höheren EBIT-Beiträge in den Segmenten Agricultural Commodities & Specialities (ACS) – Stärke und ACS – Zucker. Im Stärkesegment stieg das EBIT vor allem dank höherer Ethanol-Margen von 3,1 Mio. auf 17,2 Mio. Euro und der Umsatz von 506,5 Mio. auf 508,1 Mio. Euro. Im Zuckerbereich verringerte sich der Verlust von 36,3 Mio. Euro auf 2 Mio. Euro, während der Umsatz von 309,6 Mio. auf 280,4 Mio. Euro zurückging. Ausschlaggebend dafür waren deutlich niedrigere Herstellungskosten sowie der Wegfall der Restrukturierungsbe­lastungen, die das Vorjahresergebnis spürbar beeinträchtigt hatten. Das größte Segment war im ersten Halbjahr der Bereich Food & Beverage Solutions (FBS) mit einem Umsatz von 896,4 Mio. Euro, ein Plus von 37,3 Mio. Euro im Jahresabstand. Das EBIT ging von 68 Mio. auf 60,3 Mio. Euro zurück, wobei es vor allem im Getränke­bereich zu deutlichen Ergebnisverschlechterungen kam. 

Geringere Zuckerrübenernte

Die außergewöhnlich starke Dürreperiode in Österreich macht auch Agrana zu schaffen: Aufgrund der daraus resultierenden Ernteausfälle bei den Rübenbauern werde man um bis zu 40 Prozent weniger Zuckerrüben erhalten, berichtete CEO Stephan Büttner. Dennoch werde es keinen Zuckerengpass geben, da der Konzern über ausreichend Lagerbestände verfüge. „Wir können den Handel ganz normal beliefern“, betonte Büttner. An den internationalen Warenterminbörsen ist der Zuckerpreis in den vergangenen drei Monaten von einem Rekordtief ausgehend um rund 40 Prozent gestiegen. Die Zuckerrübenernte in Österreich läuft in der Regel von September bis November. Für heuer erwartet der Agrana-CEO eine Zucker­rübenernte von rund 1,1 Mio. Tonnen. Daraus könne man voraussichtlich rund 200.000 Tonnen Zucker produzieren.

Wachstum mit Zukäufen 

„Die Agrana-Gruppe hat sich im ersten Halbjahr 2026/27 insgesamt im Rahmen unserer Erwartungen entwickelt. Trotz des herausfordernden Marktumfelds konnten wir unsere operative Performance verbessern und zentrale strategische Projekte konsequent vorantreiben“, betonte Büttner. Als einen Schwerpunkt nannte er die Integration des Fruchtsaftkonzentrat- und Aromenherstellers Austria Juice und des Nahrungsmittelproduzenten Mercator-Emba. „Beide Unternehmen stärken bereits unseren Geschäftsbereich Food & Beverage Solutions“, so Büttner. Mit dem geplanten Erwerb des niederösterreichischen Aromaherstellers Esarom habe man zudem „einen weiteren wichtigen strategischen Schritt im Rahmen unserer Portfolio-Strategie gesetzt“. Im Vorjahr erzielte das Unternehmen mit etwa 400 Mitarbeitern einen Umsatz von 112 Mio. Euro. Das Closing der Transaktion wird für Anfang des Geschäftsjahres 2027/28 erwartet.

Positiver Ausblick 

Für das volle Geschäftsjahr 2026/27 rechnet Agrana, an der die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien mit 39,4 Prozent beteiligt ist, mit einem EBIT in der Bandbreite von 90 bis 110 Mio. Euro und einem leichten Plus beim Konzernumsatz. Das Investitionsvolumen der Agrana-Gruppe soll moderat über dem vorangegangenen Geschäftsjahr bei rund 113 Mio. Euro zum Liegen kommen. apa/lov

AusgabeRZ42-2026

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